Time to say Goodbye

Free-888.com und Michael Keiner trennen sich einvernehmlich

Time to say Good-bye…

Man hat große Ziele in den vergangenen dreieinhalb Jahren zusammen erreicht. Free-888.com und Michael Keiner, genannt „The Doc“, blicken zufrieden auf die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Wegstrecke zurück.

So sicherte sich der deutsche Pokerspieler beispielsweise 2007 ein Bracelet im Seven Card Stud während der WSOP in Las Vegas und gewann im Jahr darauf die begehrte UK-Open als offizieller Spieler von 888. The Doc avancierte unter dem Label seines Sponsors zum Kapitän des deutschen Teams bei TV-Events in Cardiff und beim Poker Nations Cup während der Pokereuropameisterschaften in Baden/Austria. Keiner nutzte seine Popularität stets für Aktivitäten, die über den Rand des Tisches hinausgingen; er moderierte Pokersendungen im DSF und bei „Das Vierte“, schrieb zwei Bücher und ist Autor der Kolumne „Doc Keiners Sprechstunde“ im Royal Flush Magazin. Ein Engagement, betont er, das ohne die Unterstützung seines Sponsors in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.

„Time to say Good-bye“ heißt es nun, da der passionierte Spieler aus Braunfels sich neuen Aufgaben zuwendet, die in seinen Augen 2010 für seine Leidenschaft Poker in Deutschland die Weichen stellen werden. Am Ende des gemeinsamen Weges mit 888 kennzeichnen Dankbarkeit und Respekt auf beiden Seiten das Verhältnis.

Was im Einzelnen unter diesen neuen Aufgaben zu verstehen ist, konnte zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht eruiert werden.

 „Es sind noch einige Teilaspekte im Laufe des Januars endgültig zu klären“, äußerte Keiner sich auf entsprechende Nachfragen. „Auf jeden Fall bleibe ich der Pokerszene und dem Turnierpoker weiterhin im vollen Umfang erhalten. Die offenen Fragen werden Anfang Februar beantwortet.“

Der Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 7

Alles geht einmal zu Ende…auch die WSOP 2009. Eigentlich hätten es ja noch ein paar mehr Videoblogs aus Las Vegas werden dürfen. Leider war an Tag 2 im 9. Level Schluss für mich im Main Event. Was genau passiert ist und warum man meine Blogs nicht mehr auf Intellipoker findet, seht Ihr hier: 

http://www.hochgepokert.de/beta/2009/07/09/der-vegas-blog-vom-doc-08072009

Ich freue mich auf Velden am Wörthersee! Euer Michael

Prolog zum Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 6

Die 56 Sidevents sind mittlerweile Geschichte, aber trotzdem platzt die Stadt vor Pokerbegeisterten nur so aus allen Nähten. Der Main Event der WSOP ist in der Startphase. Um den 888 Qualifikanten und natürlich auch unseren Freunden ein angemessenes Willkommen zu bieten, haben wir eine kleine schicke Party im Palms organisiert. Hier ein paar Eindrücke: 

http://www.hochgepokert.de/beta/2009/07/03/der-vegas-blog-vom-doc-02072009/

Let’s party! Euer Michael

Finaltisch im Omaha Hi/Lo – Mein Videoblog von der WSOP Teil 5

Mann o Mann, das war vielleicht ein Elfmeter auf mein zweites Bracelet…! Nach dem ewigen „tief in Tag 2“ Ausscheiden, kam ich endlich mal in Schlagdistanz für den ganz großen Wurf. Der Finaltisch war insgesamt relativ schwach besetzt und auch mein Chipcount durchaus hoffnungsvoll. Wie es im Einzelnen gelaufen ist, seht Ihr in meinem neuen Videoblog: 

http://www.hochgepokert.de/beta/2009/06/27/der-vegas-blog-vom-doc-26062009/

Ein schmerzfreies Wochenende wünscht Euch Euer Michael

Racing-Battle mit Henning Pohl – Mein Videoblog von der WSOP Teil 4

In meinem neuesten Video berichte ich Euch von meinen diversen Versuchen und Unfällen bei WSOP Potlimit Omaha Events. Da die Außentemperaturen mittlerweile deutlich die 40° C Marke überschritten haben, wurde es Zeit, die sportlichen Aktivitäten in den Indoor-Bereich zu verlagern. Dass dort trotzdem „die Post“ abgehen kann, beweise ich Euch in meinem neuen Video: 

http://www.hochgepokert.de/beta/2009/06/20/der-vegas-blog-vom-doc-20062009/

Helm nicht vergessen! Euer Michael

Golfbattle mit George Danzer – Mein Videoblog von der WSOP Teil 3

Nach meinem Ausscheiden beim 7 Card Stud/Omaha 8 or better Event hatte ich 2 Tage Turnierpause. Was tun? Kurzerhand improvisierten wir ein Nolimit Golf Match mit George Danzer. Die spannende Kombination aus Turnierpoker und Golf ist Hauptbestandteil dieses Videos: 

http://www.hochgepokert.de/beta/2009/06/14/der-vegas-blog-vom-doc-13062009/

Für uns war´s eine Riesengaudi! Euer Michael

Wasserspiele – Mein Videoblog von der WSOP Teil 2

In Las Vegas ist es momentan ungewöhnlich kalt für die Jahreszeit. Mit 22 bis 24° C entspricht die Temperatur ungefähr meiner gefühlten Turnierform. Es sind zwar hier und da hoffnungsvolle Ansätze erkennbar, aber für einen Schuss auf einen Finaltisch braucht es weit mehr. Mit den Wasserspielen vor dem Bellagio als Kulisse erzähle ich Euch, wie es mir die letzten paar Tage ergangen ist. 

http://www.hochgepokert.de/beta/2009/06/08/der-vegas-blog-vom-doc-07062009/

Also spannt schon mal die Regenschirme auf! Euer Michael

Viva Las Vegas – Mein Videoblog von der WSOP

Meine ganz persönlichen Impressionen von der Pokerweltmeisterschaft aus Las Vegas haben ja schon eine gewisse Tradition. Im Jahr 2005 war ich einer der ersten Deutschen, die ausführlich von hier berichteten.  Wahrscheinlich kommt es bei jedem Schreiberling irgendwann mal zu dem Punkt, wo es zumindest zeitweise etwas schwerer fällt, die Gedanken in adäquater Form auf den Bildschirm zu bringen und vor allen Dingen auch noch wirklich neuen Inhalt zu posten. 

Also wird es Zeit für etwas (persönlich) Neues: Von der diesjährigen WSOP möchte ich in Form eines Videoblogs meine News veröffentlichen. Damit das Ganze auch Hand und Fuß hat, erfolgt die Produktion in Partnerschaft mit dem bewährten Pokertoday-Team von Benjamin Kang. Hier ist der erste Blog: http://www.hochgepokert.de/beta/2009/06/04/der-vegas-blog-vom-doc-2/ 

Viel Spaß beim Zusehen wünscht Euch Euer Michael

CAPT Innsbruck: 7. Platz im Main Event

Es war wieder mal eines jener Turniere, bei denen man denkt, dass Poker wirklich einfach ist. 116 Spieler fanden ihren Weg in den Main Event der CAPT Innsbruck und schon während der ersten Hände ging das große Sterben los. Gleich nach 10 Minuten konnte ich mich verdoppeln. Mit Pocket Königen floppte ich das Topset, während mein Kontrahent seinen getroffen König nicht loslassen wollte und mir am River all seine Chips überließ. Nach einem kurzen Rückschlag über einen verlorenen Coinflip ging es dann stetig weiter bergauf und am Ende von Tag 1 bei noch 20 verbliebenen Spielern war ich unangefochtener Chipleader mit knapp 160.000. Der Average lag zu diesem Zeitpunkt bei 55.000 und der Zweitplatzierte hatte etwa 105.000.  Erinnerungen an den Main Event von Velden aus dem Jahr 2007 wurden sofort wach. Hier hatte ich eine ähnliche Ausgangssituation, am Ende kam ein dreifach geteilter erster Platz heraus. Klarer Fall, dass ich es diesmal noch ein klein wenig besser machen wollte. Zu Mittag an Tag 2 ging ich noch mit Marc Gork (Dritter bei der EPT Dortmund) in der schönen Innsbrucker Altstadt italienisch essen, um mich kurz vor 2 Uhr mit den Worten, „Sorry, ich muss los, muss noch schnell ein Turnier gewinnen“, zu verabschieden. 

Tag 2 ging dann auch gleich mit einem Paukenschlag los. Gleich in der dritten Hand calle ich das All in von zwei short Stacks mit Pocket Damen. Einer hält :8x :8x, während der andere :Ax :Kx umdreht. Die Dame am Flop macht die ganze Sache zu einer kurzen und für mich schmerzlosen Angelegenheit und wir sind nur noch 18 Spieler, während mein Stack auf 196.000 angewachsen ist. Habe ich wirklich im ersten Satz behauptet, dass Poker einfach ist? Das Gegenteil dieser Aussage musste ich in den folgenden Stunden dann leidvoll erfahren. Nach meiner „zwei auf einen Streich Aktion“ lief buchstäblich überhaupt nichts mehr. Mit „nichts“ meine ich, dass es mir in den folgenden Stunden wirklich kein einziges Mal mehr gelang, auch nur ein Paar im Flop zu treffen.  Sicher fand ich bei dem ziemlich tighten Tisch immer noch genügend Spots, um hin und wieder die Blinds und Antes einzusammeln. Aber eben auch aufgrund der tighten Mitspieler machte es reichlich wenig Sinn, nach einem Raise meinerseits mit :9x :3x auf das Reraise des Gegners hin nicht zu folden. Und die Leute hatten wirklich Stahlbeton gespielt: Einmal habe ich es tatsächlich geschafft, einen Mitspieler durch ein Reraise mit A7 offsuit zu vertreiben. Er foldete offen AQ… 

Bis schließlich der Finaltisch losging, hatte ich gerade noch Average an Chips. In der Hoffnung, dass sich mit genügend Geduld doch mal hin und wieder eine passable Starthand zu mir verirren würde, fing ich langsam zu taktieren an. Ich konnte mich zwar halten, aber keine einzige echte Konfrontation um vernünftige Stacksizes herbeiführen. Als wir schließlich zu Siebt sind, kommen mir die Pocket Damen, die ich finde, wie eine echte Erleuchtung vor. Bei Blinds von 4000/8000 raise ich im Hijack auf 22.000 und der Cutoff reraist mich all in. Mit den Worten: „Ich denke nicht, dass ich diese Hand noch aufgeben kann“, schiebe ich meine restlichen 100.000 Chips in die Mitte und darf mir die Könige meines werten Mitspielers ansehen. Das war dann auch meine letzte Hand im Main Event. Zwei Turniertage, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Aber vielleicht macht genau jene Unvorhersehbarkeit einen Teil der „Faszination Poker“ aus. Euer Michael

Von notwendigen Strategieanpassungen

Die EPT San Remo findet dieses Jahr leider ohne mich statt. Ja, ich weiß, tausend verrückte Italiener sind dort und es wird ein wahres Schlachtfest werden, aber mindestens 300 gut disziplinierte Spitzenspieler aus aller Welt werden ebenfalls den Weg nach Italien antreten und hoffen, von eben jenen verrückten Italienern profitieren zu können. Aber ich mache erst einmal Pause bis Monte Carlo. Der Grund ist ganz einfach zu erklären: Im Jahr 2007 hatte ich mir eine ganz üble Borelliose eingefangen, die nur mit einer dreimonatigen Antibiotikatherapie in den Griff zu bekommen war. Als Nebenwirkung der Antibiotika hat sich auf meinem rechten Auge die Linse eingetrübt (grauer Star) und ich sehe alles wie durch Milchglas. Eigentlich sind es beide Augen, aber das Rechte ist viel schlimmer als das Linke. Also kommt morgen die eigene Linse raus und eine Kunststofflinse rein. Als kleine, aber äußerst angenehme Nebenwirkung der Operation werde ich wohl in Zukunft auch keine Lesebrille mehr benötigen, die moderne Technik in der Augenheilkunde macht es möglich. Ein paar Tage Erholung nach der OP sind schon nötig und jetzt ist das einzige Zeitfenster in diesem Jahr, wo dies gut machbar ist. Ich werde dann in Zukunft keine Probleme mehr haben, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen meine Pocketcards jederzeit erkennen zu können. Insofern ist die Entscheidung zur Operation als notwendige Anpassung meiner Basisstrategie zu sehen. Insgesamt +EV, obwohl bedauerlicherweise die folgende Situation zukünftig wohl nicht mehr passieren wird: Während der WSOP 2008 spielte ich manchmal die $ 5/10 Potlimit Omaha Partie im RIO. Ich setzte mich mit einem Stack von 2.000 $ an den Tisch. Wie manche von Euch wissen, benutzen die Veranstalter dort im Gegensatz zu Europa allesamt Karten mit den kleinstmöglichen Indizies, so dass ich mitunter ohne Lesebrille spürbare Probleme hatte, die Karten zu erkennen. Insbesondere ist es leicht möglich, Pik mit Kreuz zu verwechseln. Andererseits ist es extrem lästig, am Tisch ständig Brille auf und Brille ab zu praktizieren. Also verließ ich mich ganz auf meinen schlechten Blick. Gleich bei meiner dritten Hand bekomme ich :Ks :Kh :3s :5h. Grund genug, um das Raise eines Mitspielers mit einem Reraise zu beantworten. Wir sehen Heads Up den Flop und es sind etwa 200 $ im Pot, mein Gegner hat ungefähr 1.200 vor sich stehen. Der Flop ist mit :2s :6s :Td gar nicht schlecht. Overpair, K high Flushdraw und Gutshot zur Straight reichen völlig aus, um nach dem Check meines Gegners potsized anzuspielen, was er sofort callt. Am Turn kommt mit der :5c eine mögliche Straight ins Board und jetzt spielt er 450 $ an. Ich denke gar nicht daran, die Hand aufzugeben und raise ihn statt dessen all in. Er callt sofort. Am River kommt als Nebenlösung der :Kc, allerdings würde ich immer noch gegen die Straight verlieren. Jetzt ziert sich mein Mitspieler plötzlich mit dem Showdown. Ich annonciere „Set“ und er sagt sofort: „Set is good“. Jetzt drehe ich meine vier Karten um und entdecke selbst erst, dass ich einem gewaltigen Irrtum unterlegen bin. Die :3x in meiner Hand war nicht Pik, sondern Kreuz, ich hatte also gar keinen Flushdraw und mein Move am Turn war ziemlich hirnrissig. Als er die drei Könige entdeckt, springt er auf und brüllt: „What a fucking moron!“ Frei übersetzt bedeutet dies ungefähr: Was für ein verdammter Idiot!Ich verspürte nicht die geringste Lust, ihm irgendwelche Erklärungen abzuliefern für einen Bad Beat, der unter Umständen überhaupt keiner war, also antwortete ich ihm nur mit extra betontem deutschen Akzent: „How do you know my name, Sir? That`s exactly, how they call me always in the internet!“ (Woher kennen Sie meinen Namen? Genau so werde ich immer im Internet genannt!) 

Ohne mich auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen, packte er seine Sonnenbrille und seinen MP3 Player ein und verließ wortlos den Tisch, während sich die übrigen Spieler kaum das Grinsen verkneifen konnten.  Einen stets messerscharfen Blick wünscht Euch Euer Michael