Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Dt. Blog des Pokerstars Team Pro Michael Keiner für Februar, 2007.
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Archive für Februar 2007
Bregenz Open 2007 Teil 1
28.2.2007 von Michael Keiner.
Ab Ende Februar steht für mich ein Turniermarathon an, der fast nur von der WSOP zu toppen ist. Es geht los mit den Bregenz Open, einer Turnierserie der Casinos Austria, danach folgt sofort die Turnierwoche anlässlich des EPT Events in Dortmund. Von Dortmund aus geht es direkt nach Wien ins Concord Card Casino zum Spring Festival, in der Woche nach Wien nehme ich im Casino Schenefeld an den Pokerolymp Open teil und 2 Tage später steht dann das Finale der European Poker Tour in Monte Carlo auf dem Programm.
Um ein wenig Energie für die anstehenden Sessions zu tanken, entschloss ich mich zu einem viertägigen Kurztrip zum Ski fahren nach Südtirol, um dann von dort aus direkt nach Bregenz zu fahren. Das Festival am Bodensee war schon seit Januar vollständig ausgebucht. Casinos Austria und die verantwortlichen Pokermanager Edgar Stuchly und Joe Fuchshofer hatten schon in den vergangenen Jahren Standards bei den von ihnen organisierten Pokerturnieren gesetzt, die qualitativ dem Niveau eines Fünf Sterne Hotels entsprechen. Die berühmte Gastfreundschaft äußert sich in vielen liebevollen Details wie dem Players Buffet mit kostenlosem Obst und Knabbereien, dem kultigen Mitternachtssnack und einem ansprechenden Rahmenprogramm wie etwa die Players Party.
Das erste Turnier in Bregenz startete am Sonntag, dem 25. März relativ pünktlich um 15:30 Uhr. Es handelte sich um ein 200.- € buy in NLH Turnier mit unlimitierten Rebuys während der ersten 2 Stunden und einem anschließenden Add-on. Um den zahlreich wartenden Gästen, die sich nicht gleich in den ausgebuchten Event einkaufen konnten, noch die Chance zur Teilnahme zu geben, wurde vom Management eine so genannte Alternate Liste eingeführt. Immer dann, wenn ein Spieler während der ersten 2 Stunden auf einen Rebuy verzichtete und aus dem Turnier ausschied, nahm für ihn ein Nachfolger von der Warteliste seinen Platz ein. Auf diese Art und Weise schafften es immerhin 203 Leute ins Turnier, obwohl es eigentlich nur Platz für 170 Spieler gab. Das erste Turnier startete für mich unter denkbar schlechten Vorzeichen. Zunächst verliere ich A-Q gegen A-J. Bei einem Flop von 7-5-2 gehe ich all-in und mein Gegner macht einen für mich eigentlich schönen Call. Doch ein Bube am River beschert ihm letztendlich den Pot. Einige Zeit später finde ich Pocket Könige und sehe die Chance für den ersehnten Aufdoppler. Ich komme gegen A-9 heads up preflop, doch mein Gegner trifft sofort 2 Paar. Mit den Worten, dass dies wohl nicht gerade mein Tag sei, verabschiede ich mich aus dem Turnier ungefähr als 110.
Etwas besser ging es am nächsten Tag beim 300.- € NLH. Hier konnte ich konsequent in den ersten Stunden eine relativ gute Chipposition aufbauen, doch dann unterläuft mir ein folgenschwerer Fehler. Ein Spieler, den man getrost der Kategorie „Maniac“ zuordnen kann, raist wieder einmal in mittlerer Position auf 4.000, bei 600/1200 Blinds. Der Button geht mit 3.000 all-in und ich finde im Big Blind 9-9. Reraise auf 12.000 (ist mein halber Tablestake). Der Maniac callt nach einer halben Ewigkeit. Bei einem Flop mit Q-8-3 fühle ich mich recht gut und gehe all-in. Doch mein Gegenüber hat A-Q gespielt und das Top Paar getroffen. Ohne weitere Hilfe scheide ich als 52. aus.
Eine weitere Steigerung meiner Performance brachte das 500.- € NLH, bei dem es einen optionalen Rebuy gab. 180 Teilnehmer starteten bei dem Turnier und bei 30 verbliebenen Spielern war ich mit dem etwa 1 ½ fachen Schnitt an Chips in einer komfortablen Position. Im weiteren Verlauf wurde es jedoch zäh. Einige missglückte Stehlversuche, unterdurchschnittliche Karten und aggressive Gegner verlangten erheblichen Tribut und als wir bei 17 Teilnehmern ankommen, habe ich mit 68.000 Chips deutlich weniger als der Durchschnitt und die Blinds von 6.000/12.000 lassen auch keine vernünftigen Spielzüge am Flop mehr zu. Als ich am Cut off 10-10 finde, nehme ich die Gelegenheit wahr und pushe all-in. Doch der Small Blind hat Pocket Q-Q und ich muss mich schließlich als 14., immerhin im Geld, verabschieden.
Immerhin ist die Tendenz steigend und für das am Donnerstag startende Omaha Turnier sowie den Main Event am Freitag bin ich guten Mutes.
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Deutschland glücklos beim Poker Nations Cup
17.2.2007 von Michael Keiner.
Eigentlich hatten wir eine gute, schlagkräftige Truppe zusammengestellt. Eigentlich hatten wir uns reelle Siegchancen ausgerechnet. Doch es sollte alles anders kommen. Das Debakel begann mit Katjas Absage 3 Tage vor Reiseantritt. Katja kannte den Ablauf genau vom Vorjahr und hatte sich als gute Teamspielerin erwiesen. Ihre Vorstellung 2006 unterstrich, wie sehr sie für dieses Format qualifiziert war. Ihren Platz nahm Phillip Marmorstein ein, dessen Erfahrung und Resultate bei hochrangigen internationalen Turnieren für sich selbst sprechen. Extrem motiviert kamen wir am 28. Januar abends in Cardiff/Wales an.
Benjamin Kang spielte den ersten Vorrundenheat am Montag und schied leider auch als Erster aus. Ben gehört zu den analytischsten Spielern, die ich in meinem Pokerleben kennen lernen durfte. Er war letztes Jahr Dauergast an den verschiedensten Finaltischen wie Wien, Paris und Amsterdam. In Cardiff hatte er keine Chance ins Spiel zu kommen, kalte Karten und verlorene Coin Flips beförderten ihn früh ins Aus. Als Zweiter spielte für uns Phillip, der schon früh anfing, seine Gegner zu attackieren. Doch auch er war nicht lange Gast am Tisch und musste als Fünfter seinen Hut nehmen. Die Sensation gelang im ersten Heat an Tag 3. Simon Münz spielte für Deutschland. Der erst 19jährige Online Pro gab eine glanzvolle Vorstellung ab und konnte ein Feld internationaler Spitzenpros in einem dramatischen Finale gegen John Kabbaj bezwingen. Der Gewinn von 16 Punkten brachte unser Team zurück ins Mittelfeld. In Heat 4 trat Roland an, der bereits im letzten Jahr durch seinen Sieg in der Vorrunde wertvolle Punkte für Deutschland einheimsen konnte. Roland wurde guter Dritter, durch einen gewaltigen Bad Beat wurden seinen Siegchancen zunichte gemacht. Roland tritt mit A-10 gegen A-8 des Holländers an. Bei einem Flop von 10-6-4 wandern alle Chips des Holländers in den Pot. Eine 8 am Turn und eine 8 am River vernichten unsere Chips auf grausamste Art und Weise. Im Heat Nr. 5 am Dritten Tag trete ich selbst an. Ich fange recht aggressiv an und attackiere vorwiegend den links von mir sitzenden Joe Beevers, der grundsätzlich immer tight beginnt. Aber Joe trifft jeden Flop und ich muss ein paar Gänge zurückschalten. Mit einigen Moves quäle ich mich so durch, bis wir noch zu Dritt sind. Meine Chance kommt in Form von A-K, preflop all-in gegen Joes J-J, doch der Coinflip geht zu meinen Ungunsten aus und ich beende meinen Heat als Dritter. Immerhin befinden wir uns jetzt hinter Spitzenreiter England zusammen mit Holland auf dem geteilten zweiten Platz. Eddy spielt dann die Abschlussvorrunde für Deutschland. Er startet megaaggressiv und ist nach 20 Minuten deutlicher Chipleader, besitzt mehr als ein Drittel aller Jetons. Er will vor allem den Engländer Ram Vaswani einbremsen, verliert hier in einigen Konfrontationen einen guten Teil seiner Führung. Das Ende für Eddy kam in Form von Pocket K-K, die er schließlich gegen 10-5 verliert. Er wird Letzter in seiner Runde.
Vor dem Finale ergibt sich folgendes Bild: England führt mit enormen Vorsprung, da sie in der Vorrunde 3 Heats gewinnen und 3-mal den zweiten Platz für sich verbuchen konnten. Sie starten im Finale mit über 33.000 an Chips. Dahinter, dicht gedrängt die anderen Nationen, alle bewegen sich zwischen 11.000 und 15.000, Deutschland ist Dritter mit 13.800.
Phillip startet für uns als erster Spieler im Finale. Der Plan war, ihn nach etwa 2 Levels durch Roland abzulösen, gefolgt von Simon. Ich sollte zu guter Letzt das Endgame bestreiten. Soweit die Theorie. Phillip spielt die Anfangsphase für meinen Geschmack eine Spur zu loose, will sich viele Flops ansehen. Das Desaster kommt dann in Form von Pocket 5-5 für uns. Phillip trifft einen Drilling im Flop mit 5-9-Q. Holland spielt an und Phillip callt. Auf dem Turn erscheint eine 10 und jetzt hat der Holländer ein höheres Set. Am River kommt eine weitere Q, der Holländer geht all-in, Phillip callt und verliert gegen ein höheres Full House. Ich zeige sofort die Auswechslung an und schicke Simon an den Tisch. Doch der hat jetzt nur noch etwa 2.000 Chips zur Verfügung und ist damit in seinen Möglichkeiten stark eingeschränkt. Auch ihm kam Fortuna nicht unbedingt zur Hilfe, als er A-J findet und obligatorisch all-in geht. 2 Caller gehen mit und trotz aussichtsreichem Flop kann Simon die Hand nicht gewinnen. Nach unserem respektablen Ergebnis 2006 scheiden wir diesmal als erste Nation aus.
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