Archive für Mai 2007

Barcelona, ich mag Dich trotzdem immer noch!

Nach dem geradezu euphorisierenden Start in Barcelona kann ich Euch heute eigentlich nur von herben Niederlagen berichten.

Mein drittes Heads Up Match gab noch allen Anlass zu Optimismus. Ich traf auf Ole Suntlin, einen schwedischen Profi, den ich schon aus einigen highstaked Potlimit Omaha Cashgame Partien und diversen Nolimit Hold’em Runden kannte. Ole ist ein junger, sehr sympathischer Zeitgenosse und darüber hinaus seit Jahren ein erfolgreicher Pokerpro, dem ich entsprechend viel Respekt entgegen brachte. Ich stellte mich auf ein langes Match mein. Aber diesmal erwischte ich wirklich gute Karten und oft traf er mit etwas schlechteren ebenfalls den Flop, so dass es für ihn manchmal unvermeidlich wurde, mich auszubezahlen. Nach gut 90 Minuten hatte ich ihn erstmalig All-in, bei einem Flop von 10-9-2 zeigte er mit K-10 klar die bessere Hand gegen meine 9-7 und gewann sein All-in verdient. 30 Minuten später hatte ich ihn zum zweiten Mal All-in, diesmal hatte ich mit 9-9 gegen sein A-9 die Nase vorn. Meine Hand hielt und ich war unter den letzten 16 Spielern.

Der nächste Gegner, ein Online-Qualifikant aus Frankreich, erschien mir einfacher als jeder andere zuvor. Zweimal hatte ich einen 2:1 Chiplead, doch er konnte immer wieder über eine Wunderkarte am River zurückkommen. Ich sah das relativ  gelassen, da ich ihn mittlerweile wie ein offenes Buch lesen konnte und er ziemliche Konzentrationsschwächen zeigte. Nach 90 Minuten finde ich A-A am Button und raise von 600 auf 1.600. Er bezahlt und am Flop kommt 9s-6c-2d. Er spielt 2.000, ich raise ihn auf 6.000 und er geht all-in. Ich weiß, dass ich ihn habe und bezahle sofort. Er dreht ein Paar 7 um und ich habe ungefähr 92 Prozent, das Spiel zu gewinnen. Turn Bube, River 7! Er hatte gerade mal 150 mehr an Chips als ich, wenn er die Hand verliert, wäre er also weg vom Fenster gewesen. Mein Auftritt in Barcelona war pokertechnisch bis dahin ziemlich fehlerfrei, aber ihr wisst ja, wie das mit der Varianz so ist. Trauriges Endergebnis: Gemeinsamer 9. Platz. Gewinne ich das Match, bin ich mindestens 5.

Im Euro 2.000 Nolimit Hold’em Turnier habe ich schließlich wie ein Osterhase gespielt. Es ging extrem gut los. Gleich nach 20 Minuten konnte ich mein Stake von 10.000 auf 20.000 verdoppeln, als ich mit K-K gegen Q-10 bei einem Flop von 2-5-10 antrat und mein spanischer Gegner meine potsized Wette in Höhe von 2.000 mit einem All-in beantwortete. Meine Könige hielten und danach war ich in ausgezeichneter Position und konnte praktisch ohne weitere Showdowns meinen Chipcount auf 30.000 vergrößern. Das Unheil nahm seinen Anfang, als unser Tisch aufgelöst wurde. An meinem neuen Tisch saß ein recht aggressiv wirkender junger Amerikaner, der versuchte, den Tisch zu dominieren. Auf einen seiner zahlreichen Raises auf 1.600 (vierfacher Big Blind) antwortete ich mit einem Reraise auf 5.600, als ich A-K fand. Er fragte mich, wie viel ich an Chips noch hätte und nach meiner Antwort, dass ich ihn covern würde, bezahlte er nach. Bei einem Flop von K-8-7 checkte er und ich spielte 8.000 an. Er raiste sein All-in und ich musste noch 3.000 nachbezahlen. Er deckte A-A um und hatte mich schön reingelegt. 40 Minuten später finde ich in mittlerer Position Pocket 6-6, raise etwa den dreifachen Big Blind auf 1.800. Der gleiche Spieler reraist auf 5.000, ich folde mein Pocket-Paar und er zeigt mir mit einem breiten Grinsen 7-2 offsuit. Eine Runde später raise ich mit A-J suited wieder den dreifachen Blind und wieder reraist er mich. Jetzt war ich ziemlich angestochen und wollte eine Entscheidung, also nahm ich meine restlichen 8.000 Chips und ging all-in. Er callte und drehte zum zweiten Mal Pocket A-A um und schickte mich nach Hause. Ich muss zugeben, dass ich hier wirklich schlecht gespielt habe. Ich ließ mich von ihm provozieren, verlor kurzfristig die Nerven und handelte unüberlegt. Fehler kommen vor, man muss sie sich nur verzeihen können…

Hier in Barcelona steht für mich noch die Fernsehmoderation der weiteren Heads Up Matches an (wäre wirklich cool gewesen, wenn ich mich selbst hätte anmoderieren dürfen), sowie ein 400 Euro Buy-in Potlimit Omaha Turnier, dass ich ebenfalls spielen werde. Am Donnerstag geht es dann ab nach Vegas zur WSOP. Von dort werde ich Euch selbstverständlich wieder Bericht erstatten.

 

Euer Michael

Barcelona, mi amor!

Es gibt 2 Städte auf meiner Europa-Tour, die liebe ich ganz besonders. Die eine Stadt ist Wien und die andere –natürlich - Barcelona!

Wie die meisten Turnierjunkies bin ich auch schon am Montagnachmittag angekommen, um an der Heads Up  Weltmeisterschaft teilnehmen zu können. Ganz spanisch, wurde die Auslosung für die ersten Begegnungen mal eben von 21 Uhr auf 23 Uhr verlegt. In meiner Begleitung befanden sich 11 Qualifikanten von 888.com, um die ich mich besonders kümmern sollte, da 888 auch gleichzeitig der Titelsponsor des Events ist. Aber wir sind ja, wie auch die Spanier, flexibel genug und verlegten das Begrüßungsdinner für unsere Helden kurzerhand vor. Bei Sushi, Tapas und diversen Mochitos feierten wir unsere Ankunft kräftig. Mein Brötchengeber hatte sich wirklich nicht lumpen lassen und einen VIP Bereich in einem der heißesten Clublokale im Bereich der Strandpromenade angemietet. In sichtlich gelöster Stimmung erwarteten wir dann gegen etwa 23:45 Uhr, was nach spanischen Maßstäben tatsächlich 23 Uhr entspricht, das Ergebnis der Auslosung.

Im ersten Heat am Dienstag musste ich gegen einen Spanier ran, den kein Mensch aus der Szene kannte. Er spielte reichlich passiv, callte aber auch ausgeprägte Raises von mir mit einem Schulterzucken. Bluffen war also verboten! Und mein spanischer Freund traf die Flops, was das Zeug hielt. Als ich schließlich preflop mit Pocket K-K meine ganzen Chips reinstellte und er mir Pocket A-A zeigte, war ich ohne Hilfe vom Board auf 4.000 unten und er grinste mich über einen Berg von 36.000 Chips breit an. Aber ich konnte mich mit etwas Glück innerhalb einer halben Stunde auf 11.000 zurückkämpfen und witterte wieder Morgenluft. Mittlerweile war mir aufgefallen, dass er absolut jedes Raise von mir callte, auch wenn es im Verhältnis zum Pot ziemlich groß ausfiel. Als ich mit 9-7 in der Hand und einem Flop von 5-6-8 die Nuts hielt, ging ich nach seiner Wette von 1.000 (2.000 im Pot) all-in. Er callte mich mit  K-5 und eine 3 am Turn machte den River belanglos. Nach dieser Hand war es leicht, ich raiste ihn jedes Mal unverhältnismäßig hoch, wenn ich eine gute Hand hatte und konnte sicher sein, dass er bezahlte. Nach dreieinhalb Stunden gewann ich mein Match.

Am Mittwoch spielte die 2. Gruppe und ich nutzte den freien Tag, um das Potlimit Hold’em Turnier mitzuspielen. Um etwa 18:30 Uhr ging es mit 101 Spielern los und was als leichte Abendunterhaltung begann, wurde plötzlich richtige Arbeit. Gegen 2:30 Uhr stand der Finaltisch und ich fand mich als 4. Chipleader wieder. Der Finaltisch gestaltete sich wesentlich zäher und langlebiger, als ich ursprünglich vermutete. Mir lief die Zeit davon, da ich ja am nächsten Mittag schon wieder mein 2. Heads Up Match bestreiten sollte und ich wenigstens ausgeschlafen ans Werk gehen wollte. Um 4:30 Uhr waren wir noch zu Dritt und das Casino machte bald die Pforten zu. Uns wurde angedroht, dass wir am nächsten Mittag weiter zu spielen hätten. Einen Finaltisch zu Dritt und gleichzeitig ein Heads Up Match um die Weltmeisterschaft spielen, wie soll das in der Praxis gehen?

Also willigte ich entgegen meiner normalen Prinzipien in einen Deal auf Basis des Chipcounts ein, was mir letztlich den zweiten Platz im Turnier sicherte.

Mein zweiter Heads Up Gegner war eine extrem harte Nuss. Ein junger Däne, der meist in den Highlimit Omaha Cashgames zu finden ist und ganz genau wusste, wie er Heads Up zu spielen hatte, saß vor mir. Die erste Stunde spielte ich ziemlich tight, warf oft die Hand auf seine permanenten Raises hin weg, hielt mich aber einigermaßen stabil. Nach etwa 90 Minuten nutzte ich mein Rock-Image für einen riesigen Bluff, der auch durchging und mich zum 2:1 Chipleader machte. Danach hatte ich den Dänen viermal all-in. Zweimal gewann er einen Coinflip, einmal sogar eine 28 Prozent Chance, als er mit A-8 offsuit all-in ging und ich mit A-10 callte. Aber beim vierten Mal hatte ich ihn. Er raiste mit K-3 all-in und ich callte mit K-J. Meine Hand hielt und jetzt bin ich immer hin unter den letzten 32.

 

Euer Michael

Mit 888 nach Las Vegas zur WSOP 2007

 Free Roll Tournament 

Ab sofort können alle Pokerbegeisterten auf 888.com kostenfrei um einen Platz am Poker-Tisch in Las Vegas während der World Series of Poker (WSOP) kämpfen. Auf den Sieger des online Poker Turniers wartet eine 1-wöchige Reise inklusive Teilnahme und Buy In an einem der zahlreichen Turniere im Rahmen der WSOP im Spieler Eldorado Las Vegas. 

Bis zum 16. Juni finden täglich zwei Vorrundenturniere statt. Die 10 Bestplatzierten jedes Turniers qualifizieren sich direkt für das online Finale am 17. Juni um 21.00 Uhr. Der Sieger darf auf Kosten von free-888.com in Begleitung von Pokerprofi Michael Keiner Juni/Anfang Juli 2007 (gültige Einreisebedingungen bitte vorher prüfen!) in die Stadt der 1000 Lichter reisen. 

Mitmachen darf jeder über 18 Jahre. Der Gewinn ist nicht übertragbar oder erstattungsfähig. 

Jetzt unter 888.com…. go Vegas 

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