Archive für Juli 2007

Von Anpassungsproblemen beim Online-Poker

Die 5 Tage in Kroatien direkt am Mittelmeer waren wirklich einsame Spitze, Erholung total. Die gemietete Villa war zwar etwas spartanisch ausgestattet, dafür lag der Wohnzimmerbalkon keine 20 Meter Luftlinie vom Wasser entfernt. Aber schon am zweiten Tag brach der kleine Workoholic in mir wieder durch. Als ich so auf das Meer blicke, kommt langsam der Gedanke in mir auf, dass ich doch eben mal ein paar Gedanken zum neuen Buchprojekt zu Papier bringen könnte. Mein Erstlingswerk „Living on the Edge“ ist ja seit dem 23. Juli im Handel erhältlich. Während sich dieses Buch hauptsächlich um meine Lebensgeschichte, Anekdoten aus 13 Jahren Herumreisen mit dem internationalen Turnierzirkus und allgemeine strategische Poker-Ratschläge dreht, wird das neue Werk ein Gemeinschaftsprojekt. Zusammen mit Katja Thater, Sebastian Ruthenberg, Thomas Bihl und Stefan Kalhamer wollen wir ein Pokerlehrbuch auf den Markt bringen, dass (hoffentlich) nicht nur von der Quantität her Brunsons Supersystem schlägt. Mein Part in dem Buch ist eine Abhandlung über die „Psychologie des Pokerspiels“. Aus der Absicht, ein paar Gedanken zu Papier zu bringen, sind dann letztlich 4 bis 5 Stunden pro Tag geworden. In die Versuchung auf ein paar Runden Onlinepoker bin ich gar nicht erst gekommen. Meine einzige Internetverbindung war die Handykarte und diese Verbindung war so langsam und instabil, dass es keinerlei Sinn gemacht hätte. 

Als ich am Samstag wieder heimische Gefilde erreichte, juckte es dann doch etwas in den Fingern und das erste Mal seit Anfang Mai spielte ich wieder Poker, ohne physische Karten in der Hand zu halten. Normalerweise spiele ich online hauptsächlich Potlimit Omaha, meistens vier Tische gleichzeitig. Ich wollte es zu Beginn etwas ruhiger angehen, suchte mir zwei Tische mit $ 1/2 Blinds und einen Tisch mit $ 2/4 aus. Während der ersten Stunde war ich völlig überfordert. Ich hatte spürbare Schwierigkeiten, mich wieder an das im Vergleich zum Livegame wahnsinnig hohe Tempo anzupassen und konnte schnell feststellen, dass ich einen Fehler begann, den ich beim Pokern absolut hasse: Ich reagierte, anstatt selbst zu agieren, ich spielte passiv. Zugegebenermaßen, die Tische waren mit 7, 5 und 3 Spielern eher shorthanded, aber das hatte mir vor 3 Monaten auch keine Probleme bereitet. Logische Konsequenz war, dass ich mich von einer Partie verabschiedete und nur noch an 2 Tischen spielte. Erst als ich dort das sichere Gefühl hatte, dass ich wieder alles unter Kontrolle hatte und halbwegs vernünftiges Poker spielte, machte ich erneut einen dritten Tisch auf. Nach vier Stunden beendete ich die Sitzung und fühlte mich, als ob ich 12 Stunden ununterbrochen in einer Livepartie gesessen hätte. Insgesamt kam zwar ein Gewinn von knapp 750 $ dabei heraus, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass ich online von meiner eigenen Leistungsfähigkeit her schon wesentlich bessere Tage erlebt habe. Aber im August läuft es ohnehin etwas ruhiger, so dass mir vermutlich genügend Zeit bleiben wird, um auch im Onlinepoker wieder den Anschluss zu finden. 

Euer Michael von free-888.com   

 

Velden am Wörthersee: Summer in the City!

Wie bereits angekündigt, hatte ich am vergangenen Montag nur schnell den Koffer gewechselt, mich ins Auto gesetzt und ab ging es nach Velden. Den Jetlag habe ich dank Melatonin (Nahrungsergänzungsmittel, kein Medikament!) sehr gut im Griff.
Velden empfing mich mit prächtigstem Sommerwetter, in Österreich wurde der heißeste Tag des Jahres gemessen. Dank der vier Wochen klimatischen Abhärtung in der Wüste war ich allerdings optimal angepasst und natürlich zog es mich am nächsten Tag auf den Golfplatz. Allerdings muss ich zugeben, dass es letztlich bei nur einer Runde Golf geblieben ist. Auch wenn es nur knapp 40° C sind, relaxen am See mit einem regelmäßigen Sprung zur Abkühlung in das klare Wasser war die reizvollere Alternative.
 

Turniertechnisch interessierten mich eigentlich nur 3 Events: Das 500 € Nolimit Hold’em am Mittwoch, natürlich das 1.500 € Limit 7-Card Stud und der 2.000 € Main Event im Nolimit Hold’em.
Im ersten Turnier überlebte ich ungefähr die Hälfte des Feldes, ohne jedoch in irgendeiner Art und Weise Chips zu machen. Schließlich kam ich etwas in „Gamblelaune“, provozierte einen Coinflip und verlor. Ab ging es ins Cashgame, Potlimit Omaha war angesagt und hier wurde ich dann auch für meinen schnellen Turnierausstieg entsprechend belohnt. Der Tagesgewinn entsprach ungefähr dem Preisgeld des 4. Platzes im Turnier.
Im Stud wollte ich es dann aber wissen und zugegebenermaßen war die Erwartungshaltung an meine Performance seitens des Starterfeldes ziemlich hoch. Aber man kann speziell in einem Limitturnier nur dann nach vorne kommen, wenn man hin und wieder einen Showdown gewinnt. Ich will Euch hier nicht mit irgendwelchen Bad Beat Stories langweilen, aber ich konnte wirklich keine einzige Hand gewinnen und so musste ich als einer der Ersten das Feld räumen. Wieder ging es ins Cashgame und wieder lief es extrem gut für mich. Potlimit Omaha wird mittlerweile von mehr und mehr „neuen“ Spielern entdeckt und die Action an den Tischen war zeitweise unbeschreiblich gut. Dabei setzte ich mich nicht in die höchste Partie mit Blinds von 20/40, weil mir hier das Teilnehmerfeld nicht sonderlich interessant erschien. Angetan war ich von der zweithöchsten Partie, die mit 10/20 Blinds immer noch mehr als genug Raum für große Pots ließ. Einmal kamen immerhin 27.000 € in die Mitte!!!
Der Main Event startete dann am Samstag mit ca. einstündiger Verspätung. 180 Teilnehmer hatten sich angemeldet und der Sieg in dem Turnier sollte mit 95.000 € belohnt werden. Gleich in der zweiten Hand raise ich in mittlerer Position mit :4s :4c das dreifache Big Blind, treffe gegen 2 Mitspieler ein Set und verliere am Ende gegen einen Flush, der sich einfach nicht vertreiben lassen wollte. Super Start!!! Nach nur zwei Händen und sechs Minuten Turnierdauer hatte ich schon die Hälfte meines Stacks verloren. Ich schaltete auf ultra-tight um, ließ mich runter blinden und nach 2 Stunden 40 Minuten gelang mir ein Double up mit Pocket Damen gegen :Js :9s. Eine weitere Aufdoppelung folgte kurze Zeit später und jetzt war ich endlich im Spiel. Während der nächsten 6 Stunden machte ich zwar jede Menge Action, hatte allerdings nur 2 Showdowns. Beim ersten Mal raiste ich mit :Ah :Jd aus MP2 den dreifachen Big Blind auf 3.600 und der BB cold callt mich. Der Flop kommt runter mit :8s :10c :Jh. Er checkt, ich spiele 10.000 an und er raist mit insgesamt 28.600 All-in. Ich besitze 60.000 an Chips und mit den typischen Magenschmerzen im Bauch calle ich ihn. Er zeigt :9h :Js. Aber für mich selbst überraschend hält meine 60 % Chance und ich gewinne den Pot.
Der zweite Showdown war bewusst provoziert, als ich am Turn die Nuts Straight machte und danach mit kleinem Anspiel noch ein paar Chips aus meinem Gegner saugen wollte. Tag 1 des Turniers beendete ich als massiver Chipleader mit 181.000 (Schnitt 60.000) bei noch 30 verbliebenen Spielern.
Tag 2 ging ähnlich erfolgreich weiter. Ich hatte so gut wie keine Showdowns und insbesondere kurz vor Beginn des Finaltisches konnte ich noch mal kräftig an Chips zulegen. Als wir schließlich zu Zehnt waren, standen 380.000 vor mir, was etwas mehr als 20 Prozent aller Turnierchips entsprach. Die short Stacks fackelten nicht lange und pushten sofort preflop all-in. Meine bisher so wirksame Taktik zeigte jetzt erste Schwächen. Man kann zwar mit :7x :4x prima raisen, nur ein all-in zu callen ist nicht unbedingt immer sinnvoll. Ich übte mich also im geduldigen Warten auf einigermaßen vernünftige Hände, die sich aber nur höchst selten einstellen wollten. Meine Rolle am Tisch wurde zusehends passiver. Einer nach dem anderen musste das Feld räumen und als wir noch zu Dritt waren, hatte ich kaum mehr Chips als zu Beginn des Finaltisches. Ein mir bis dato unbekannter Italiener entwickelte zwischenzeitlich einen mächtigen Lauf und hielt mit 900.000 mehr als doppelt so viele Chips wie ich. Der Online Sit’n Go Spezialist Stefan Oberholzer aka Oberon war ebenfalls noch dabei und  besaß rund 540.000. Plötzlich, wie aus heiterem Himmel, schlug der Italiener einen Deal für das Preisgeld vor, der fast auf eine Teilung hinauslief. Angesichts meines Chipcounts wollte ich mir das extrem lukrative Angebot nicht entgehen lassen und willigte genau wie Stefan ein. Um 2:30 Uhr morgens wurde das Turnier abgebrochen und die Plätze 1 bis 3 nach Chipcount vergeben.
Velden war also nicht nur von der Lebensqualität her erneut eine Reise wert! Mittlerweile bin ich schon weiter nach Kroatien ans Mittelmeer gedüst. Ich habe hier eine kleine Villa direkt am Meer gemietet und für die nächsten 5 Tage werde ich mit Sicherheit keine einzige Spielkarte anfassen.
 

Euer Michael von free-888.com

WSOP 2007 Teil 10 Abgesang und auf zu neuen Ufern!

Am Sonntag ist dann für mich Zapfenstreich in Las Vegas. Nach 6 ½ Wochen sehne ich mich offen gestanden zurück an heimische Gefilde, zumindest will ich aber wieder europäischen Boden unter den Füßen haben. Ein Grund liegt natürlich auch in der Perspektive, was mich ab Dienstag erwartet. Es geht nach Velden an den Wörthersee. Casino Austria veranstaltet dort eine kleine, aber feine Turnierserie und es ist eines der wenigen Festivals in Europa, wo ein größerer 7-Card Stud Event auf dem Programm steht. Die Lebensqualität am Wörthersee ist um diese Jahreszeit einfach traumhaft und bei den europäischen Temperaturen kann ich auch hin und wieder eine Runde Golf einlegen. Seit meinem Ausscheiden aus dem Main Event habe ich es vergleichsweise ruhig angehen lassen, täglich 6 bis 8 Stunden Potlimit Omaha Cashgame im Wynn mit zufrieden stellender Bilanz gespielt, Freunde getroffen und natürlich auch eine schöne Party im Haus des Hochgepokert Teams gefeiert. Daneben habe ich noch einen wunderbaren Deal abgeschlossen, der Animazing/Gamblerstore und die WSOP in Europa betrifft. Details darf ich heute noch nicht verraten. Morgen gibt es hierzu eine aktuelle Pressekonferenz im RIO. Benjamin Kang wird mit seinem Team ebenfalls vor Ort sein und Euch das Ganze auf www.hochgepokert.tv zeigen. 

Insgesamt kann ich hier eine positive Bilanz ziehen. Wie bei jedem Event dieser Größenordnung bringt die Gesamtdistanz etliche Hoch- und Tiefpunkte mit sich. An manchen Stellen hätte ich mir sicherlich ein besseres Ergebnis gewünscht, manche Fehler in meiner Strategie hätte ich gerne vermieden, aber der Gewinn des Bracelets war schon ein Lebenstraum. Ich gebe offen zu, dass ich ein ziemlich emotionaler Mensch bin. Was mich bei dieser WSOP am Positivsten berührt hat, war die Reaktion von Euch zu Hause. Ich habe eine wahre Flut an Glückwünschen, wunderbaren Kommentaren und Anfeuerungen erhalten. Es ist ein fantastisches Gefühl zu spüren, wie auf der anderen Seite des Globus Tausende von Menschen sitzen und einem die Daumen drücken. Dieses Gefühl ist genauso schön wie der Gewinn eines Bracelets und dafür danke ich Euch allen!!!  Euer Michael von free-888.com

WSOP 2007 Teil 9 Boulevard of Broken Dreams!

Das wars!!! Vor gut 45 Minuten hat die diesjährige WSOP für mich ein allzu überhastetes und unrühmliches Ende genommen. Ich fliege jedes Jahr aus Dutzenden von Turnieren heraus, was an sich völlig normal ist und in der Natur der Sache liegt. Aber nichts, wirklich gar nichts schmerzt so heftig wie das Ende im „Big One“. Während ich in meinem Zimmer im Wynns sitze und die frischen Wunden lecke, versuche ich zu rekapitulieren, was gerade eben passiert ist. Ich bin ein großer Fan der Matrix Trilogie und kann das Ganze eigentlich nur unter dem Oberbegriff „Reality Dysfunction“ zusammenfassen. Bilder aus Barcelona, die keine 6 Wochen alt sind, kommen spontan aus der Versenkung zurück und überfluten mein Gehirn. Wie oft hintereinander reicht es in den entscheidenden Schlüsselsituationen nicht aus, seine Chips als Favorit mit 92 Prozent Gewinnchance in die Mitte zu stellen? In Barcelona, während der 888 Heads Up Weltmeisterschaften hatte ich es im Achtelfinale getan und war gescheitert. Bei einem Flop von :9s :6c :2d hatte ich das All-in meines Gegners mit Pocket :As :Ad gecallt. Er drehte :7c :7s um. Turn :Jx, River, was sonst, :7x und ich war raus. Das sollte im Grunde genommen in der entscheidenden Situation für dieses Jahr reichen, aber ich hatte wohl die Rechnung ohne den Programmierer der Matrix gemacht.
Und dabei fing der heutige Main Event im RIO so gut an! Ich hatte mich dieses Jahr sehr gut vorbereitet, war völlig ausgeschlafen, hochkonzentriert und voller Energie vor nicht einmal 11 Stunden an den Start gegangen und spielte wirklich mein A-Game. Bis zur Dinnerpause konnte ich mein Stack ohne Risiken von 20.000 auf 35.000 Chips aufbauen und hatte den Tisch spätestens zu dem Zeitpunkt voll im Griff, als Jennifer Harman short-staked mit einem Flushdraw all-in ging und ausscheiden musste. Sie wurde schnell durch einen amerikanischen Onlinespieler ersetzt, der bereits gut 45.000 Chips besaß. Er spielte das typische loose-aggressive Spiel der Skandinavier, hing sich fast in jeden geraisten Pot rein und reraiste preflop deutlich häufiger, als selbst mit einer außergewöhnlich guten Serie an Monsterhänden erklärbar gewesen wäre. Nach einer Stunde war mir völlig klar, dass er seine Karten maßlos überspielte. Insgesamt sahen seine Aktionen zwar spektakulär aus, waren aber völlig uneffektiv. Er gewann 5 kleine Pots, nur um dann einen Großen zu verlieren und trat mehr oder weniger vom Chipcount her auf der Stelle. Meine Chance sah ich kommen, als ich in früher Position (UTG+1) :Qh :Qc fand. Ich raiste bei 400/200 Blinds und 50 Ante auf 1.300 und war nicht sonderlich überrascht, als er mich im Big Blind auf 3.600 reraiste. Ich hatte mittlerweile 37.000 an Chips und callte nur. Sollte im Flop ein :Ax oder ein :Kx erscheinen, war ich aufgrund meines komfortablen Polsters ohne Schwierigkeiten in der Lage, die Hand aufzugeben, falls er echte Stärke zeigen würde. Der Flop brachte :3c :6c :3s und er spielte 10.000, also ungefähr den 1,3 fachen Pot an. Ich war mir völlig sicher, dass ich an dieser Stelle die beste Hand hielt. Mit :Ax :Ax oder :Kx :Kx hätte er weniger gesetzt und mit einem gefloppten Set hätte er ein Slowplay probiert. Ich wollte an diesem Punkt keine weiteren Risiken eingehen und raiste mit 33.400 all-in. Die 23.400 mehr an Chips zu callen, sollte ihm eigentlich richtig wehtun, ihm wären nur noch 8.000 geblieben. Aber wie kann man jemand, der seine Hände beständig überspielt, davon überzeugen, dass er geschlagen ist? Grundsätzlich gar nicht und daher werden diese Leute auch meistens schnelle Opfer der Entropie.
Nach 5 Minuten intensiven Überlegens callt er schließlich mein All-in und dreht :Tc :Td um. Zugegebenermaßen wird er etwas bleich im Gesicht, als er mein Damenpaar sieht. Wie die Story ausgeht, könnt ihr vermutlich ahnen… Turn :9s, River :Ts. Er lässt noch einen Kampfschrei raus, als er die geriverte 10 erblickt, die Dealerin muckt mit Lichtgeschwindigkeit meine Damen und ich schleiche mich wie ein begossener Pudel aus dem Amazon Raum. Ach ja, um meine anfangs gestellte Frage zu beantworten: Die Chance, dass man zweimal hintereinander mit dieser Konstellation verliert, beträgt exakt 0,64 Prozent.
Eigentlich zieht es mich jetzt massiv nach unten ins Casino, um $ 25/50 Potlimit Omaha Cashgame zu spielen. Aber ich werde es nicht tun! Ich weiß genau, dass ich in meiner jetzigen Verfassung erbärmlich schlechtes Poker spielen würde, so sauer, wie ich bin.
   
Euer Michael von free-888.com

WSOP 2007 Teil 8 Rentnerpartien und chinesische Calling-Stations!

Etwas verspätet melde ich mich kurz vor Beginn des Main Events wieder von der WSOP aus Las Vegas. Die letzten Tage war ich mit der Moderation eines TV-Magazins rundum beschäftigt, das in ein paar Wochen auf verschiedenen deutschen Kanälen wie „D-Max“ und „Das Vierte“ zu sehen sein wird. Es handelt sich um die Kombination aus einem Livestyle sowie Pokermagazin und dreht sich um Vegas und die WSOP. Wir haben jede Menge Topstars aus aller Welt interviewt, das 888 National Team bei seinem Weg durch ein Event begleitet und natürlich auch die verschiedensten Nightclubs und Pubs wie „Pure“, „Tao“ oder „Coyote Ugly“ ausgiebig getestet. Die Zeit war zwar etwas stressig, hat aber auch jede Menge Spaß gebracht. Beim Pokern habe ich mich intensiv dem Cashgame gewidmet. Hauptsächlich angetan bin ich nach wie vor von der $ 50/100 Limit 7-Card Stud Hi/Lo Partie im RIO. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt ungefähr bei 70 Jahren und die Runde ist unglaublich soft. Das Spiel selbst ist streckenweise ziemlich langweilig und man muss sich ständig voll konzentrieren, weil man sich alle „Face up“ Karten merken muss, aber auf Dauer sind so etwa 2 ½ Big Blinds pro Stunde drin. Mittlerweile hat sich auch eine regelmäßige Potlimit Omaha Partie mit $ 10/20 Blinds, manchmal auch $ 25/50 Blinds im Wynns etabliert. Die Runde ist ebenfalls hochinteressant, produziert aber gewaltige Swings, wie das bei PLO so üblich ist. Insgesamt kann ich mich aber wirklich nicht beklagen. 

Außerdem wollte ich Euch auch noch von meiner Performance beim $ 10.000 Potlimit Omaha Turnier berichten. Um das Ganze in einem Wort zusammen zu fassen: Es war ein einziges Desaster! An meinem Tisch fand ich zu meiner Linken den beständig raisenden Gus Hansen und rechts von mir saß Patrick Antonius, der es auch unbedingt wissen wollte. Dies wäre noch ohne Probleme zu verkraften gewesen, aber mir gegenüber befand sich ein Chinese, der fest davon überzeugt war, dass Omaha wohl Texas Hold’em mit vier statt zwei Karten sein müsse. Mit ihm kam es dann auch zur unvermeidlichen Konfrontation, die meinen Chipstack drastisch reduzierte. Ich raiste Pot preflop mit Qs-Qd-10d-9s und der Asiate callte mich im Big Blind. Wir beide hatten mit 20.000 Chips ungefähr noch den Anfangsstand. Im Flop kam Jh-Js-10s, ich hatte also ein Overpaar und den offenen Straight Flush Draw. Nach seinem Check wette ich wieder Pot und er bezahlt. Der Turn ist eine 8h, jetzt habe ich die Straight und mache erneut eine potsized Bet, die er mit einigem Zögern bezahlt. Am River kommt die 3c. Jetzt spielt er plötzlich 3.000 in den Pot von 12.000. Ich zahle mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch und traue kaum meinen Augen, als er seine Karten umdreht. Er hat mit Ah-5h-3d-3h all meine vorhergehenden Wetten bezahlt und am River seinen Zweiouter getroffen. Er hatte weder einen Flushdraw, noch sonst irgendetwas mit dem Board zu tun, glaubte aber vermutlich, dass sein Paar Dreier gut sein müsste. In dieser Hand hatte ich nun die Hälfte meiner Chips verloren und musste geduldig warten, bis ich mit einer seriösen Hand zurück ins Spiel kommen könnte. Aber die wollte sich einfach nicht einstellen. Ich schaute mir einige Flops an, in denen ich vergeblich nach irgendeiner Art von Kontakt Ausschau hielt. Schließlich stellte ich zusammen mit Gus Hansen, Patrick Antomius und wieder dem Chinesen all meine Chips mit einem Straßendraw und dem König hoch Flushdraw in einen Multiway-Pot. Das Board pairte sich aber und Patrick Antonius zeigte ein Full House. Hansen und ich waren draußen und der Chinese hatte seine Chips halbiert.  Morgen am Samstag werde ich schließlich meinen Start im Main Event haben. Ich hoffe inständig, dass ich Euch dann etwas erfreulichere News übermitteln kann. 

Euer Michael von free-888.com  

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