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- 12.5.2009: CAPT Innsbruck: 7. Platz im Main Event
- 13.4.2009: Von notwendigen Strategieanpassungen
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Archive für September 2007
Endlich wieder in Wien!
29.9.2007 von Michael Keiner.
Auf der Pokertour gibt es 2 Orte, an den ich durchaus ständig leben könnte; einer davon ist Barcelona und der andere Wien!!! Knapp 2 ½ Wochen werde ich jetzt hier verbringen, in einem Hotel, das einen Topstandard zum echten Mittelklassepreis bietet, fantastischer Wellnessbereich, kostenloses Highspeed-Internet, selbst Premiere TV ist inklusive. Zum Concord Card Casino sind es nur 5 Autominuten und hier erwarten mich die besten Dealer der Welt, eine Turnierorganisation, an der sich die Harrahs Gruppe ruhig mal ein Beispiel nehmen könnte. Pokern vom Feinsten ist angesagt! Seit 10 Jahren komme ich hierher und bin regelmäßiger Gast bei den internationalen Turnierwochen des CCC. Es ist nicht nur die perfekte Organisation, die mich beeindruckt; im Lauf der Jahre habe ich hier einige gute Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen und fühle mich quasi wie zuhause. Sollte das Wetter mitspielen, lege ich noch ein paar Runden Golf auf Plätzen ein, die zu den landschaftlich Schönsten in Europa zählen. 10 Turniere bietet das Concord bis zum 6. Oktober an, 8 davon werde ich höchstwahrscheinlich auch mitspielen. Die Strukturen sind dem Buy-in angepasst recht spielerfreundlich ausgelegt und speziell bei dem Main Event Nolimit Hold’em mit einem Buy-in von 2.000 Euro sollte auch ein ganz anständiger Preispool zusammen kommen.
Alle Turniere kann ich nicht mitspielen, da ich noch eine weitere Pflicht übernommen habe. Vor 2 Wochen sollte eigentlich ein Riesenturnier für über 2.000 Pokerfreunde aus dem deutschsprachigen Raum in Asch/Tschechien stattfinden. Aber der Veranstalter Pokertour24 hat das Ganze nicht auf die Reihe bekommen. Das Turnier wurde 24 Stunden vor Beginn abgesagt und somit saßen über 2.000 Pokerfans enttäuscht auf Ihren Tickets und wurden regelrecht betrogen. Mein Sponsor 888 hat sich spontan bereit erklärt, für die Geschädigten ein Pokerfestival im Januar zu veranstalten und mich gebeten, die Turnierleitung zu übernehmen. Logischerweise konnte ich da auf keinen Fall „nein“ sagen. Um ein Turnier dieser Größenordnung vernünftig zu organisieren, gibt es meines Wissens nach hier in Europa nur einen Ort, wo die Infrastruktur stimmt und ein ordnungsgemäßer Ablauf gewährleistet wird. Mit dem Ort meine ich den Großraum Wien. In einer einzigartigen Zusammenarbeit werden das Casino Pokerroyale in Wiener Neustadt und das Concord Card Casino den Opfern von Asch vom 18. bis 20. Januar 2008 ein Festival bieten, das diesmal hoffentlich nur zufriedene Gesichter übrig lässt. Die gute Planung und Organisation eines solchen Megaevents bedeutet natürlich eine Menge Arbeit im Vorfeld und ein Teil meiner Zeit hier in Wien wird deshalb mit Planungsaufgaben und Meetings drauf gehen.
Am 7. Oktober werde ich den Arbeitsplatz nach Baden, 30 km südlich von Wien, verlagern. Casinos Austria veranstaltet hier erneut ein Pokerturnier der Superlative, the Big Double genannt. Die Turnierwoche startet mit dem österreichischen Stelldichein der European Poker Tour und wird gefolgt von der 7-Card Stud Europameisterschaft. Zwei wichtige Veränderungen wurden angekündigt. Erstens wird das 7-Card Stud Turnier diesmal als deep stack im Freezeout Modus ausgetragen und ersetzt die sinnlosen Qualifier Crapshots der Vorjahre durch eine vernünftige Turnierstruktur. Zweitens hatte der Veranstalter ein Einsehen und endlich die überaus lästigen All-you-can-eat-and-drink Pakete abgeschafft. In den Vorjahren musste jeder Teilnehmer und natürlich auch eine eventuelle Begleitung dieses Ticket erwerben und finanzierte so quasi aus dem „Solidartopf“ einigen Schnapsdrosseln ein sieben Tage währendes Besäufnis, wäre die große Mehrheit der Anwesenden völlig überteuerte Essens- und Getränkepreise in Kauf nehmen musste. Aber Casinos Austria hat mit ihrem übergeordneten Pokermanager Edgar Stuchly seit diesem Jahr eine wirklich kompetente Führungskraft, der vieles auch aus dem Blickwinkel der Pokerspieler sieht und die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen kann. Erste Resultate seiner Arbeit kann man schon an diesen wichtigen Änderungen erkennen.
Die nächsten 16 Tage versprechen also ziemlich viel Spannung, hoffentlich auch den einen oder anderen Erfolg. Ich werde Euch also in gewohnter Weise an dieser Stelle auf dem Laufenden halten. Euer Michael von free-888.com
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Das Desaster von Asch – Wege aus dem Chaos
26.9.2007 von Michael Keiner.
Die kurzfristige Absage der Akropolis Poker Challenge in Asch war eine bittere Niederlage für die insgesamt so positive Entwicklung des Pokerspiels in Deutschland. Ob sich hier ein Veranstalter in grenzenloser Selbstüberschätzung mit der Durchführung eines solchen Events einfach nur übernommen hat oder ein Opfer seiner eigenen Profitgier wurde, kann ich nicht beurteilen. Ich hatte die Organisatoren von Pokertour24 nur einmal Monate vor dem Event in der allerersten Planungsphase kennen gelernt und für mich persönlich entschieden, nicht mit den Leuten zusammenarbeiten zu wollen. Zugegeben, es gab zu diesem Zeitpunkt keine Sachargumente, die gegen das Projekt sprachen. Es war mehr jenes spezielle Gefühl, das mir vom Pokern her nur zu vertraut ist; ich halte ein Overpaar und kann förmlich riechen, dass mein Gegner ein Set am Flop getroffen hat. Dann kann man nur versuchen, den Pot klein zu halten. Deshalb und nur deshalb, hatte ich die Mitarbeit abgelehnt und auch nicht gestattet, meinen Namen oder mein Bild in Zusammenhang mit der Veranstaltung zu bringen.
Aber 888 ist eine Firma, die sich, im Gegensatz zu mir, nicht von Gefühlen leiten lassen kann und darf. Das Konzept erschien schlüssig, schriftliche Genehmigungen der zuständigen Behörden wurden vorgelegt und die einzelnen Aufgabenbereiche durch die jeweils Beteiligten, wie beispielsweise das Casino, bestätigt. Also stieg 888 als Titelsponsor mit ein. Titelsponsor zu sein, bedeutet in erster Linie, finanzielle Verpflichtungen zu übernehmen, wobei de facto so gut wie keine Einflussmöglichkeiten auf das Organisationsmanagement bestehen, mal abgesehen von der Platzierung einiger Werbeträger. Das ist übrigens nicht nur beim Pokern so, sondern auch bei allen anderen Sportveranstaltungen. Wenn die Veranstaltung ein Erfolg wird, hat der Sponsor einen Imagegewinn, wenn das Ganze in die Hose geht, einen Imageschaden.
Asch ist nicht nur „in die Hose“ gegangen, die Annullierung des Events ist ein Desaster für 2000 Pokerspieler und deren Begleitungen. Die Menschen wurden nicht nur um den finanziellen Teil geprellt. Ihnen wurde gleichzeitig ein spannendes, tolles Wochenende mit Action und Fun vermiest, ein Stück Lebensqualität geraubt. Aber auch 888 ist ein Stück weit Opfer. Die Firma hat Geld investiert, das auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist und der Imageschaden ist gewaltig. Um Schadensbegrenzung zu betreiben, will 888 deshalb allen Teilnahmeberechtigten (und nur ihnen!) von Asch ein Liveturnier als Freeroll anbieten. Dieses Angebot soll auf keinen Fall die Organisatoren von Asch in irgendeiner Weise aus ihrer Verantwortung den geschädigten Pokerspielern gegenüber entheben. Die Turnierstruktur wird ähnlich sein, aber im Gegensatz zu Asch werden sämtliche Rebuys und Add-ons in den Preispool fließen, es gibt nach oben keine Begrenzung.
Als mich 888 vor ein paar Tagen bat die Turnierleitung zu übernehmen, habe ich gerne zugesagt. Warum ziehe ich mir diesen Schuh an, werden sich einige fragen. Nun, erstens bin ich Pokerspieler und sehe das Ganze aus dem Blickwinkel der Geschädigten. Zweitens habe ich keinerlei kommerzielle oder finanzielle Verstrickungen in diesem Projekt und kann deshalb die Interessen der Spieler effektiv vertreten. Drittens habe ich 888 in den vergangenen 12 Monaten stets als seriösen, fairen und zuverlässigen Partner erlebt. Warum also sollte ich nicht meine Erfahrungen, Kontakte und Möglichkeiten in den Dienst dieser Alternativveranstaltung stellen?Bereits am Wochenende habe ich einige Meetings im Großraum Wien, in denen die Details der geplanten Veranstaltung ausgearbeitet werden. Zu Beginn der nächsten Woche sollen dann die genauen Daten und Konditionen in einer gesonderten Pressemitteilung veröffentlicht werden. Euer Michael von free-888.com
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WSOP Europe – Ein paar Nachgedanken
12.9.2007 von Michael Keiner.
In meinem Terminkalender stand heute normalerweise Tag 2 des Main Events als Tagesaufgabe. Stattdessen habe ich aber das beengte Hotelzimmer in London schon wieder geräumt und bin zuhause im Taunus. Den Rückflug umzubuchen war eher eine organisatorische Formalität nach meinem Ausscheiden am Abend von Tag 1, zumal die Cashgames am Rande der Veranstaltung eher unregelmäßig zustande kamen und vom Value her nicht unbedingt das Prädikat „lukrativer Fishpool“ verdienten.Normalerweise ist die Struktur des Hauptturniers genau so angelegt, wie ich es liebe. Ein deep staked Turnier mit 20.000 Startchips, der erste Blindlevel startet mit 50/100 und die einzelnen Levels dauern ganze zwei Stunden. Ein echter Marathon also und ich bin ein Langstreckenläufer, nicht ein Sprinter. Ziel bei einem derartigen Turnier ist es nicht unbedingt, am Ende des ersten Tages unter den Chipleadern zu sein, sondern irgendwie zu überleben. Wenn man nach der letzten Hand noch genauso viele Chips hat wie zu Beginn, ist das auch kein Beinbruch. Stacks werden erst viel später aufgebaut. Das Turnier wurde zeitgleich in drei verschiedenen Londoner Casinos gestartet und ich musste im „Fifthy“, ein altehrwürdiges Casino direkt neben dem Nobelhotel Ritz gelegen, antreten. An meinem Tisch nahm unter anderem mir gegenüber Eric Seidel Platz, zwei Plätze rechts von mir der Finne Thomas Wahlroos und direkt links neben mir Niki „Kai Buxxe“ Jedlicka, mit dem ich auch in Barcelona den ersten Tag zusammen an einem Tisch verbrachte. Drei Onlinequalifikanten waren auch in unserer Erstbesetzung zu finden, wobei zwei davon einen recht tighten Eindruck machten. Das „Problem“ war ein junger Finne, der offensichtlich über so gut wie keine Liveerfahrung verfügte, dafür aber den festen Vorsatz hatte, so gut wie alle Moves, über die er mal in irgendwelchen Lehrbüchern oder Foren gelesen hatte, möglichst zügig vorzuführen. Schon nach zehn Minuten kommen wir uns ins Gehege. Ich raise in mittlerer Position mit :Ad :Kd auf 350. Er will offensichtlich callen, vergreift sich aber bei der Nomination der Chips und wirft stattdessen drei Tausender in die Mitte. Reraise auf 3.050! Eric Seidel fängt zu Lachen an und fragt ihn, ob er das wirklich ernst meint. Daraufhin versteift sich der gesamte Oberkörper des Finnen, sein Gesicht läuft hochrot an, aber er gibt keinen Ton von sich. Alle folden zu mir und ich habe die erste echte Entscheidung. Ich weiß, dass er sich vertan hat, aber wie würde er reagieren, wenn ich ihm entsprechend antworte? Ein Call kam für mich auf keinen Fall in Frage, da er Position auf mich hat. Ich könnte entweder pushen oder folden. Da er mir emotional ziemlich angekratzt erscheint, besteht für mich die hohe Wahrscheinlichkeit, dass er auf ein Reraise hin alleine aus Trotz seine Hand nicht aufgeben würde. In dieser Turnierphase will ich aber keinen Coinflip und auch keine 60:40 Chance für mein gesamtes Stack eingehen. Also entschließe ich mich, ihm die 300 Chips zu schenken und gebe die Hand auf. Eine Stunde später hätte ich vermutlich anders entschieden. In einigen Showdowns wurden uns bis dahin die Fetzen präsentiert, mit denen er Eröffnungsraises gecallt hatte.In den folgenden 2 Stunden kann ich einige Blinds einsammeln und einige Pots am Flop oder Turn für mich entscheiden und besitze am Ende des ersten Levels ca. 24.000 an Chips. Die Pause ist bereits eingeläutet und Thomas Wahlroos raist die letzte Hand, als einige Tischkollegen bereits aufgestanden sind. Ich finde am Button :Ac :Jc und entschließe mich, für seine geforderten 300 wenigstens den Flop anzusehen. Es kommt :Kh :6c :4c. Thomas macht seine obligatorische continuation bet von 600 und ich raise gleich auf 1.700 mit meinem Flushdraw. Thomas zahlt nach, zeigt dabei aber relativ viel Unsicherheit. Da er mit allen möglichen Kartenkombinationen raist, halte ich den König in seiner Hand für unwahrscheinlich und will gleichzeitig von meinem tighten Image profitierten. Also spiele ich auf den blanken Turn hin nach seinem Check nochmals 2.500 an. Thomas callt nach einer Minute. Am River kommt die :5h und Thomas checkt wieder ziemlich unsicher. Im Pot sind mittlerweile 9.150 und ich will ihn nicht einfach so aufgeben. Ich bin mir sicher, dass er foldet, zumal er nur noch 7.000 an Chips hat. Also spiele ich 6.000 an. Thomas callt nach drei Minuten und dreht :Kd :Qh um. Mit meinem Move habe ich genau 10.000 Chips versemmelt. Wie war das doch gleich mit dem tighten Vorsatz?Nach der Pause halte ich mich dann wirklich zurück und überstehe die nächsten 2 Stunden ohne irgendwelche Veränderungen in meinem Chipcount. Eine Stunde sind etwa im dritten Level bei 100/200 Blinds und 25 Ante gespielt, als alle zu mir im Small Blind folden. Ich finde :Kc :Ks und mache ein Raise auf 600 zu Niki, der im Big Blind sitzt. Eigentlich will ich ein Call. Niki tut mir den Gefallen und bei einem Flop von :4c :6d :Th spiele ich eine Conti-Bet von 1.100. Niki zahlt und ich bin zufrieden. Der Turn bringt die :Qd, ich setze jetzt 2.500. Niki zahlt erneut und das gefällt mir nicht mehr ganz so gut. Am River paart sich die 6, ich checke. Niki spielt 4.400 an und zeitgleich mit meinem obligatorischen Call drehe ich meine Könige um. Oh, da habe ich ja einen schönen Suckout produziert, meint Niki und zeigt mir :6s :8s. Etwas demoralisiert blicke ich auf meine verbliebenen 6.900 an Chips und bin nicht mehr ganz so optimistisch, was das Erreichen des zweiten Tages betrifft.Nur 10 Hände später ist dann wirklich Schicht im Schacht für mich. Aber das Spiel selbst war genauso kompliziert wie spektakulär und deshalb beschreibe ich es auch ausführlich. Eric Seidel limpt UTG+1 ein. Das löst eine Flut von Folgecalls aus und jeder zahlt bis zu mir am Button die 200 nach. Ich finde :As :Jd und will eigentlich ordentlich raisen. Aber dann besinne ich mich auf meinen finnischen Freund im Big Blind, der diesen Job mit Sicherheit für mich erledigen wird, schließlich hatte er es ja so gelernt. Also calle ich ebenfalls nur und tatsächlich macht er mir die Freude und raist auf 1.300. Jetzt kann ich in Ruhe sehen, wie stark die anderen tatsächlich sind, ohne selbst viele Chips zu investieren. Auch meine Mitspieler haben den Finnen mittlerweile durchschaut und so callen Eric und ein weiterer Engländer gelassen das Raise. Ich könnte jetzt am Button natürlich ein wunderbares Squeeze Play versuchen, aber dafür reichen erstens meine Chips nicht mehr aus und zweitens wird der Finne garantiert nicht folden, so dass die anderen zwei vernünftige Pot-odds bekommen, um ebenfalls nachzuzahlen. Dafür ist aber die innere Stärke von AJ offsuit einfach nicht gut genug. Also zahle ich auch nur die 1.100 nach. Sollte ich den Flop komplett verpassen, hätte ich mit meinen verbliebenen Chips meine ohnehin kleinen Chancen auf den Turnierverbleib nur unwesentlich geschmälert, mir aber noch einen wichtigen Notausgang offen gelassen. Der Flop bringt :6s :3s :2s und als alle zu mir checken, gibt es nur einen Move: Mit dem Flushdraw und zwei Overcards gehe ich all-in. Der Finne muckt seine Hand und Eric callt die 5.500 nach einigem Überlegen, während der Engländer ebenfalls muckt. Im Pot sind jetzt 16.900. Sollte ich die Hand gewinnen, wäre ich wieder voll im Spiel. Meine Chancen sinken exakt auf 0 Prozent, als Eric seine Karten umdreht: Mit :4s :5s hat er einen Straight Flush geflopt. Ich sage noch zum Dealer: „Komm, drehe noch ein Pik um, damit ich mich richtig schlecht fühlen kann.“ Er tut mir den Gefallen und die :8s am River macht mir zwar den As hoch Flush, ändert aber nichts daran, dass ich schon auf dem Flop drawing dead war.Keine 45 Minuten später hatte ich schon meinen Rückflug auf den nächsten Morgen vorverlegt. Als ich im Empire Casino meine restlichen britischen Pfund in Euro zurück tauschen will, kommt mir Niki entgegen. „Wie, bist Du auch raus?“, frage ich ihn. „Ja, der Finne…“, antwortet Niki, „was der für ein Kartenglück hat!“
Euer Michael von free-888.com
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WSOP Europe – Die Haie sind in der Stadt
7.9.2007 von Michael Keiner.
Wie ich Euch bereits in meinem letzten Artikel aus Barcelona angekündigt habe, sitze ich mittlerweile in London, um dabei zu sein, wenn in good old Europe Geschichte geschrieben wird und die ersten Bracelets jenseits amerikanischen Bodens ihre stolzen Besitzer finden werden. Ich gebe offen zu, dass ich die britische Hauptstadt nicht sonderlich mag. Die Innenstadt ist heillos überlaufen und ähnelt einer ständigen Massendemonstration. Seit die mit Abstand strengsten Antirauchergesetze in Europa in Kraft traten, hat sich das Bild noch etwas verschlimmert. Während die Pubs innen über gähnende Leere klagen, sammeln sich vor der Eingangstür wahre Horden von Menschen an, die mit einer Bier in der einen und einer Zigarette in der anderen Hand auf der Straße etwas Entspannung suchen oder einfach nur Party machen wollen. Ob sich die Briten mit der Radikalität ihrer Gesetzgebung nicht selbst einen gewaltigen Bärendienst erwiesen haben, wird sich spätestens im Winter zeigen, wenn die Kneipen zwar weiterhin leer und mit sauberer Luft ausgestattet sind, dafür aber die halbe Bevölkerung mit grippeähnlichen Symptomen danieder liegt. In Spanien hatte man es ja bereits vor einem Jahr ähnlich radikal versucht und hier kippen die strengen Vorschriften bereits wieder. In immer mehr Kneipen und Restaurants findet man das Schild „Espace Fumar“, das darauf hinweist, auch für Raucher abgetrennte Bereiche zur Verfügung zu stellen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich finde es vollkommen richtig, Nichtraucher vor unfreiwilliger Qualmbelästigung zu schützen, auch durch Gesetzeskraft! Auf der anderen Seite gibt es hier sicher auch vernünftige Mittelwege, diesen Schutz effektiv umzusetzen, ohne die Raucher de facto zu kriminalisieren. Und sei es drum: Wenn ein Staat schon solch radikale Vorschriften erlässt, dann soll er wenigstens so konsequent sein und komplett den Besitz, Handel und das Konsumieren von Tabakwaren verbieten. Aber auf die Milliardeneinnahmen aus der Tabaksteuer wollen die Herren Politiker am Ende dann doch nicht verzichten.Bevor ich mich hier in weiteren politisch philosophischen Thematiken verliere, komme ich lieber zurück zum Zweck meiner Londonreise; ich bin hier zum Pokern und zwar gegen die besten lebenden Spieler dieser Welt. Jedenfalls hatte man diesen Eindruck, wenn man sich die Starterliste des Eröffnungsevents, des H.O.R.S.E Turniers anschaut. Mit 105 Teilnehmern war das Feld zwar zahlenmäßig recht klein, dafür waren aber wahrscheinlich niemals mehr Bracelets pro Quadratmeter Gebäudefläche an einem Ort versammelt. Wo war eigentlich das „Dead Money“ in diesem Turnier? Ich ging die Starterliste durch und konnte einfach keinen Namen entdecken, der dieses Turnier nicht auch unter realistischen Bedingungen gewinnen könnte. An meinem Tisch fand ich dann Leute wie Eric Seidel oder Patrick Antonius wieder, Niki Jedlicka saß am Nachbartisch zusammen in froher Runde mit Doyle Brunson und Chris Fergusson. Doch, einen „dead Money“ Spot fand ich schließlich noch: Es war Barry Greenstein, der an meinem Tisch hätte sitzen sollen. Aber offensichtlich hatte er seinen Flieger verpasst oder erhebliche Verspätung. Jedenfalls wurde er langsam aber sicher totgeblindet und schied kurz nach der Dinnerpause aus, ohne eine einzige Hand gespielt zu haben. Damit überlebte er allerdings einige große andere Namen wie beispielsweise Phil Helmuth oder Patrick Antonius um Stunden. Ich selbst hatte bis zur Dinnerpause aus meinem Startstack von 10.000 Chips 28.200 gemacht und war ziemlich gut gelaunt. Doch als wir uns 2 Stunden später wieder versammelten, war der gute Lauf wie abgeschnitten. Zunächst versuchte ich, mit meinem Chipstapel Druck aufzubauen, doch im Gegensatz zu einem „normalen“ Turnier hatte ich bei dem Kaliber meiner Mitspieler keine Chance mit dieser Taktik. Leute, die selbst gewohnheitsmäßig diese Strategie einsetzen, kennen die Tricks und sind deshalb auch ziemlich immun dagegen. Nachdem ich so etwa 3.000 Chips verblasen hatte, schaltete ich wieder um auf eine mehr technisch orientierte Spielweise mit relativ tightem Ansatz. Zum Verhängnis wurden mir schließlich 3 Hände, mit denen ich jedes Mal Pots in der Größenordnung von über 10.000 verlor. Zweimal konnte der Russe Alex Kravchenko, der sich schon bei der diesjährigen WSOP in Las Vegas bei den Limitturnieren in außergewöhnlich guter Form präsentierte, sich beim Omaha Hi/Lo gegen mein geflopptes Set mit einem geriverten Flush durchsetzen. Den dritten großen Pot verlor ich gegen Eric Seidel, als ich beim Limit Holdem mit :Qs :Ts aus mittlerer Position raiste und er im Big Blind nachbezahlte. Bei einem Flop von :Ks :Td :9s raisen wir uns gegenseitig bis zum Cap, am Turn macht mir die :6s den second nuts Flush, doch am River kommt noch ein viertes Spade ins Board und Eric gewinnt den Pot mit :As :9h. In diesen 3 Händen hatten weder meine Gegner noch ich selbst irgendeinen sichtbaren Fehler gemacht. Zu guter Letzt scheide ich als 56. etwa 19 Minuten vor Ende des ersten Tages aus, als ich beim 7-Card Stud mit einem Paar Könige meine verbliebenen Chips in die Mitte stelle und am Ende gegen eine Straße ausscheide. Am Samstag geht es dann weiter mit dem Potlimit Omaha und natürlich steht auch für Montag noch das Nolimit Holdem Main Event auf meinem Terminplan. Das Buy-in ist für europäische Verhältnisse mit rund 16.000 € exorbitant hoch und ich bin gespannt, ob tatsächlich (wie von dem Veranstalter erhofft) mehr als 450 Teilnehmer aufkreuzen werden. Euer Michael von free-888.com
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