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- 14.6.2010: Der Vegas Blog vom Doc ist wieder da
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- 9.7.2009: Der Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 7
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- 20.6.2009: Racing-Battle mit Henning Pohl – Mein Videoblog von der WSOP Teil 4
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Archive für März 2008
Spring Poker Festival – Der Main Event
12.3.2008 von Michael Keiner.
Seit 12 Jahren spiele ich jetzt Nolimit Holdem Turniere. In all diesen Jahren habe ich es nicht ein einziges Mal geschafft, Pocket Könige preflop zu entsorgen. Aber für Alles gibt es irgendwann ein erstes Mal.
Der Main Event „European Challenge II“ startete mit etwa halbstündiger Verspätung und ich wurde gleich zu Beginn an den TV-Tisch gesetzt. Rechts von mir nahm Rino Mattis Platz und ihn kenne ich ungefähr genauso lange, wie ich in Europa Poker spiele. Während der erste Level nur mehr oder weniger belangloses Vorgeplänkel war und jeder versuchte, sich an die Mitspieler zu „gewöhnen“, passierte am gesamten Tisch nicht allzu viel Dramatisches. Mit Beginn des 2. Levels raiste Rino im Small Blind auf 300, um die 3 Limper zu verscheuchen, die sich für 100 Chips den Flop anschauen wollten und ich wachte im Big Blind mit ein paar Königen auf. Damit die Limper auch wirklich folden, reraiste ich auf 900. Alle muckten ihre Hände brav bis zu Rino, der nach einer angemessen bedächtigen Zeit des Nachdenkens auf 2.950 rereraiste. Mir erschien der Pot für den Level schon groß genug, ich wollte mich auf keine unnötigen Flopabenteuer einlassen und endgültig abklären, wo ich mit meinen Königen wirklich stand. Also legte ich nochmals einen drauf und erhöhte meinerseits auf 10.000 Chips. Damit gab ich Rino das eindeutige Signal, dass ich mich selbst committe, während ihm immer noch die Foldoption offen stand. Aber er zögerte nicht eine Sekunde und ging All-in. In dem Moment wurde mir absolut klar, dass ich gegen Pocket Asse antrat. Natürlich wäre dies jetzt rein mathematisch ein Call gewesen, da ich mit 5.000 weiteren Chips für 30.000 1 : 6 bekomme, aber nur rund 1: 5 brauche. Im Cashgame wäre dies also ein klarer Call. Aber im Turnier stellt sich die Situation etwas anders dar. Mit einem Fold bin ich zwar mit 5.000 shortstacked, aber angesichts der Blinds von 50/100 immer noch in einer komfortablen Situation und kann jederzeit zurück ins Spiel kommen. Calle ich das All-in von Rino, bin ich mit einer Wahrscheinlichkeit von 81 Prozent ausgeschieden. Überleben ist Alles, zumindest bis zur Endphase eines Turniers, also warf ich meine Könige offen in den Muck. Später erfuhr ich dann von der Regie, dass Rino tatsächlich die Asse hielt und dieser Fold wohl ein bisschen Fernsehgeschichte machen wird.
Ein paar Hände später sehe ich wieder eine gute Gelegenheit, meinem ramponierten Stack etwas Heilung anzutun. Ich openraise UTG mit :Ac :Qs auf 300 und bekomme einen Call in MP2, alle anderen folden. Im Flop kommt :Ac :Jc :3s und ich entschließe mich zu einem Slowplay, checke und als mein Gegner 500 anspielt, bezahle ich nur. Der Turn bringt die :5s, mein Gegner spielt nach meinem Check 1.500 und jetzt raise ich mein verbliebenes Stack von rund 4.000 All-in. Er callt sofort und zeigt mir :Ah :Kd. Da hatte ich mich wohl selbst getrappt!!! Die :8c am River besiegelt mein Schicksal und eine halbe Stunde später finde ich mich in einer attraktiven 10/20 Potlimit Omaha Cashgame Partie wieder, die mittlerweile ohnehin hier in Wien mein zweites Zuhause geworden ist. Glücklicherweise läuft es dort wenigstens insgesamt sehr zufrieden stellend.
Euer Michael von free-888.com
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Spring Poker Festival in Wien
8.3.2008 von Michael Keiner.
Ein paar Freunde gaben mir kürzlich den Rat, meinen Hauptwohnsitz am Besten gleich nach Österreich zu verlegen, da ich mich ohnehin mehr als die Hälfte des Jahres in unserem Nachbarland aufhalte. Wenn ich mir so meinen Terminkalender ansehe, haben sie nicht ganz Unrecht. Das liegt aber nicht nur an dem hervorragenden Angebot an Pokerevents, die hier zur Verfügung stehen, sondern auch an der Kunst der Umsetzung. Ich bin momentan wieder in Wien, im Concord Card Casino und vor mir liegt ein Pokerfestival der Spitzenklasse. Thomas Kremser wurde erneut als Turnierdirektor engagiert und im Verbund mit dem hochqualifizierten Team des Casinos braucht sich niemand ernsthaft Sorgen um spielerfreundliche Strukturen und gelungene organisatorische Abläufe machen. Jedes Mal, wenn ich hier bin, erstaunt mich die exzellente Qualität des Catering-Service erneut. Abends gibt es ein Dinnerbuffet, das auch wirklich verwöhnte Gaumen rundum zufrieden stellt und die Kosten dafür sind bereits mit Bezahlung des völlig normalen Entry-Fees zum Turnier abgegolten. Für mich stellt sich hier ernsthaft die Frage, warum nicht auch andere Turnierveranstalter ein derart gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten können.
Ein Turnier habe ich bisher gespielt, das 300 € Nolimit Holdem am Donnerstag. 261 Teilnehmer waren am Start, so dass immerhin ein Preispool von rund 78.000 € zusammen kam. Im Verlauf des Turniers kam es zu einer wirklich kuriosen Begegnung, die ich Euch keinesfalls vorenthalten möchte. Von Beginn an bin ich eigentlich niemals so richtig ins Spiel gekommen. Ständig short-stacked, suchte ich nach geeigneten Gelegenheiten, meine Chips in Richtung Average zu pushen, aber mehr als ein Durchkommen am Rande der „Orange zone“ war niemals drin. Als wir noch etwa 120 Spieler waren, kam ein Megastack (ca. 30.000 Chips bei einem Average von knapp 9.000) an unseren Tisch, der sich sofort als wahrer Maniac entpuppte. Er spielte preflop 100 Prozent aller Hände und verballerte mit teilweise völlig absurden Calls innerhalb von Minuten große Teile seines Stacks. Bei Blinds von 300/600 finde ich in MP2 :Ah :Kc und pushe mit 2.100 natürlich sofort All-in. Der Big Blind zahlt nach und natürlich auch der Maniac, der bereits UTG gelimpt hatte. Das Board ist mit :Qd :Jh :9s :7c :3h eine absolute Katastrophe für mich und wurde von meinen beiden Kontrahenten bis zum River auch schön brav durchgecheckt. Am River pusht der Maniac wieder mal All-in und ich stehe schon auf und ziehe meine Jacke an. Nach dem Push foldet der andere Spieler ein kleines Pocket-Paar und freundlich lächelnd annonciert der Maniac „As hoch“ für den Showdown, dreht dabei :Ac :2d um. Ich nehme wieder Platz, kann mein Glück gar nicht fassen, bedanke mich artig bei ihm und sammle den Pot ein. Die Chips reichten zwar hinten und vorne nicht, um auch annähernd in den Averagebereich zu kommen, aber ich war wieder lebendig. Mein Turnierleben hielt dann noch bis zum 41. Platz, als ich bei Blinds von 800/1.600 auf das Minraise eines Mitspielers hin mit :Ah :Th meine 12.500 Chips All-in pushte, nur um in :Ac :Kh bei meinem Gegner zu blicken. Keine Hilfe durch das Board und ich durfte mich ins Cashgame verabschieden.
Euer Michael von free-888.com
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Heads Up in Bregenz
1.3.2008 von Michael Keiner.
Sorry, dass ich fast 12 Tage lang nichts von mir hören ließ und die Regelmäßigkeit meiner Blogs von einer etwas längeren Pause unterbrochen wurden. Gleich vier Gründe waren dafür verantwortlich: Erstens bin ich natürlich auch in der Turnierwoche in Bregenz mit von der Partie und die einzelnen Events starteten täglich schon um 14 Uhr, so dass man meistens den überwiegenden Teil des Tages an einem Pokertisch nach dem Prinzip „Hoffnung“ verbringt. Zweitens lockten an jenen Tagen, an denen ich nicht ins Geschehen eingriff, die Arlberger Skipisten rund um St. Anton und Lech/Zürs zu sehr, um am Computer sitzen zu bleiben. Drittens gab es hier in Bregenz auch noch ausgezeichnete Potlimit Omaha Cashgame-Partien, die man nicht einfach so links liegen lassen konnte. Der Rest des Tages (von dem ich manchmal wünschte, dass er 36 Stunden hätte) war mit dem vierten Grund ausgefüllt, die World Poker Crown. 888 veranstaltet im Frühjahr einen Megaevent mit 3 Millionen US$ garantiertem Preisgeld, wobei das Turnier bis zum Finaltisch online gespielt wird und dann live in Spanien beendet wird. Und genau diese Organisation des Live-Teils in einem Schloss in Peralada unweit von Barcelona obliegt meinem Aufgabenbereich und stellt mehr Arbeit dar, als ich anfangs überblicken konnte.
Außer Arbeit gab es in Bregenz trotzdem noch eine gute Gelegenheit zum Feiern. Das Casino lud am Mittwoch wieder zu der schon fast traditionellen Playersparty in einen Bregenzer Club ein und diesmal hatten sich die Herrschaften einen wirklich prickelnden Programmpunkt einfallen lassen. Sie stellten ein Pokerteam auf und forderten Markus Golser, Markus Lehmann und mich zu einer Teamchallenge auf. Jeder von uns sollte Heads Up gegen einen Casinomitarbeiter in seiner Spezialdisziplin antreten. Der Wetteinsatz war brandgefährlich und stellte alles in den Schatten, was ich bisher riskierte: Das Verliererteam musste in entsprechendem Outfit samt rasierten Beinen und mit entsprechendem Make up sowie Perücke auf der Bühne das Lied „By the Rivers of Babylon“ von Boney M. performen. Um 1:30 Uhr nachts startete das Spektakel und es dauerte etwa eine halbe Stunde als ich unter tobendem Gegröle mitbekam, dass Markus Lehmann bereits sein Nolimit Holdem Match verloren hatte. Ein kurzer Blick auf Markus Golsers Tisch, der gegen Edgar Stuchly Omaha spielte, verriet dass es auch dort nicht allzu gut aussah. Markus war erbärmlich shortstacked, aber immer noch die Gelassenheit in Person und rief mir noch schnell: „Keep cool, man“ zu. Ich selbst hatte im Seven Card Stud schon etwa einen 3 : 1 Chiplead gegen Joe Fuchshofer herausarbeiten können, sah mich aber dennoch nach diesem kurzen Blick auf den Nachbartisch bereits in Strapsen auf der Bühne stehen und das Tanzbein schwingen. Aber Jumper17 konnte das Ruder noch mal herumreißen und auch ich gewann mein Match kurze Zeit später, so dass wir drei ehrwürdige Pokermanager bei der österreichischen Version des Talentschuppens live on stage bewundern durften. Sie legten eine großartige Performance ab und soweit mir bekannt ist, liegen auch schon erste Angebote für Gastauftritte in den einschlägigen Etablissements vor. Puh, echt Glück gehabt!
Derart motiviert wollte ich auch beim 1.000 € NLH am Donnerstag mein Bestes geben. Gleich in den ersten zwei Stunden wurde mein Entschluss, Pocket Asse slow zu spielen, durch eine Aufdoppelung belohnt und schon bald hatte ich mich zwischen 25.000 und 30.000 Chips (starting stack: 8.000) eingependelt. Aber danach lief gar nichts mehr. Jedes Mal, wenn ich zu einem neuen Level durchstarten wollte, folgte der Rückschlag in Form eines missratenden Bluffs oder auch eines Suckouts. Nach der Dinnerpause wurde der leere Platz neben mir von einem wirklich prominenten Spieler aufgefüllt: Boris Becker sitzt unmittelbar rechts von mir! Wir kamen ins Gespräch und er entpuppte sich als wirklich sympathischer Zeitgenosse; aufgeschlossen, kein bisschen überheblich und voll konzentriert, versuchte er, sich einen Überblick über den Tisch zu verschaffen. Sollte er sich wirklich ins Pokerspiel „verlieben“, sehe ich ein enormes Potential bei ihm. Genau jener Ehrgeiz und jene Hingabe, die ihn im Tennis zum unerreichten Weltstar machten, blitzen immer noch hinter seinen Augen. Und wenn er diese so wichtigen Eigenschaften auch beim Pokern gezielt einsetzen kann, wird dies vielleicht der Start zu einer neuen Karriere sein. Ich freue mich jedenfalls schon auf unser erneutes Treffen bei der EPT in Monte Carlo.
Euer Michael von free-888.com
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