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- 14.6.2010: Der Vegas Blog vom Doc ist wieder da
- 5.1.2010: Time to say Goodbye
- 9.7.2009: Der Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 7
- 4.7.2009: Prolog zum Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 6
- 27.6.2009: Finaltisch im Omaha Hi/Lo – Mein Videoblog von der WSOP Teil 5
- 20.6.2009: Racing-Battle mit Henning Pohl – Mein Videoblog von der WSOP Teil 4
- 15.6.2009: Golfbattle mit George Danzer – Mein Videoblog von der WSOP Teil 3
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Archive für Juli 2008
Geschichten aus der Gruft – Der teuerste Energiedrink meines Lebens
30.7.2008 von Michael Keiner.
Während ich mir zurzeit in Kroatien die Sonne auf meinen glücklicherweise nicht mehr ganz so ausgeprägten Bauch scheinen lasse, ist pokertechnisch absolute Pause, nicht zuletzt auch aufgrund der steinzeitmäßigen Internetverbindung, angesagt.
Also werde ich auf immer wieder vorgetragenen Wunsch hin die Zeit dazu nutzen, Euch eine Geschichte aus jener Zeit zu erzählen, als sowohl das Onlinepoker, als auch das Basiswissen des durchschnittlichen Pokerspielers noch in den absoluten Kleinkinderschuhen steckte. Zu jener Zeit war die Deutsche Mark noch die einzige Währung an den heimischen Livegame-Tischen und jenes altehrwürdige Spielcasino in Baden eine der wenigen deutschen Pokermetropolen.
Gemäß den Traditionen des Hauses wurden die freundlichen Damen und Herren vom gastronomischen Servicepersonal natürlich nicht Kellner, sondern „Pagen“ genannt. Wer sich darunter vorwiegend jugendliche, aufstrebende Mitarbeiter vorstellt, wird schnell von der Realität eines Besseren belehrt. „Stammpage“ im Pokerbereich war ein in Ehren ergrauter älterer Herr, der hier noch einige wenige Jahre bis zu seiner Pensionierung absitzen musste. Auch damals schon kam mir das „P-Wort“ nur wirklich mühsam über die Lippen, so dass ich den Herrn mit seinem Nachnamen, nennen wir ihn der Einfachheit halber einfach Herr Müller, ansprach. Herr Müller war ein wirklich netter Zeitgenosse, die Damenwelt verpasste ihm sogar das Adjektiv „knuffig“, aber vom Service hatte er so seine eigenen Vorstellungen.
Beispielgebend sei in etwa folgender Dialog:„Herr Müller. Ich hätte gerne einen Red Bull.“„Allmächtiger, da muss ich ja bis ganz ans Ende des Saales laufen!“, war die Antwort.
Da ich aber auf meinen Bestellwunsch beharrte, fügte sich Herr Müller schließlich notgedrungen und zog los.Gut 20 Minuten später war ich schließlich in einen etwas größeren Pot involviert. Wir spielten, wie fast immer Omaha, und ich entschloss mich, meinen Straight- und Flushdraw gleich auf Flop und Turn reichlich aggressiv zu spielen. Als der River erneut eine Blank brachte und ich mich anschickte, mit „K high“ in den Showdown zu ziehen, sah ich die einzige Möglichkeit darin, auch am River noch eine potsized Bet in Höhe von ungefähr 3.500 deutsche Mark abzufeuern, um meinen Gegner zu einem Fold zu bewegen. Während ich also mein Geld entschlossen in die Mitte schob, kam mein Gegner leider auf die Idee, nicht nur das Board, sondern auch meine eigene Person einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Ich versuchte also, möglichst unbeteiligt aus der Wäsche zu blicken.
Genau in jenem Moment erschien Herr Müller wieder auf der Bildfläche: „Herr Doktor, Ihr Getränk ist da“.
Ich ignorierte seine Bemerkung und starrte weiter ins Nichts. Doch da hatte ich meine Rechnung ohne Herrn Müller gemacht. Sein rechter Zeigefinger näherte sich unaufhaltsam meiner Schulter und tippte mich mit einer Frequenz von etwa 4 Hz konsequent an.„ Vier Mark Siebzig macht das. Hallo Herr Doktor, Ihr Red Bull!“
Mir wurde es zunehmend mulmiger in meiner Haut und ich wand mich wie ein Aal. Ich dachte noch: „Müllerchen, wenn Du mich zwei Minuten in Ruhe lässt, gebe ich Dir glatt 10 Mark für den Drink.“ Aber Müller konnte leider keine Gedanken lesen und sein Zeigefinger hämmerte weiter auf meine Schulter. Schließlich hatte der Dealer ein Einsehen mit mir und sagte: „Herr Müller, der Gast ist in ein Spiel involviert, bitte einen Moment Geduld.“
Offensichtlich konnte man mir die Erleichterung über das Eingreifen des Dealers nur allzu deutlich ansehen, denn just in diesem Moment sagte mein Gegenüber: „Call the Bluff“. Er gewann den Pot schließlich mit einem Paar Damen und 10.500 DM wanderten zu ihm. Herr Müller wiederholte unmittelbar danach nochmals seine Forderung nach den besagten 4,70 Mark, die ich natürlich großzügigerweise auf 5 Mark aufrundete.
Nach jenem Erlebnis schwor ich mir, in besagtem Casino zukünftig immer meine Getränkerechung gleich im Voraus, mit Abgabe der Bestellung, zu bezahlen.
Euer Michael von free-888.com
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Velden - Sieg im Abschlussturnier
22.7.2008 von Michael Keiner.
Eigentlich hatte ich mich auf Velden mehr als nur tierisch gefreut. Nach einer äußerst bescheidenen WSOP Performance, unmenschlichen 47° C Tagestemperaturen in Las Vegas, die früher oder später jeden zu einem generell Tageslicht meidenden Vampir mutieren lassen, war die Eventwoche am Wörthersee genau jener Anreiz, der neue Lebensgeister wecken sollte.
Wie schon in den Jahren zuvor wurde nach meiner Heimkehr nur flugs der Koffer gewechselt und schon ging es ab durch den Tauerntunnel nach Kärnten. Die Motivation wurde zusätzlich beflügelt durch meine Erinnerung an das letzte Jahr, als ich dort den Main Event zu Dritt teilen durfte. Dies wäre genau die richtige Finanzspritze, um den Vegas-Brand wirkungsvoll zu löschen. Zwei Tage stand ich mir zu, um die ersten Auswirkungen des leidigen Jetlags zu überwinden, dann stand das Seven Card Stud Turnier auf dem Programm. Hier war ich mit meiner Leistung insgesamt ganz zufrieden, aber wie das üblicherweise bei Limitturnieren so abläuft, muss man in den späten Phasen einfach auch ein bisschen Glück haben. Der Draw muss kommen oder die „made hand“ muss halten. Das war diesmal eben nicht so und ich durfte mich nach 12 Stunden Spielzeit als 14. kurz vor Erreichen der Bubble aus dem Event verabschieden.Noch weniger Aussicht auf Erfolg brachte der Main Event mit sich. Nachdem ich insgesamt dreimal in den ersten vier Stunden mit meinem Pocketpaar bei an sich sorgenfreiem Board im Showdown in die Pocket Asse meiner jeweiligen Gegner blicken durfte, war auch hier „Schicht im Schacht“ und die Cashgame Potlimit Omaha Partie hatte mich wieder.
Das Abschlussturnier wollte ich normalerweise überhaupt nicht spielen. Nolimit Holdem mit 100 Euro Buy-in und unlimited Rebuys während der ersten drei Levels versprachen nicht gerade einen atemberaubenden Preispool. Aber da die Interessentenliste für die €20/€40 Potlimit Omaha Runde kurz vor 15 Uhr immer noch gähnende Leere aufwies und sich immerhin schon über 100 Leute ins Turnier eingekauft hatten, entschloss ich mich doch noch zu einer Teilnahme. Ich kaufte mich gleich mit doppelten Chips ein. Bis zum Ende der Rebuy-Phase konnte ich meinen Stack zwar nur unwesentlich von 4.000 auf 5.500 Chips aufbauen, aber immerhin wurde auch kein Rebuy fällig. Das Add-on brachte für 100 €, weitere 4.000 Chips – ein Angebot, das man kaum ernsthaft ausschlagen kann. Hier lief plötzlich alles wie am Schnürchen. 10 Stunden später fand ich mich im Heads Up mit einem 3 : 1 Chiplead wieder und gut 20 Minuten später hatte ich das Turnier gewonnen.Warum ging es diesmal so einfach? Wenn ich mir den Verlauf des Turniers genauer ansehe, fallen mir 2 Dinge besonders auf: Erstens hatte ich mit Pocketpaaren niemals schwere Entscheidungen preflop zu treffen. Einmal hielt ich KK und einmal JJ. Beide Male foldeten alle Spieler auf mein Openraise hin ihre Karten und es kam gar nicht erst zu einem Showdown. Zweitens hatte ich das unverschämte Glück, gleich zweimal im Verlaufe des Turniers einen Showdown mit einem Coinflip gewinnen zu können. Beim ersten Mal war ich selbst All-in und mein :Ax :Kx gewann gegen die Pocket 88 meines Gegners. Beim zweiten Mal war dann mein Kontrahent all-in und mein :Kc :Jc konnte sich gegen seine 99 durchsetzen.Ansonsten war viel Taktieren angesagt. Bis in die späte Turnierphase war ich nur selten über Average, hatte dann aber das Glück, kaum beim Stehlen der Blinds erwischt zu werden. Ich vermied es konsequent, die extremen Shortstacks zu attackieren, konzentrierte mich eher auf die mittleren Stacks und startete auch hin und wieder einen Angriff auf die Chipleader, wenn die Situation günstig erschien.Aber das erklärt noch nicht Alles. Vielleicht fällt es mir einfach viel leichter, bei einem 300 € Turnier meine Chips relativ gelassen in die Mitte zu schieben, im Vergleich zu einem 8.000 € EPT Event. Und vielleicht ist es genau jene mangelnde Risikofreudigkeit, die mich letztendlich bei einem großen Turnier viel zu oft scheitern lässt. Einen Versuch ist es allemal wert und bei der CAPT Graz in gut 3 Wochen gibt es ja wieder genügend Gelegenheit zum Üben.
Euer Michael von free-888.com
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