Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Dt. Blog des Pokerstars Team Pro Michael Keiner für Oktober, 2008.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Sep | Nov » | |||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||
- Allgemein (102)
- 5.1.2010: Time to say Goodbye
- 9.7.2009: Der Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 7
- 4.7.2009: Prolog zum Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 6
- 27.6.2009: Finaltisch im Omaha Hi/Lo – Mein Videoblog von der WSOP Teil 5
- 20.6.2009: Racing-Battle mit Henning Pohl – Mein Videoblog von der WSOP Teil 4
- 15.6.2009: Golfbattle mit George Danzer – Mein Videoblog von der WSOP Teil 3
- 8.6.2009: Wasserspiele – Mein Videoblog von der WSOP Teil 2
- 5.6.2009: Viva Las Vegas – Mein Videoblog von der WSOP
- 12.5.2009: CAPT Innsbruck: 7. Platz im Main Event
- 13.4.2009: Von notwendigen Strategieanpassungen
Homepage
Pokernews
- Januar 2010
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Dezember 2007
- November 2007
- Oktober 2007
- September 2007
- August 2007
- Juli 2007
- Juni 2007
- Mai 2007
- April 2007
- März 2007
- Februar 2007
- Januar 2007
- Dezember 2006
- November 2006
Archive für Oktober 2008
EPT Budapest 2008 – Von Set Ups und Nachreibereien
30.10.2008 von Michael Keiner.
Es ist schon über 16 Jahre her, seit ich der ungarischen Hauptstadt einen Besuch abgestattet hatte. Allerdings war der damalige Aufenthalt nicht pokertechnischer Natur, sondern mein Ehrgeiz, mit einem Rennmotorrad möglichst schnell im Kreis zu fahren. Ein Lauf zur internationalen deutschen Meisterschaft fand auf dem nahe gelegenen Hungaroring statt und es war ganz klar, dass unser Team abends die Stadt unsicher machen musste. Die Erinnerungen sind eher bruchstückhaft aber trotzdem ziemlich gut, so dass ich auf die zum ersten Mal ausgetragene EPT hier in Budapest eine gewisse Vorfreude entwickelte.
Ich war schon einen Tag vor dem eigentlichen Start des Turniers angereist, da ich für 888 noch ein paar lokale Termine wahrnehmen sollte. Die Vorfreude erfuhr ihren ersten Dämpfer auf dem Weg mit dem Taxi vom Flughafen zum Hotel. Ein Fixpreis von 23 € war ausgemacht und im Voraus bezahlt, doch als wir am Hotel ankamen, versuchte der Fahrer nochmals neu zu verhandeln und diverse Aufschläge zu kassieren. Es blieb allerdings bei seinem Versuch und da ich Nachreibereien nicht ausstehen kann, gab es auch kein Trinkgeld. Mit frisierten Taxametern musste ich dann auf meinen Wegen durch die Stadt Bekanntschaft machen, wo die Hinfahrt zu meinem Termin ungefähr dreimal so teuer wie der Rückweg war, trotz identischem Zeit- und Streckenaufwand. Krönung des Ganzen war allerdings die Abzocke im Sofitel Hotel, dem Austragungsort der EPT. Drei doppelte Espressi kosteten schlappe 20 € und als die Turnierleitung für eine der zweistündlich stattfindenden 15 Minuten Pausen ein spezielles Buffet für die geschätzten Pokerspieler ankündigte, hetzte ich im Eilschritt hin, um mir ein oder zwei Sandwiches zu genehmigen. Am Anfang des Buffets war eine unscheinbare Kasse aufgebaut und meine Bemühungen fanden ein abruptes Ende: Ungefähr 35 € wollte die junge Dame von mir haben und meine Lust auf ein Sandwich ließ spürbar nach. O.K., Ungarn ist von der weltweiten Finanzkrise schon relativ früh getroffen worden und heftig am Rudern, aber die Annahme, dass rund 570 Pokerspieler das Bruttoinlandsprodukt wieder deutlich ins Plus verschieben würden, wenn man die Leute nur kräftig schröpft, halte ich auch für etwas übertrieben.
Aber wir sind ja zum Pokerspielen und nicht zum Sandwich essen hergekommen und daher werde ich den Rest meines Reiseberichts auch diesem Thema widmen. Ich startete an Tag 1B und fand mich an einem Tisch mit lauter unbekannten Gesichtern wieder, so dass erst einmal ruhiges Beobachten der Mitspieler angesagt war. Insgesamt startete die Action ziemlich loose-aggressive von der ersten Hand weg, wobei ich den Eindruck gewann, dass vier Mitspieler durchaus einen vernünftigen Plan von Nolimit Hold’em hatten, während vor allen Dingen zwei der zahlenmäßig stark vertretenen Italiener den Eindruck machten, gleichermaßen planlos wie unbekümmert durch die Hände irrten. Nach etwa 90 Minuten fing ich am, eine mehr aktive Rolle am Tisch zu übernehmen, schaute mir einige Flops an und konnte langsam, aber stetig mein Stack verdoppeln, ohne jemals mehr als 30 Prozent meiner Chips in einer einzigen Hand zu riskieren. Nach gut fünf Stunden hatte ich mit rund 30.000 Chips mein Stack verdreifacht und schielte schon mit einem Auge auf Tag 2.
Erste ungünstige Vorzeichen kündigten sich an, als ich innerhalb von 45 Minuten dreimal aufgrund des Tablebalance meinen Tisch wechseln musste. Ich fühle mich einfach nicht wohl, wenn ich keine Gelegenheit habe, meine neuen Mitspieler etwas besser kennen zu lernen. Am dritten Tisch finde ich nach fünf Minuten UTG :Ah :Kc und mache ein ganz normales Standardraise auf 1.200. MP2 und der Button callen beide. Der Flop kommt wunderschön mit :Ac :Kh :4c daher, aber gegen 2 Mitspieler will ich mich ohne Position auf nichts einlassen, so dass ich gleich 3.500 anspiele. MP2 foldet und der Button callt. Am Turn erscheint die :3c und nach meinem Check spielt der Button 6.000 an. Jetzt habe ich zusätzlich zu meinen zwei Paar auch noch den Nut-Flushdraw und ich überlege kurz, ob ich ein Reraise All-in veranstalten soll. Aber ich kenne den Gegner nicht und so entscheide ich mich für die vorsichtige Variante, nur zu callen. Der River bringt mit der :9d eine Blank und nach meinem Check spielt der Button 9.000 an. Er zeigt eine gewisse Schwäche, die auf keinen Fall geschauspielert war, ich entscheide mich zum Call trotz des möglichen Flush am Board. Der Tell von ihm war nicht verkehrt, er hat tatsächlich kein Kreuz auf der Hand. Aber die Pocket Vieren, die er umdreht, machen ihm ein Set welches meine Top 2 Paar natürlich auch schlägt.
8.500 blieben mir noch an Chips übrig, kein Grund, um die Ruhe zu verlieren. Aber wie so häufig nach solchen Set Ups, lief danach überhaupt nichts mehr und angesichts der nun doch schon beachtlichen Blinds im Verhältnis zu meinem Stack war ich wieder mal verurteilt, auf Hände zu warten. Mit Pocket 9s starte ich noch mal einen Raiseversuch preflop, bekomme einen Caller und als das Board :Td :Qd :Ad bringt konnte ich mich auch schon geistig aus dieser Hand verabschieden. Im achten Level, mit 200/400 Blinds und 50 Ante, pushe ich schließlich meine restlichen 3.200 Chips All-in, als ich am Cut Off Pocket Deuces finde. DerButton überlegt kurz und callt mich mit :Ac :4d. Der Flop gibt mir einige Hoffnung mit :Qc :3d :Qh. Die Turnkarte :Th vergrößert die Hoffnung noch etwas, aber der River bringt mit der :3c das zweite Paar auf dem Board und ich kann meine Zweier sauer kochen.
Aber meine herbstliche Pokertour hat ja gerade erst angefangen, am Montag geht es dann weiter nach London, wo ich die 888 Poker Open spielen werde. Es gibt viel zu tun – warten wir es ab!
Euer Michael von free-888.com
Geschrieben in Allgemein | Keine Kommentare »
Poker EM Baden und German Stars of Poker
17.10.2008 von Michael Keiner.
Nach der durchaus erfolgreichen Woche bei den Austrian Classics in Wien reiste ich nicht ganz ohne Hoffnungen zur Poker EM der Casinos Austria in das 30 Kilometer entfernte Baden. Drei Turniere standen auf dem Plan: Das 2.000 € CAPT Turnier startete schon am Sonntag um 14 Uhr und die Teilnehmerzahl blieb mit 117 Spielern doch etwas hinter den Erwartungen zurück. Kurz und bündig hatte ich während des gesamten Turniers eher die Rolle eines unscheinbaren Nachtschattengewächses inne und nie eine Chance, einen Pot aufzubauen. Ich beendete mein Turnierleben scheibchenweise letztlich als 38.
Etwas besser war der Start beim Seven Card Stud Turnier am folgenden Dienstag. Das Buy in betrug 2.500 € und leider traten hier auch nur 100 Teilnehmer an. Schade eigentlich, da die Struktur des Events ausgezeichnet angelegt war. Mit 10.000 Chips als Start und einstündigen Levels mit wirklich moderaten Steigerungen hatte der Seven Card Stud Wettbewerb Rahmenbedingungen, von denen sich die Organisatoren der WSOP durchaus mal ein Scheibchen abschneiden könnten. Bis etwa zwei Stunden vor dem Ende des ersten Tages konnte ich mit entsprechender Geduld mein Stack fast vervierfachen, bis ich dann in knapp zwanzig Minuten 14.000 Chips in nur drei Händen verlor. Dreimal hatte ich auf 5th Street ein fertiges Fullhouse, spielte es megaaggressiv und in allen drei Händen hatte ich denselben Kunden, der sich mit seinen zwei Paar einfach nicht verscheuchen ließ. Jedes Mal gelang ihm das Kunststück, auf 7th Street ein höheres Fullhouse zu basteln. Als ich beim dritten Mal etwas konsterniert aus der Wäsche blickte und ihm zu seinem Glück gratulierte, meinte er nur: „Aber Sie haben doch auch ganz schön viel Glück, schauen Sie doch mal, was Sie für tolle Starthände bekommen!“ Na, wenn das nicht Mut macht!!!Tag 2 begann ich aber immer noch deutlich über Schnitt mit 26.000 Chips und schielte schon etwas in Richtung Finaltisch. Doch die folgenden vier Stunden des Turniers ähnelten in frappierender Weise dem Nachtschattengewächs des CAPT Turniers. Meine beste Start- und zugleich auch Showdownhand waren ein Paar Jacks, die zu allem Überfluss von Eddy Scharf geknackt wurden, der mit einem Paar 10er startete und am Ende zwei Paar machte. Im Seven Card Stud kann man lange taktieren und mit Geduld Einiges überbrücken, aber spätestens gegen Ende der mittleren Turnierphase müssen auch mal anständige Karten her, die showdowntauglich sind. Genauso unspektakulär wie zwei Tage zuvor schied ich als 27. aus.
Alle Hoffnungen lagen jetzt auf dem 4.000 € Nolimit Hold’em Turnier, das den würdevollen Titel des Europameisters mit sich führte. Immerhin 164 Leute kauften sich ein und das Feld war recht hochkarätig besetzt. Mit einer ausgezeichneten Struktur konnte man ein echtes Deep Stack Turnier spielen und wieder konnte ich bis zwei Hände vor Ende von Tag 1 meine Chips auf 39.000 aufbauen. Eigentlich hatte ich den Tag schon geistig für beendet erklärt und wollte nicht mehr aktiv eingreifen, als ich UTG :Ks :Qs fand. Instinktiv wollte ich folden, dachte dann aber, dass dies wohl nicht ganz professionell wäre und raiste stattdessen standardmäßig den dreifachen Big Blind. Am Button callte ein junger, hyperaggressiver Ungar, der sich ebenfalls ein beträchtliches Stack aufgebaut hatte und mich leicht coverte. Der Flop kam :Kc :Jh :9c. Ich hatte von dem Ungar im Lauf der letzten Stunden schon ein paar ziemlich obskure Showdowns gesehen und wollte jetzt natürlich mit meinem Toppaar und gutem Kicker noch ein paar Chips machen. Wie erwartet, spielte er nach meinem Check 3.500 an, die ich auch brav bezahlte. Am Turn kam die :7d und er spielte nach meinem Check erneut 11.000 an, was praktisch einer potsized Bet entsprach. Ich überlegte ernsthaft ein All-in Raise, aber mir wurde sofort klar, dass er mit einem Flush- oder Straightdraw nicht mehr folden würde. Also Nerven behalten und ihn im Falle einer Blank den River bluffen lassen, war meine Idee. Der River brachte mit der :3d eine nahezu ideale Karte. Ich checkte erneut und er spielte 15.000 an. Netter Versuch, dachte ich noch und zahlte ziemlich schnell. Mir fielen fast die Augen aus den Höhlen, als ich seine Hand im Showdown sah: Mit :Kd :Kh hatte er Topset geflopt und mich die ganze Zeit vorgeführt. Ich wollte trappen, stattdessen wurde ich in die Falle gelockt. Genau die Taktik, die mir sonst so viele Chips gebracht hatte, kostete mich dieses Mal fast alles. Mit nur 9.000 an Chips und letzter im Chipcount ging ich in Tag 2. Dort konnte ich mich zwar anfänglich mit dem Einsammeln von ein paar Blinds wieder auf 12.500 aufbauen, aber nach nur einer Stunde war ich schließlich mit Pocket :8x :8x All-in und durfte mir die Pocket Jacks meines Gegners ansehen. Keine Hilfe vom Board und als 41. war Endstation für mich.
Etwas enttäuscht baute ich meine Zelte in Baden ab und fuhr zurück nach Deutschland, wo schon der nächste Event auf mich wartete. Die „German Stars of Poker“, ein TV Einladungsturnier beim DSF stand auf dem Programm. Ein hochkarätiges Feld deutscher Spitzenspieler erwartete mich und alleine von der Zusammensetzung her versprach das Turnier jede Menge Spaß und viel Tabletalk. Leider, wirklich leider, darf ich Euch an dieser Stelle noch nichts über den Ausgang verraten. Nur so viel sei gesagt: Es lief absolut hervorragend für mich und ich kann jedem geneigten Leser nur empfehlen, am 13. November beim DSF einzuschalten, wenn das Turnier ausgestrahlt wird.
Und lasst Euch bloß nicht von jungen heißblütigen Ungarn trappen!
Euer Michael von free-888.com
Geschrieben in Allgemein | 1 Kommentar »
Austrian Classics Wien – 5. Platz im Main Event
4.10.2008 von Michael Keiner.
Wie ich bereits ausführlich in meinem letzten Artikel „Tableselection“ begründete, bin ich nicht nach London geflogen, sondern habe im Wiener Concord Card Casino die Austrian Classics, quasi als Prolog zur kommenden Woche stattfindenden Poker EM in Baden, mitgespielt.
Allerdings muss ich zugeben, dass meine Turnierauftritte auch hier nur sehr sporadisch waren. Der Grund dafür lag in den hervorragenden Omaha Cashgame Partien. Mit Blinds von € 10/20, aber einem Minimum Buy in von 2.000 € eher als deep stack Format konzipiert, spielte sich die Partie aufgrund der anwesenden Protagonisten eher wie ein € 20/40 Potlimit game. Jeder fünfte Pot war ungefähr so hoch wie der durchschnittliche zweite Preis der jeweiligen Turniere, so dass dieses Cashgame meine ungeteilte Aufmerksamkeit genoss und die Erfolgsbilanz ebenfalls durchaus zufrieden stellend ausfiel.
Der Main Event der Austrian Classics konnte mich dann doch noch aus der Reserve locken. Das Buy in lag bei 2.000 € und 83 Spieler hatten sich angemeldet, was immerhin ein Preisgeld für den Sieg von über 47.000 € generierte. Das zeitlich unmittelbar vor der Poker EM stattfindende Turnier hatte auch schon einige Pros aus der deutschsprachigen Szene angelockt, so dass die Charakterisierung „seichtes Wasser“ in Hinblick auf die Stärke des Teilnehmerfeldes kaum Gültigkeit haben konnte.
Ich erwischte einen hervorragenden Start ins Turnier. Ursache war die Begegnung mit einem Kontrahenten, der von Beginn an dazu neigte, seine Hände gnadenlos zu überspielen. Besagter Spieler limpt am Cut off bei Blinds von 50/100. Der Button bezahlt, der SB füllt auf und ich checke im BB :Jh :8h. Ich traue meinen Augen nicht, als der Flop aufgeht :Jc :Jd :Js. Wow, Vierling geflopt. Jetzt stellt sich nur die Frage, wie ich bei einer Potgröße von gerade mal 400 möglichst viel Chips in die Mitte schaufeln kann und trotzdem Action bekomme. Meine Hoffnungen ruhen auf dem ersten Limper, der schon verdächtig mit seinen Chips spielt. Also checke ich, er spielt erwartungsgemäß 300 an, die anderen Beiden folden und wir sind Heads Up. Am Turn kommt die :3c und seine Hände wandern wieder zu den Chips. Ich checke erneut und er spielt 1.100 an. Diesmal raise ich ihn auf 2.300 und er bezahlt mit leichtem Zögern. Der River bringt die :8d. Ein Check ist mir jetzt etwas zu gefährlich, da er möglicherweise ebenfalls checken wird oder nur ein kleines Bet anspielt. Also spiele ich 4.000 an, die er sofort bezahlt. Als er meinen geflopten Poker sieht, wirft er wütend seine Hand in den Muck und verschwindet erstmal vom Tisch.
Von da an lief es wie am Schnürchen. Mein Table-Image passte perfekt und ich konnte mich stets ohne wichtige Showdowns auf doppeltem Average halten. Einmal freute ich mich schon etwas verfrüht, als ein anderer Big Stack nach meinem Reraise All in ging und ich zum ersten Mal im Turnier Pocket Asse hielt. Aber er hatte ebenfalls die Asse und wir teilten den Pot. Die wichtigste Phase des Abends stand aber noch an: Die unvermeidlichen Showdowns am Ende eines jeden Turniers. Bei 27 verbliebenen Spielern fand ich schließlich das zweite große Paar mit Pocket Königen und reraiste einen short Stack all in. Der konnte seine Freude kaum verbergen und drehte die Asse um. Die hielten und danach hatte ich nur noch den average Stack. Wenig später lächelten mich Pocket J-J an. Ich openraiste den dreifachen BB und wurde von Selbigem gecallt. Der Flop schien mir mit :9s :7c :2d relativ unverdächtig und nach seinem Check spielte ich 7.000 in einen Pot von 8.000. Er ging daraufhin mit insgesamt 14.000 All in. Natürlich zahlte ich nach und durfte mir erneut Pocket Asse ansehen. Nice Hand Sir!
Schließlich wurden die restlichen 18 Spieler auf 2 Tische zusammengelegt und ich saß noch da mit kümmerlichen 9.500 Chips, bei Blinds von 1.000/2.000 und 200 Ante. Mehr oder weniger aus Verzweiflung pushte ich :Ad :8d All in und wurde von :Jx :Tx gecallt. Aber diesmal hielt meine Hand und ich verdoppelte. Im Anschluss daran schaltete ich auf eine extrem aggressive Strategie um und mit zahlreichen Raises und Reraises, die bei einem normalen EPT Event wohl niemals erfolgreich gewesen wären, konnte ich den Tag 1 bei 12 verbliebenen Spielern ohne weiteren Showdown mit 59.000 Chips etwas unter Durchschnitt abschließen.
Am zweiten Tag war der Finaltisch relativ schnell gefunden. Mit knapp 70.000 Chips hatte ich noch genügend Optimismus in Reserve, um ebenfalls um den Sieg ein kleines Wörtchen mitreden zu können. Niki Jedlika war der Chipleader, spielte sein absolutes A-Game und rannte förmlich über den Tisch, so dass ich wieder ein paar Gänge zurückschalten musste. Meine Chance sah ich kommen, als ein short Stack All in ging und ich :Ac :Qc fand. Mein Gegner drehte :Ah :9d um. Aber der Flop bescherte ihm gleich zwei Neunen und jetzt war ich der short Stack. Die alte Weisheit bestätigte sich wieder einmal: Wer ein Turnier gewinnen will, muss zumindest die Hände durchbringen, in denen er den Gegner dominiert!
Irgendwie mogelte ich mich die nächste Stunde so durch, gewann einmal einen Coinflip gegen Niki und beobachtete nicht ganz ohne Freude, wie sich vier weitere Mitspieler vom Finaltisch verabschiedeten. Zu Fünft fehlten mir dann mit 40.000 Chips knappe 100.000 zum Vorletzten, es musste also dringend was passieren. Ich ergreife meine Chance mit :Ac :4c, pushe All in und werde von Niki im Big Blind gecallt. Er dreht :Kc :Qc um. Flop und Turn waren noch komplett harmlos, aber eine :Qx am River schickt mich als Fünftplatzierten an die Rail. Das Trostpflaster in Form des Preisgeldes beläuft sich auf 12.610 €.
Insgesamt war ich mit meinen Entscheidungen während des Turniers mehr als zufrieden und mit ein wenig mehr Kartenglück zum Schluss hätte es vielleicht auch wieder bis ganz nach Vorne gelangt.
Taktisch gute Entscheidungen in den wichtigen Situationen wünscht Euch
Euer Michael von free-888.com
Geschrieben in Allgemein | Keine Kommentare »