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Archive für 8.11.2008
Sieg bei den 888 UK Poker Open V
8.11.2008 von Michael Keiner.
Mein prallvoller Terminkalender führte mich auf direktem Weg von Budapest nach London. Der Grund war die Einladung zur 888 UK Poker Open, das schon seit Jahren zu der größten internationalen TV Turnieren zählt und in den Matchroom Studios in London aufgezeichnet wird. Das Buy in beträgt 6.000 US$ und die 108 Teilnehmer sind eine etwas exotische Mischung aus internationalen Top Pros, Online-Qualifikanten und ein paar Celebreties.
Das Turnierformat entspricht am Ehesten einem „Triple Shoot Out“. Zuerst muss man in einer Art Vorrunde seinen 6er-Tisch wie bei einem Sit & Go gewinnen. Alle Zweitplatzierten des jeweiligen Heats bekommen eine zweite Chance als Hoffnungslauf, um sich noch für den letzten verbliebenen Platz an einem der drei Semifinaltische zu qualifizieren. Die Semifinale werden an einem 7er-Tisch gespielt und die beiden Erstplatzierten des Semifinales bekommen einen Platz im Finale, das dann wiederum als 6er-Tisch ausgetragen wird. Die Besonderheit: Man nimmt seine Chips aus dem Semifinale an den Finaltisch mit!
Für mich war ein Platz im vorletzten der insgesamt 18 Vorrundentische reserviert, der es dann von der Besetzung her wirklich in sich hatte. Weit und breit war kein Qualifikant oder Celebrity in Sicht, ich hatte es stattdessen ausschließlich mit gestandenen Pros zu tun. Aber gleich in der allerersten Hand stand ich vor einer „Alles oder Nichts“ Entscheidung, als ich das Raise von Roberto Romanello preflop callte und mit meinen Pocket 7-7 das medium Set bei einem Flop von :Jd :7d :4c traf. Ich checkraiste ihn, er erhöhte nochmals und ich ging All in. Ohne zu Zögern callte er und drehte :8d :9d um. Flushdraw mit inside Straightdraw war nicht unbedingt die Gegenhand, die ich mir wünschte. Aber mein Gegner konnte sich weder auf Turn, noch auf dem River verbessern und so saß ich direkt nach einer gespielten Hand mit doppeltem Average am Tisch und konnte nach Herzenslust loslegen. Den Chiplead gab ich nie wieder ab und gewann die Vorrunde recht problemlos.
Wesentlich schwieriger gestaltete sich das Semifinale. Speziell der einzige Amateur in unserem Heat, ein siebzigjähriger, ziemlich unerschrockener Nordengländer, war mit keinem Raise preflop aus irgendeinem Pot zu vertreiben und zu allem Überfluss hatte der Herr auch noch einen richtigen Lauf. Ich mied ihn, wo es nur ging und wartete auf erste Anzeichen, dass dieser übermenschliche Lauf endlich zu Ende gehen sollte. Dies geschah dann auch prompt, als wir noch zu Viert waren und innerhalb von nur 20 Minuten brachte er seine Chips unter die restlichen Anwesenden inklusive meiner Wenigkeit. Die Blinds von 15.000 / 30.000 bei einem Average von 230.000 luden nicht unbedingt zu einem ausgeprägten Spiel des Flops ein und so vollzog sich der Rest in einer regelrechten Preflop-Schlacht. Und dieses Mal war mir tatsächlich Fortuna hold: Am Button raiste ich mit :Kc :Tc auf 100.000 und der small Blind ging nach einiger Überlegung mit insgesamt 206.000 All in. In der Hoffnung, dass meine Karten zumindest „live“ waren, zahlte ich die 106.000 nach. Er drehte :As :5d um. Wahrscheinlich hatte mir Sebastian Ruthenberg seine Luckbox ausgeliehen; zwei Zehner am Board schenkten mir den Pot und mit 518.000 zog ich als absoluter Chipleader an den Finaltisch der letzten 6 Spieler ein.
Wie es dort im Einzelnen abgelaufen ist, darf ich Euch aus fernsehtechnischen Gründen an dieser Stelle noch nicht schildern, aber das Endergebnis darf ich Euch schon vorab mitteilen: Nach fünf Stunden Finale konnte ich das Turnier gewinnen und darf mich jetzt in den erlauchten Kreis der UK Open Champions einreihen. Mein Preisgeld: süße 250.000 US$. Der Titel: Unbezahlbar!
Jetzt freue ich mich noch auf zwei erholsame Tage zuhause, bevor es dann am Montag weitergeht nach Amsterdam. Der Main Event der Master Classics of Poker steht auf dem Programm.
Euer Michael von free-888.com
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