Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Dt. Blog des Pokerstars Team Pro Michael Keiner für Juni, 2011.
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- 23.6.2011: Mein Las Vegas Videoblog
- 16.6.2011: WSOP 2011 Durchhalten!
- 4.6.2011: WSOP 2011 Erste Impressionen
- 30.5.2011: Back in Town
- 8.4.2011: EPT Berlin
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- 14.12.2010: EPT Prag und ein Aufruf für mehr Liberalität im Glücksspielmarkt
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- 28.10.2010: Vienna Calling - Die EPT ist zurück
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Archive für Juni 2011
Mein Las Vegas Videoblog
23.6.2011 von Michael Keiner.
Wie bereits anfänglich in meinem schriftlichen Vegas-Tagebuch versprochen, gibt es auch noch einen Videoblog von mir aus der Zockermetropole. Die Kulisse ist zwar etwas “untypisch” für die gängigen Vorstellungen von Las Vegas, aber seht Euch das am Besten selbst an:
Hier gehts zum Video: http://www.hochgepokert.com/2011/06/23/der-vegas-blog-vom-doc-wsop-2011/
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WSOP 2011 Durchhalten!
16.6.2011 von Michael Keiner.
Jetzt ist es soweit! Die Temperaturen haben heute die 42° C Marke geknackt und damit habe ich mich bedauerlicherweise auch mit meiner täglichen Golfrunde strecken müssen. In den vergangenen Tagen habe ich jedes Mal einen neuen Platz gespielt, Wüstenplätze, Bergplätze, in noble Wohnsiedlungen eingebettete Plätze, aber die Krönung war vorgestern „Los Prados“ im Norden von Vegas. Es war mit Sicherheit der leichteste Platz, den ich jemals bespielt hatte und dementsprechend gut sah auch mein Score aus. Am letzten Loch liege ich mit 2 Schlägen auf dem Grün und habe eine kleine Außenseiterchance auf einen Birdie. Volle Konzentration ist angesagt und genau in dem Moment, als ich losputten will, nähert sich von hinten eine Krähe und stürzt sich mit lautem Gezeter auf meinen Rücken. Ja, ihr habt richtig gelesen: Ich bin tatsächlich von einer Krähe attackiert worden. Einen Schwan gab es ja schon mal, aber Krähen…Vielleicht war dieser Platz die Inspiration zu Alfred Hitchocks „Die Vögel“.
Ein paar Krähen treiben sich derzeit auch in der Cashgame Arena des RIOs herum. Zumindest was die Lautstärke der Schreie angeht, wenn mal ein Pot nicht in die gewünschte Richtung wandert. Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich doch einiges geändert. In den Potlimit Omaha Partien sind mehrere junge Amis aufgetaucht, die sich hauptsächlich mit markanten Sprüchen das Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit sichern wollen. Besonders mühsam wird es, wenn deren Buddies sich als Railbirds dem gerade bespielten Tisch nähern. Mit umständlichen, dafür aber umso massiver vorgetragenen Erklärungsversuchen werden die übrigen Gegner nach Schweregrad des „Fischlevels“ eingeteilt, aber das Resümee ist immer gleich: Hätte der Erklärende doch nicht so unendlich viel Pech, müsste ihm konsequenterweise schon das gesamte Geld am Tisch gehören. Und um dieser Forderung nach Korrektur des doch so ungerechten Schicksals ein wenig nachzuhelfen, wird der Railbird sofort um 5.000 $ angepumpt, damit unser Hero wieder seiner naturgemäßen Bestimmung entsprechend alle anderen Spieler am Tisch covern kann. Tja, es lohnt sich nicht wirklich, die Gesichter oder Namen dieser aufsteigenden Kometen einzuprägen, über 80 % davon werden nächstes Jahr wieder verschwunden sein, was den sozialen Aspekten des Pokerspiels sicher mehr nützt als schadet.Bei mir selbst läuft es regelrecht „durchwachsen“. Am Ende der ersten und Anfang meiner zweiten Woche hatte ich 4 katastrophale Sessions hingelegt, die mich mal eben 25.000 $ in die Miesen geschossen hatten. Dabei hatte ich überhaupt keine Gelegenheit, irgendwelche groben Fehlentscheidungen treffen zu können. Das Board brachte jedes Mal ziemlich genau das Gegenteil von dem, was ich in der Hand hielt. Im Prinzip folgten dann zwei verschiedene Szenarios: Beim ersten kam die Flop-Action schon mit einem Raise bei mir an und zwang mich zum Fold. Beim zweiten Szenario wurde meine Contibet von einem Checkraise eines Gegners quittiert, was wiederum zu meinem Fold führte. Wenn das 4 mal 8 bis 9 Stunden lang ohne Unterbrechung passiert, sind 25 K weg, ohne dass irgendetwas Großartiges geschehen ist. Danach ging es zwar jeden Tag stetig aufwärts, aber ich bin unter Berücksichtigung der Reise- und Lebenshaltungskosten immer noch im Minus.
Getreu meiner anfänglich aufgestellten Regeln bedeutete dies auch die weitere konsequente Abstinenz von sämtlichen Turnieren, denn ich verspüre überhaupt keine Lust, Las Vegas mit einem Minus in der Buchhaltung zu verlassen. Was ich komplett vermisse, sind jene Einzelsessions, die in Europa hin und wieder regelmäßig und letztes Jahr hier überraschend häufig auftraten. Jene Partien, in denen auch mal ein großer Multiway-Pot zu mir wandert und ich die Partie mit 8.000 $ oder mehr im Plus beenden kann. Momentan ist jeder $ hart erkämpft und ein Gewinn von 2 K stellt schon ein besonderes Erfolgserlebnis dar. Fazit: „Durchhalten“ ist angesagt!
Euer Michael „The Doc“ Keiner von Pokerstars
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WSOP 2011 Erste Impressionen
4.6.2011 von Michael Keiner.
Mit einer Sache haben wir derzeit wirklich Glück in Vegas: Das Wetter! Im Gegensatz zu den vorhergehenden Jahren sind die Tagestemperaturen mit ca. 28°C absolut erträglich und so habe ich die Gelegenheit genutzt und schon 4 Runden Golf (2x Pajute, Painted Desert und Desert Rose) gespielt. Für mich ist es besonders im Hinblick auf meine mentale Fitness wichtig, dass ich wenigstens ein paar Stunden draußen an der frischen Luft verbringen kann. Die größte Gefahr in den vergangenen Jahren lag immer darin, dass ich nach einiger Zeit zu einer Art Vampir mutiert bin. Ich hatte mich irgendwie so durch den Tag in geschlossenen Räumen gequält, und die Nächte meistens durchgemacht. Hoffentlich bleibt das noch ein Weile so wie jetzt, denn die Greenfeepreise sind schon auf Sommerniveau abgesenkt. Im Desert Rose waren das heute schlappe 29 US$, für den Preis bekommt man in Deutschland nicht einmal das E-Cart.
Und jetzt zum Pokern! Seit Dienstag ist so richtig Cashgame Action im RIO. Vorher gab es wohl eine ganz passable 25/50 $ PLO Partie im Bellagio, aber am Montag bin ich leider nicht mehr zu einem Platz gekommen, bevor mich der Jetlag ins Bett getrieben hatte. Meine Standard Partie im RIO ist wieder die 5/10 PLO mit einem obligatorischen Straddle von 25 $ am Button. Von den Blinds her liegt diese Partie irgendwo zwischen den € 10/10 und € 10/20 Games der Casinos Austria. Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass das Niveau der Spieler im Vergleich zum letzten Jahr deutlich besser ist, wir reden hier absolut nicht mehr von den Selbstbedienungsläden, die man sonst in amerikanischen Omaha-Runden gewohnt war. Aber vielleicht fallen ja am Wochenende ein paar Fische ein, die sich einen Kurzurlaub in Sin City gönnen. Eine neue Variante für Vegas scheint allerdings eine kleine Goldmine zu sein. Das Spiel heißt „Big O“. Es ist Potlimit Omaha Hi/Lo mit 5 Karten in der Hand. Wie man schon allein an der Beschreibung erkennen kann, produziert dieses Spiel jede Menge Action und anscheinend haben sich die etwas besser situierten Freizeitspieler auf diese Variante verlagert. Ich werde das in den nächsten Tagen einmal genauer untersuchen… Und dann gibt es noch eine Runde, die zwar weit oberhalb meines Betätigungsfeldes liegt, aber ungeheuer lukrativ erscheint; in der Highlimit Area gibt es tatsächlich einen Potlimit Omaha Tisch mit Blinds von $ 1.000 und $ 2.000. Offensichtlich sind einige große Fische aus Asien hier eingetroffen und ein paar lokale Pros haben ein Konsortium gebildet, um dort richtig abzuräumen. Reizen würde mich das schon, aber die Aussicht, dass ich meine gesamte Vegas Bankroll hier in einem einzigen Pot unterbringen kann, hält mich logischerweise von jedem Versuch der Teilnahme ab.
Mein Turnierlauf ist immer noch auf einem Desasterlevel. Aus rein sentimentalen Gründen spielte ich gestern doch noch das $ 1.500 Limit 7-Card Stud Turnier mit, schließlich habe ich es 2007 geshippt. Aber ich hätte es besser wissen müssen…In den 3 ersten Levels konnte ich wirklich keinen einzigen Pot gewinnen. Meine letzten 1.500 Chips bekomme ich unter, als ich mit der 5. Karte eine J hoch Straight zusammen bastele. Mein Gegner hat beim Showdown 2 Paar: Neuner und Zweier. Wie nicht anders zu erwarten, erscheint bei ihm mit der 7. Karte eine weitere Zwei zum Fullhouse. Mein nächster Stop war danach der In & Out Burger Laden für ein vorgezogenes Dinner. Tja, wenn ich tatsächlich Tag 2 gemacht hätte, wäre es wohl ein saftiges Filetsteak geworden!
Euer Michael „The Doc“ Keiner von Pokerstars
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