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- 12.8.2010: EPT Talinn
- 5.7.2010: Independence Day in Las Vegas
- 21.6.2010: Father's Day im District
- 14.6.2010: Der Vegas Blog vom Doc ist wieder da
- 5.1.2010: Time to say Goodbye
- 9.7.2009: Der Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 7
- 4.7.2009: Prolog zum Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 6
- 27.6.2009: Finaltisch im Omaha Hi/Lo – Mein Videoblog von der WSOP Teil 5
- 20.6.2009: Racing-Battle mit Henning Pohl – Mein Videoblog von der WSOP Teil 4
- 15.6.2009: Golfbattle mit George Danzer – Mein Videoblog von der WSOP Teil 3
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Die Woche der (Poker)-Autisten
Mein Gegenüber lässt sich reichlich Zeit für seine Entscheidung. Schließlich ist er ja so gut wie draußen aus dem EPT-Event, wenn er falsch liegen sollte. Ungefähr 1.000 Chips würden ihm noch bleiben, wenn er die Hand verliert. Bei einem Board von :2d :3h :Js :9d hatte ich mich nach seinem Check am Turn mit knapp 9.000 All in gestellt. 6.000 lagen zu diesem Zeitpunkt im Pot und mein All in war vielleicht etwas hoch ausgefallen, aber bei einem regulären Anspiel wäre ich ohnehin am River comitted gewesen: In der Hand hielt ich :Jc :9c und hatte somit die Top 2 geturnt. Schließlich presste er “Call” aus seinen zusammengekniffenen Zähnen und macht sich nicht einmal mehr die Mühe, sein Stack in die Mitte zu schieben. Er dreht :Ah :4h, eine Overcard und den Gutshot zur Straight. Nicht schlecht, denke ich, mit diesem Pot wäre ich dann endlich mal über Average und so richtig im Spiel an Tag 2. Der Dealer dreht den River um: :5s. Mein werter Gegner hat seinen Gutshot getroffen. Sein “Yes” wird sofort von einem “oh, sorry, sorry” relativiert, als er meine 2 Paar sieht. Während er die Chips einsammelt, erklärt er mir noch auf Englisch, dass er das Turnier quasi als Freeroll spielt, da er seinen Sitz mit 11,60 US$ Einsatz Online gewonnen hat. “No sorry”, antworte ich, “Du hast eine gute Hand!” Ein klein wenig Ironie kann ich mir wohl doch nicht verkneifen. “Ja, ” bestätigt er, “und schließlich hatte ich ja auch noch das As als Overcard.” Ihm kam während seiner Überlegung nicht einmal die Idee, dass ich besser als lediglich ein Paar sein könnte.
Drei Tage später sitze ich im PokerRoyale in Wiener Neustadt und spiele bei den Masters mit. Obwohl nur 42 Spieler den Weg ins Turnier fanden und obwohl das garantierte Preisgeld in Höhe von 250.000 Euro am Ende doch nicht eingehalten werden konnte, war das Turnier selbst vorbildlich: 50.000 Chips als Startstack, 60 Minuten Levels und Startblinds von 50/100 erfüllen wohl jeden Anspruch an ein deep stack Format. Mir schräg gegenüber nimmt ein etwas überaktiver junger Lokalmatador Platz. Nach seinen einleitenden Worten und Kommentaren glaube ich schließlich, mit dem Erfinder des Pokerspiels höchstpersönlich an einem Tisch zu sitzen. Jede Hand, ob er nun involviert ist oder nicht, wird lautstark analysiert und bewertet.Allerdings sehe ich in den fünf Stunden, die ich ihn beobachten konnte, keine einzige Hand, die er gut, geschweige denn fehlerfrei gespielt hätte. Aber, was soll’s, unser Kiddie trifft halt und wenn er nicht sofort ein Monster hält, suckt er seine Gegner spätestens am River aus. Sein Standard-Eröffnungsraise liegt so zwischen dem 20- bis 30fachen Big Blind. Warum sollte er sich auch an die Blindlevels anpassen, Poker ist doch ein Spiel für ganze Kerle. Dann kommt es zu folgender Situation: Erneut suckt er seinen Gegner aus, doch im Gegensatz zu den vorhergehenden Spielen erahnt er diesmal, wie viel Glück er just in dm Moment hatte. Sofort platzt es aus ihm heraus: “Das Turnier sei ihm sowieso egal, er ist gesponserter Spieler und das Buy-in kommt nicht aus seiner eigenen Tasche!” Aha, jetzt kenne ich wenigstens die ultimative Begründung für schlechtes Spiel!Es kam, wie es fast vorhersehbar war: Nach fünf Stunden Spielzeit mache ich mit Pocket Damen ein Eröffnungsraise auf den 2 1/2 fachen Big Blind. Natürlich zahlt er sofort nach und spielt bei einem Flop von :2d :3d :9c 8.000 in einen Pot mit 4.800 an. Ich will mich auf nichts einlassen und reraise sofort All in. 27.000 muss er noch nachbringen und ohne eine einzige Sekunde des Überlegens annonciert er seinen Call. Er dreht :Jd :7d um. Natürlich kommt am River die :Td, die ihm den Flush komplettiert. Ich murmele noch ein “well played Sir!” und verabschiede mich von der Runde. Sofort springt er auf, läuft mir nach und will mir verbal beweisen, wie genial er doch diese Hand gespielt hat. Ich hingegen würde am Liebsten auf der Stelle mit ihm um 10.000 Euro Heads Up spielen, trotz seines Laufes.
Klar, in den ersten paar Minuten habe ich mich schon geärgert, sowohl in Warschau, als auch in Wiener Neustadt. Aber letztlich sollte ich mich eigentlich freuen, dass es trotz eines vielfältigen Ausbildungsangebots immer noch Spieler solchen Kalibers gibt. Ohne sie würde jeder Turniersieg ungleich schwerer werden.
Interessante Mitspieler wünscht Euch
Euer Michael von free-888.com
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