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- 20.6.2009: Racing-Battle mit Henning Pohl – Mein Videoblog von der WSOP Teil 4
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- 13.4.2009: Von notwendigen Strategieanpassungen
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Vienna Spring Festival – Die hohe Kunst des siegreichen Showdowns
30.3.2009 von Michael Keiner.
Der Prolog zum zehntägigen Pokerfestival in Wien fand für mich nicht im Concord Card Casino, sondern im nur 10 Minuten entfernten Montesino Casino statt. Das dortige Management hatte zu einem High Stakes Cashgame eingeladen und die Tendenz dieser Partie sollte bezeichnend für den Verlauf der gesamten Spring Challenge sein. Mit Blinds von 25/50 und einer Ante von 10 ist es nicht unbedingt eine Nolimit Holdem Partie, die ich regelmäßig spiele. Also habe ich mich zunächst schön brav mit dem Minimum Buy in von 5.000 € an den Tisch gesetzt und zumindest anfänglich eher zurückhaltend agiert. Mit dabei waren unter anderem Tony G., der Shooting Star Johann Steindl, Erich Kollmann und Stefan Jedlika. Innerhalb der ersten 90 Minuten konnte ich mein Stack ohne einen Showdown auf etwa 6.700 € vergrößern, als es zu folgender Hand kam: Im HiJack lächeln mich Pocket Asse an und ich openraise auf 200 €. Tony G. am Button und Johann Steindl im Small Blind callen. Der Flop kommt mit :Jc :7s :6c noch relativ ungefährlich daher, aber Johann spielt direkt 440 € an. Ich will hier überhaupt nicht lange Theater machen und raise direkt auf 1.500 €. Tony foldet zügig und Johann kommt etwas ins Grübeln. Er fragt mich schließlich, wie viel ich noch vor mir habe. „Etwa 6.500 €“, antworte ich ihm und er geht sofort All in. Er covert mein Stack beliebig und jetzt ist es an mir, in den Think Tank zu gehen. Ein Set gebe ich ihm nicht, damit würde er wahrscheinlich erst auf dem Turn die Keule auspacken. :8x :9x als Semibluff wäre noch eine Möglichkeit und darüber hinaus auch ein guter Spielzug. Es kommen noch die üblichen Alternativen wie slow gespielte Pocket Könige, :Ax :Jx, eventuell auch :Kx :Jx in Frage. Aber gegen alle genannten Hände bin ich weit vorne. Einzig und allein :6x :7x wäre eine Kombination, die Sinn macht und mich schlagen würde, aber liegt diese Hand preflop tatsächlich ohne Position in seiner calling Range? Ich calle das All in und er dreht zu meiner Erleichterung :Ax :Jx um, eigentlich die Kartenkombi, die ich noch am Liebsten bei ihm sehe. Wie im High Stakes Format üblich, wird nach Showdown und All in gefragt, ob der Turn und River zur Verringerung der Varianz zweimal gedealt werden soll. Ich bin mit dem vorwiegend in Amerika praktizierten „Deal it twice“ nicht ganz so vertraut, also mache ich hier meinen ersten Fehler; da ich mich mit rund 91,5 % Prozent Gewinnchance recht weit vorne fühle, sage ich: „Nur einmal dealen!“ Zur Strafe erscheint auf dem Turn sofort ein weiterer Jack und ohne Hilfe am River wandern rund 13.700 € zu Johann. Was ich bei meiner voreiligen Entscheidung nicht berücksichtigt hatte: Wenn ich Turn und River zweimal dealen lasse, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, den gesamten Pot zu gewinnen, auf etwa 83 Prozent. Gleichzeitig reduziere ich aber die Wahrscheinlichkeit, den vollen Pot zu verlieren, auf lächerliche 4 Promille. Ein folgenschwerer Fehler, der sich so sicher nicht wiederholen wird.
Ähnlich makaber gestaltete sich auch der Verlauf der gesamten Spring Challenge für mich. Insbesondere auf den Main Event hatte ich mich tierisch gefreut. Mit 3.000 € Buy in sollte bei 140 Spielern doch ein ganz anständiger Preispool zusammen kommen, der dem Sieger stolze 117.000 € bescheren würde. Die Struktur ist mit einen starting Stack von 20.000, 90 Minuten Levels und ganz moderaten Steigerungen die beste in ganz Europa. Unendlich viel Raum, um gutes Poker spielen zu können. 2 ½ Tage tat ich das auch. Aber irgendwann kommt bei jedem noch so guten Turnier die Phase, in der in Abhängigkeit vom eigenen Chipcount das Preflop-Gedonke anfängt und man zumindest einen oder zwei Showdowns heil überstehen muss. Bei mir fing der Absturz in Raten in der zweiten Hälfte von Tag 3 an. Ausgestattet mit einem Stack von rund 100.000, der zwar leicht unter Average lag, aber mit rund 70 BB immer noch mehr als ausreichend ist, um solide pokern zu können, zahle ich mit ein paar spielbaren Händen ein Openraise nach, um den Flop sehen zu dürfen. Jedes Mal verfehle ich ihn komplett und gebe auf, da ich offensichtlich geschlagen bin. Im Anschluss verliere ich noch eine geturnte Straight mit open ended Straightflush Draw gegen ein gerivertes Fullhouse und bin zum ersten Mal short stacked. Die Chance zum Comeback bietet sich, als es zu einer typischen Battle of the Blinds kommt. Ein junger italienischer Heißsporn füllt im Small Blind auf, nachdem alle zu ihm gefoldet hatten. Ich sitze im Big Blind und finde :Ad :Jc . Ich raise von 2.000 auf 8.000 und der Italiener fragt nach meinem Chipcount. „Noch 28.000 dahinter“, antworte ich. Er setzt mich schließlich All in, covert mich knapp. Ich weiß, dass er ziemlich angegrillt ist, da er eine Hand zuvor nach einem Raise von Stefan Jedlika am Button aus dem Big Blind gereraist hatte und nach dem All in von Stefan doch noch aufgeben musste. Also calle ich sein All in. Er dreht :Jx :Tx um. Bei meinem derzeitigen Lauf haben dominierende Hände allerdings bestenfalls Coinflip Qualitäten und so wundert es mich überhaupt nicht, dass sofort eine :Tx am Board erscheint und ich meinen Hut nehmen muss. Ich scheide als 18. aus. Der Lohn für die 2 1/2 Tage Poker waren 0 €, denn Preisgeld gab es erst ab dem 15. Platz. In beeindruckender Kontinuität setzt sich damit die Serie der letzten Wochen fort. In Dortmund im Main Event bin ich als 87. von 667 ebenfalls in der Bubblephase raus, im 2.000er Side Event als 24. von 239 gab es in der ersten Preisgeldstufe immerhin etwas mehr als das Buy in zurück. Also hoffte ich, hier in Wien mal wieder einen anständigen Score hinlegen zu können. Aber solange die Showdown-Krankheit in ihrer Akutform anhält, wird auch der nächste Turniersieg noch etwas auf sich warten lassen. Euer Michael
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Von Paragraphen und deren Reitern
17.3.2009 von Michael Keiner.
In den meisten Ländern der Erde ist alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist. In Deutschland ist alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist… und vielleicht auch noch etwas mehr! Die EPT Dortmund hätte ein wahres Fest werden können; rein vom deutschen Pokergesichtspunkt aus war sie das auch. Mit Sandra Naujoks als Siegerin können wir uns kaum eine bessere Botschafterin wünschen, die die positiven Aspekte des Spiels so glaubwürdig und authentisch wie kaum ein anderer übermitteln kann. Aber die für mich persönlich letzte Szene der EPT Dortmund war so einprägsam wie der allgegenwärtige Hang zur Überregulierung und das daraus resultierende Chaos der gesamten Veranstaltung: Ich muss vorausschicken, dass ich Sandra schon lange kannte, bevor ihr Name in der Medienwelt ein Begriff wurde und wir schon einige Zeit vor ihrem Titelgewinn in Baden unsere gemeinsamen Runden auf dem Golfplatz drehten. Nachdem das Blitzlichtgewitter am Finaltisch etwas abgeklungen war wollte ich sie einfach in den Arm nehmen und herzlichst zu diesem gigantischen Erfolg gratulieren. Aber ich hatte meine Rechnung ohne die muskelmassenmäßig überaus aufgepolsterten Herren gemacht, die den Finaltisch vor Leuten wie mir beschützen sollten. Statt eines simplen Wortes wurde einfach der Unterarm ausgestreckt und mir bedrohlich vor die Brust geschoben, was wohl nichts anderes zu bedeuten hatte, als: „Bis hierher und keinen Millimeter weiter!“ Ich respektiere ja die Obrigkeit, also bleibe ich schön brav stehen und warte auf bessere Zeiten. Keine 5 Sekunden später entdeckt mich Sandra und kommt strahlend auf mich zugelaufen. Aber da hat sie wohl nicht an den aufgepolsterten Herrn gedacht. In einer reflexartigen Bewegung, die vermutlich eher direkt der Oberarmstreckmuskulatur, als dem eigentlich gut 20 Zentimeter höher sitzenden koordinativen Organ entsprungen zu sein scheint, schnellt erneut der Unterarm heraus und diesmal hat ihn Sandra vor der Brust. Dass wir uns zu guter Letzt doch noch in die Arme nehmen konnten, grenzt schon beinahe an ein Wunder…
Dieses Beispiel ist bezeichnend für den gesamten Ablauf der Organisation. Fünf mit überdimensional großen Taperollen ausgestattete Spielbankmitarbeiter waren allein dafür abgestellt, durch die hoheitlichen Räume zu eilen und nach irgendwelchen Anzeichen der leisesten Form von Werbung Ausschau zu halten. Wurde das Corpus delicti entdeckt, kam sofort das schwarze Klebeband zum Einsatz und der Schriftzug war nicht mehr zu sehen. Begründet wurde dies mit einer Dienstanweisung vom Innenministerium. Bei der Aktion mussten sowohl die Brandings von in Deutschland völlig legalen, reinen Playmoneyseiten, als auch alle anderen Werbebotschaften dran glauben. Selbst das Logo einer bekannten Burgerkette wurde nicht verschont. Warum in aller Welt ist dies durch eine ministerielle Anweisung verboten worden, wenn mir, keine 100 Meter von der Spielbank entfernt, ein riesengroßer Whopper von einer Plakatwand entgegen lacht? Natürlich muss dieser Aufwand auch entsprechend gegenfinanziert werden. Deshalb wurde neben der 300 € Entry Fee für den Main Event nochmals zusätzlich 30 € pro Person fällig, wenn man überhaupt den Turniersaal betreten wollte. O.K., 25 € davon waren als Subvention für die Gastronomie gedacht und man konnte sich Softdrinks bis zum Abwinken bestellen. Aber wenn man wie ich, nur 2 Cola am Tag trinkt, kann man dies getrost der Kategorie „Nepp“ zuordnen. Die Spieler, welche Tag 1 überlebten, wurden gleich noch mal extra bestraft. Ohne die 30 € auch an Tag 2 abzudrücken, konnte man nicht den Turniersaal betreten und musste sich totblinden lassen. Ich verstehe einfach nur noch Bahnhof: In Deutschland gibt es doch richtig gute staatliche Casinos, wie beispielsweise die Spielbank Schenefeld oder das auch zur Westspielgruppe gehörende Casino Bremen, um nur zwei zu nennen. Dort gibt es fantastische Pokermanager und ein tolle Organisation, die jeden Pokerspieler als geschätzten Gast betrachtet und alles dafür tut, damit er sich wohl fühlt. Warum können sich die Verantwortlichen von Dortmund nicht mal mit diesen Leuten zusammensetzen und erklären lassen, wie man anständige Pokerevents aufzieht? Dann gäbe es nicht nur ein dickes Lob für die tollen Leistungen der deutschen Pokerspieler, sondern auch für die Gastfreundschaft,
glaubt Euer Michael
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Fairplay in Bregenz
4.3.2009 von Michael Keiner.
Die Turnierserie der Casinos Austria geht nunmehr in ihre zweite Saison und schon beim ersten Event des Jahres 2009 in Seefeld war absehbar, dass der Zuspruch und das Interesse der Pokerspieler wohl alle Erwartungen übertreffen würden, selbst die der Organisatoren. Die CAPT in Bregenz toppte noch mal Seefeld, bis auf das Potlimit Omaha waren alle Events ausverkauft und trotz intensivster Bemühungen des Managements konnten nicht alle Spieler von der Warteliste im Nachrückverfahren ihren Platz ergattern. Was sind die Gründe für diesen bemerkenswerten Erfolg? Einerseits spielt natürlich die hohe Fachkompetenz der Mitarbeiter, vom jungen Dealer, bis hin zum Pokerchef Edgar Stuchly, eine große Rolle. Der pokerspielende Gast fühlt sich sicher und gut betreut. Andererseits wage ich aber auch zu behaupten, dass es teilweise auf die private Konkurrenz zurückzuführen ist. In Österreich gibt es zahlreiche private Cardcasinos, die ihre Gäste mit attraktiven Angeboten binden wollen. Diese Situation führt zwangsläufig zu einem echten Wettbewerb, was letztendlich dem einzelnen Kunden zugute kommt. Und am Ende ist dann jeder zufrieden. Wer würde da nicht zustimmen wollen, dass wir von unseren südöstlichen Nachbarn nicht doch noch eine ganze Menge lernen können?
Ich selbst fahre bei der CAPT eine Zwischenstrategie. Die Cashgames sind so attraktiv, dass ich auf die Turniere mit den kleineren Buy ins gerne verzichte, um abends an den Omaha-Tischen Platz zu nehmen. Hier entspricht ein einzelner Pot mitunter dem Preisgeld für den Turniersieg und in der Turnierwoche in Bregenz gab es sogar ein paar Pots, die von der Größe her dem ersten Platz des Main Events entsprachen. Leider war ich an keinem davon persönlich beteiligt, aber ich hatte zumindest die Chance am Tisch dazu.
Eine Ausnahme stellte das Potlimit Omaha Turnier dar. Eigentlich wollte ich Skifahren, aber das Wetter war mehr als bescheiden und so machte ich dann kurz entschlossen doch noch mit. 113 Spieler hatten die 200.- € Buy in entrichtet und da während der ersten 90 Minuten unbegrenzte Rebuys angeboten wurden, machten auch zahlreiche Kämpfer regen Gebrauch von dieser Möglichkeit. Ich selbst war hier ein wenig bestrahlt. Ohne einen einzigen Rebuy konnte ich mein Startstack vervierfachen, so dass ich lediglich das Add on in Anspruch nahm. Bis zu den letzten 3 Tischen lief es auch wie geschmiert weiter. Bei noch 20 verbliebenen Spielern hat ich 161.000 an Chips, was ungefähr dem Schnitt der letzten 7 entsprach. Aber dann kam halt die Phase, in der aufgrund der Blindhöhe ein ordentliches Flopspiel praktisch unmöglich wurde und das Ganze sich meist im „preflop All in Bereich“ abspielt. Ich verlor 2 Showdowns als 70 % Favorit, eine Konstellation, die preflop bei Omaha im Gegensatz zu Texas Holdem nicht unbedingt so häufig vorkommt. Schließlich war ich knapp unter Average und in einem Battle of the Blinds kommt es mit meinem linken Nachbarn, Bobby G. zum unausweichlichen All in. Beim Showdown zeigt sich, dass wir nahezu die gleiche Hand halten. Er gewinnt das Spiel schließlich, weil er mit einer seiner Beikarten auf dem River ein Paar macht.
Und jetzt kommt das Unglaubliche: Bobby sagt, dass er vor dem Dealen des Boards mir eigentlich vorschlagen wollte, 5 Prozent vom Preisgeld gegenseitig abzutreten. Jetzt, wo er die Hand gewonnen hatte, wollte er mir trotzdem die 5 Prozent geben. Mir war das schon fast peinlich, aber er bestand darauf. Ich muss offen eingestehen, dass mir in 15 Jahren Turnierpoker so viel sportliche und menschliche Fairness noch nicht unter gekommen ist. Hut ab, Bobby und nochmals ein herzliches Dankeschön! Ich scheide schließlich als 13., gerade so im Preisgeld, aus. Nach den vielen Stunden im Turnier stand mir nicht unbedingt der Sinn danach, mich mit den Jungs am großen Gashgame Tisch zu messen. Also nahm ich meine 840 € Preisgeld und legte sie in der kleinen Omaha Partie mit 500 € Minimum Buy in vor mich. Jetzt passierte die zweite Unglaublichkeit für den Abend: Ich habe einen Upswing von echtem Seltenheitswert und etwa 2 ½ Stunden später stehen 12.000 € vor mir, was ungefähr dem zweiten Platz im Omaha Turnier entsprach. Nice Rush!!! Übrigens: Bobby G. gewann das TurnierJ!
Unglaubliche Stunden am Pokertisch wünscht Euch
Euer Michael von free-888.com
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Gedanken zum Slowplay
5.2.2009 von Michael Keiner.
Die Pokerolymp Open im Casino Schenefeld waren sicher eine Reise wert. Nicht ohne Grund hat Andreas Krause einmal die Turnierserie als das schönste deutsche Pokerfestival bezeichnet. Leider fand der diesjährige Event ohne ihn statt. Andi war schon auf dem Weg nach Los Angeles, wo er sein Glück bei der WPT versuchen will.
Warum ich ausgerechnet ihn an dieser Stelle erwähne, hat einen ganz besonderen Grund. Andreas hat mir vor ein paar Monaten einmal anvertraut, dass er Pocket Asse in einem Nolimit Holdem Turnier grundsätzlich „slow“ spielt. 18 Mal in Folge sei es gut gegangen und er hätte jedes Mal einen Monsterpot damit gewonnen. Danach sei es aber fünfmal in Folge schief gegangen und er fand sich als extremer Shortstack oder eben an der Rail wieder. Nun, ganz so „grundsätzlich“ sehe ich die Sache nicht. Slowplay ist sicher ein hochwirksames Tool, wenn man den richtigen Spot findet. Slowplay setzt das richtige Timing und den besonderen Gegner voraus, eignet sich nur für ganz bestimmte Turnierphasen und Stacksizes. Vor Allem aber gilt: Slowplay ist stets mit erheblichen Risiken verbunden!
Während der Turnierreihe in Schenefeld versuchte ich zweimal ein echtes Slowplay und bin beide Male damit ganz übel auf die Schnauze gefallen. Beide Situationen ähneln sich sehr, was die Turnierphase und meinen Stack betreffen und in beiden Situationen war ich bereit, ein besonderes Risiko einzugehen, um mir mein Ticket für den Finaltisch zu erspielen.
Im ersten Turnier nimmt zwei Positionen rechts von mir Alex Jalali (ehem. dt. Pokermeister und Gewinner des Main Events Amsterdam 2006) Platz. Alex ist reichlich short mit Chips und im typischen Push or Fold Modus. Etliche Male sammelt er die Blinds ein, wird einmal aufgedoppelt von einem Mutigen, der sein All in gecallt hat und innerhalb kürzester Zeit ist er plötzlich im Average. Wir sind jetzt noch 31 von ehemals 110 Spielern und Alex versucht, sein Momentum auszunutzen und das Kommando am Tisch zu übernehmen. Kaum eine Hand, in der er in später Position nicht openraist und spätestens mit seiner obligatorischen Coninuation Bet kann er den Pot einsammeln. Dann passiert es: Alex macht erneut ein Openraise am Button und ich finde im Big Blind Pocket Könige. Natürlich könnte ich hier relativ leicht den Pot mit einem Reraise einsammeln, aber stattdessen bin ich gierig auf seine Chips und calle nur. Dabei ist mir bewusst, dass ich die Hand aufgeben muss, wenn ein As im Flop kommt und Alex Stärke zeigt. Das Risiko nehme ich gerne in Kauf. Der Flop kommt mit :7h :Th :Js zwar etwas drawlastig daher, aber in Erwartung seiner Conti-Bet checke ich mit der Intention, ihn kräftig zu raisen. Entgegen seiner normalen Spielweise tut er mir jedoch nicht den Gefallen und checkt behind. Hat er etwa ein Monster getroffen und will ebenfalls ein Slowplay ansetzen? Hat er einen guten Draw und nimmt gerne die Freikarte für den Turn? Als der Turn die :3h bringt, muss ich mir Klarheit verschaffen und spiele 4.000 in den etwa 6.000 Chips zählenden Pot an. Alex callt relativ zügig und jetzt setze ich ihn wirklich auf einen Draw. Der River bringt die :Tc, an sich eine sehr gute Karte für mich. Das erscheint mir als ideale Gelegenheit, um einen Bluff zu induzieren. Ich checke und er spielt 15.000 an, was ziemlich genau meinem All in entspricht. Ich bin mir so sicher, dass er an dieser Stelle blufft und schiebe nach 2 bis 3 Sekunden meine Chips in die Mitte. Etwas fassungslos sehe ich seine Hand: Er dreht :Ah :Td um. Meine Idee mit dem Draw war schon korrekt, aber Alex hat die „Nebenlösung“ getroffen. Mit der geriverten 10 macht Alex einen Drilling. Meine Könige wandern in den Muck und ich an die Rail. Ich habe ihm niemals die 10 gegeben, da er den Flop gecheckt hat.
Eine ähnliche Situation ergibt sich beim 800.- € Event. Es sind noch etwa 35 von ehemals 104 Spielern übrig, ich bin ungefähr im Average und openraise in mittlerer Position Pocket 7 auf den dreifachen Big Blind. Der Button sowie der Big Blind callen. Der Flop kommt für mich perfekt herunter. :7h :3c :2d. Zu meiner eigenen Überraschung spielt der Big Blind ein Bet in Höhe des halben Pots. Wieder entscheide ich mich für ein Slowplay und calle nur. Der Button foldet und als der Turn die :5s bringt, spielt mein Gegner erneut an. Jetzt denke ich etwas länger nach. In vielen Stunden aufmerksamer Beobachtung hat sich mein Gegner nicht ohne Grund das Prädikat „tight“ absolut verdient. Also scheidet :6x :4x aus, was ihm die Straight geben würde. Ein Pocket Paar erscheint mir am Wahrscheinlichsten, vielleicht auch mit Nebenlösungen wie :4x :4x oder :6x :6x. Also gibt es erneut nur ein Call von mir. Der River bringt zu allem Überfluss eine :4 und als er erneut halben Pot anspielt, calle ich zugegebenermaßen ziemlich angewidert mit meinem Topset. Ich hoffe auf einen kleineren Drilling, erwarte aber eigentlich eine :6 in seiner Hand, die ihm die Straight beschert. Im Showdown zeigt er :6x :5x offsuit, eine Hand, die ich niemals bei ihm vermutet hätte, weil er preflop das Raise bezahlt hatte.
Mit „Pech“ haben beide Situationen nur wenig zu tun. Ich bin überzeugt davon, dass ich in beiden Fällen die Hand mit entsprechender Stärke und Aggressivität ohne Showdown auf dem Flop hätte gewinnen können. Der eigentliche Fehler lag darin, dass beide Spieler eine Reaktion zeigten, die nicht in das von mir angelegte Profil der Spieler passte. Die Logik eines Zuges oder der Ausschluss einer möglichen Kartenkombination beim Gegner ergibt sich immer aus der Historie einer Hand in Verbindung mit dem Profil des Gegenübers. Wenn es hier zu „Überraschungen“ kommt, liegt es meist nicht an unglücklichen Umständen, sondern an den besonders hohen Risiken des Slowplays, wenn man zugleich den Mitspieler fehlerhaft beurteilt. Ich werde auch in Zukunft weiterhin meine Spots für das Slowplay suchen, denn ohne diese „zusätzlichen“ Chips ist es richtig schwer, einen Finaltisch nicht als Shortstack zu erreichen. Und wir wollen ja um den Sieg spielen, oder? Aber dabei kommt es auf das richtige Timing in Verbindung mit einer sehr präzisen Einschätzung des gegnerischen Spielstils an.
Eine gute Menschenkenntnis wünscht Euch
Euer Michael von free-888.com
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Lebensqualität
19.1.2009 von Michael Keiner.
Manchmal ist ein längere Pause der ideale Ansatzpunkt, um seinen eigenen Standort neu zu definieren und mit seinen tatsächlichen Wünschen und Hoffnungen in Einklang zu bringen. Kurz vor Weihnachten zeichnete sich ein solche Pause ab und mir wurde in den letzten Tagen des Jahres 2008 klar, dass wieder einmal die Zeit für ein paar Änderungen gekommen ist. Nichts Weltbewegendes, aber dennoch wichtige Dinge, die zu mehr Lebensqualität führen und sich so zwangsläufig auch in der Performance am Pokertisch auswirken. Die Umsetzung der guten Vorsätze in die Tat ließen dann auch nicht lange auf sich warten und so flog ich zum Jahresbeginn 2009 erstmal nach Kenia, um meinen Bauch ein paar Tage in der Tropensonne des indischen Ozeans zu bruzzeln und für drei Tage im Zelt in der Masai Mara quasi Tür an Tür mit Elefanten, Giraffen und Flusspferden die Energie des Urkontinents in mich aufzunehmen.
Direkt von Kenia aus ging es dann zur CAPT nach Seefeld und nur wenige Stunden später und etwa 45° C kälter durfte ich die gesunde Bergluft schnuppern. Die Turnierwoche in Seefeld ist wie auch im Sommer Velden einer der Events, bei dem Lebensqualität von den Rahmenbedingungen her ganz groß geschrieben werden kann. Wunderbare Hotels, eine traumhafte Gastronomie, herrliche Skipisten und nicht zuletzt eine beispielgebende Turnierorganisation brachten auch dieses Mal einen beeindruckenden Zustrom an “Pokerreisenden”, so dass ein volles Haus angesagt war und Casinos Austria Seefeld ständig neue Rekordzahlen an Turnierteilnehmern verbuchen konnte. Ganze Horden von italienischen und slawischen Touristen an wirklich ausgesprochen “jucy” Potlimit Omaha Cashgame Tischen machten mir die wichtigste strategische Entscheidung nicht allzu schwer: Ich würde auf die gesamten kleinen Turniere verzichten und nur den 1.000 € NLH und den 2.000 € Main Event spielen. Ein einziger gewonnener guter Pot im PLO entsprach dann mitunter dem zweiten oder dritten Platz im Turnier.In diesem Kontext war es viel schöner, den Nachmittag bei Kaiserwetter auf der Skipiste zu verbringen, zumal ich mir gerade ein Paar neue, komplett aus Carbonfaser bestehende Skier (Venom, kommen direkt aus der Audi R8 Werkstatt) zugelegt hatte, die einem das Gefühl geben, einen Ferrari den Hang hinunter zu bewegen. Der Suchtfaktor ist gewaltig!!!
Abends so zwischen 20 und 21 Uhr ging es dann in die Cashgame-Sitzung. Hier standen für mich die Partien mit Blinds von 10/10 bis 20/40 zur Auswahl, wobei ich meine Selektion nie von der Höhe der Blinds, sondern von dem zu erwartenden WBQ (Weichbirnenquotienten am Tisch) abhängig machte. Regelmäßig zwischen 01:30 und 02:30 Uhr beendete ich meine Tagessitzung, schließlich wollte ich ja am nächsten Tag fit für die Piste sein!
Bereits am Samstag vor Beginn des Main Events war klar, dass mein Wochenplan vollkommen aufgegangen war und ich die Turnierwoche in Seefeld unabhängig vom Ausgang und der Platzierung im Turnier als vollen Erfolg verbuchen konnte. Dementsprechend locker und entspannt trat ich an. Nach einem etwa zähen Beginn während der ersten Stunde kam ich dann relativ rasch zu Chips, weil gleich mehrere Gegner meinten, mich mit viel Druck und relativ wenig Showdown-Value aus den verschiedensten Händen herausbluffen zu wollen. Das führte einmal zu einem Double up und mehrmals zu anderen beachtlichen Potgewinnen, so dass ich nach 4 Stunden Spieldauer mit 48.000 Chips fast den dreifachen Average hielt. Leider wurde dann die ganze Angelegenheit erneut sehr zäh, weil ich einmal meine Pocket Asse gegen :Ad :5d verlor. Ich war selber schuld, weil ich die Rockets preflop im Heads Up slow gespielt hatte und das Raise meines Gegners nur callte. Die Strafe folgte dann auf dem Fuß und ich verlor noch zwei Coinflips gegen einen short und einen medium Stack. Als von den 164 Startern noch 30 Spieler übrig waren, beendete die Turnierleitung Tag 1 nach 10 gespielten Leveln. Meine Chips waren auf 38.600 zusammen geschrumpft. Damit lag ich zwar etwas unter dem Average von 50.000, hatte aber bei Blinds von 1.200/2.400 immer noch genügend Munition, um ernst genommen zu werden.
Gleich in der dritten Hand an Tag 2 kam es dann zu einer folgenschweren Konfrontation. Ich muss hier eine Sache vorweg erklären: Wer mich länger kennt und wer meine Turnierergebnisse genauer betrachtet, weiß, dass ich ein Siegspieler bin und wenig Ambitionen verspüre, mich irgendwie in die Preisgeldränge zu retten. Wenn ich die Wahl bekäme, 5mal den zweiten Platz zu machen oder einmal ein Turnier zu gewinnen, wähle ich den Sieg, auch wenn es finanziell die schlechtere Entscheidung ist. Unter diesen Gesichtspunkten ist auch die folgende Hand zu verstehen. Ich befand mich im Big Blind und alle foldeten zum Cutoff, der mit einem Standardraise auf 6.600 eröffnete. Es handelte sich um einen jungen Online-Spieler aus Kanada, der sich via Satellite für die CAPT qualifizierte. Tags zuvor hatte ich schon einige Stunden mit ihm am Tisch verbracht und glaubte, einen zuverlässigen Read auf ihn zu haben. Gleichzeitig hatte er stets eine Konfrontation mit mir vermieden. Sein Eröffnungsraise sah alles andere als selbstsicher aus und ich war mir eigentlich sicher, ihn mit einem entsprechenden Reraise zum Folden bewegen zu können. Die Karten waren in dieser Situation eher sekundär für mich, aber ich fand :Ks :Tc, also keine ganz so schlechte Hand. Ich rechnete kurz nach und entschied mich, direkt meine 38.000 Chips All in zu pushen. Sollte er folden, hätte ich mit über 50.000 Chips wieder den Average und für den (hoffentlich vermeidbaren) Fall des Calls würden mir bei Gewinn der Hand über 90.000 winken, was schon fast das Ticket zum Finaltisch gewesen wäre. Er überlegte eine gefühlte halbe Ewigkeit und callte schließlich. Er drehte zwei Neuner um und wir hatten wieder mal einen klassischen Coinflip. Im Board kamen dann ausschließlich kleine Karten, was mich doch relativ früh an diesem Sonntag auf die Autobahn Richtung Heimat brachte. Ich würde den Move jederzeit wieder machen und glaube, dass es sich langfristig um eine profitable Entscheidung handelt. Turnierchips sind wie Waffen und man muss schon ein ganzes Arsenal davon haben, wenn man sich nicht auf sein Kartenglück verlassen will.
Viele Chips in den kommenden Turnieren wünscht Euch
Euer Michael von free-888.com
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Die Doppelrolle
9.1.2009 von Michael Keiner.
„Wie konntest Du nur callen“ oder „wie konntest Du nur diesen Move machen“, sind genau jene Fragen, die mir in den vergangenen 14 Jahren wieder und wieder an den verschiedensten Pokertischen rund um den Globus teils entgeistert ungläubig, teils verständnislos kopfschüttelnd, in seltenen Fällen auch mal zornig gestellt wurden.
Meistens antworte ich mit der gleichen Phrase: „Ganz einfach: Ich nehme meine Chips und schiebe sie in die Mitte!“
Ganz im Ernst; ich bin kein großer Freund davon, einem Gegner während eines laufenden Pokerspiels auch noch taktische Begründungen dafür zu liefern, warum ich eben genau jenen Spielzug in dieser speziellen Situation gemacht habe. Ohne mich mit der lebenden Legende wirklich vergleichen zu wollen…Aber wie würde das wohl kommen, wenn Tiger Woods sich am Finaltag eines großen Golfturniers auf das Grün legen würde, um seinem unmittelbaren Gegner auch noch die ideale Putlinie zu erklären?Für Coachings ist gewiss nicht der Tisch vorgesehen, an dem ich mich momentan im Wettkampf befinde, sondern beispielsweise meine Blogs, meine Lehrartikel und Videos auf IntelliPoker oder auch meine Rolle als Kommentator bei TV-Pokerübertragungen.
Und in diesem Zusammenhang habe ich zum Jahresbeginn ein kleines Highlight für Euch parat. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich im November die 888 UK Poker Open in London gewonnen. Ab 11. Januar 2009 werden die insgesamt 8 Folgen mit deutscher Beteiligung auf „Das Vierte“ ausgestrahlt und der Sender hatte Markus Krawinkel und mich als Kommentatoren verpflichtet. Natürlich sind unter den Sendungen auch die 3, in denen ich selbst mitgespielt habe. Also habe ich versucht, alle meine Entscheidungen zu begründen und die dahinter stehende Strategie zu erläutern. Meinem Wissen nach handelt es sich um eine Premiere im deutschen TV, dass der Sieger eines Turniers Schritt für Schritt den Weg dorthin aufzeigt. Frei nach Gus Hansen ein „Every hand revealed“ in Fernsehform! Einziger Nachteil: Die jeweiligen Heats dauerten immer mehr als 3 Stunden und mussten produktionstechnisch auf einstündige Formate gekürzt werden. Also sollte es wohl besser lauten: „Every important hand revealed“.
Hier die Sendetermine:
Sonntag, 11.1.: 00.05 Uhr,
Montag, 12.1.: 23.55 Uhr,
Dienstag, 13.1.: 00.25 Uhr,
Sonntag, 18.1.: 00.15 Uhr, (mein erster Heat)
Montag, 19.1.: 00.05 Uhr,
Dienstag, 20.1.: 00.05 Uhr,
Sonntag, 25.1.: 24 Uhr, (mein Semifinale)
Montag, 26.1.: 00.10 Uhr (Finale)
Ich hoffe, wir sehen uns!
Euer Michael von free-888.com
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Festtagsspielereien
28.12.2008 von Michael Keiner.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag machte ich einen kurzen Tagesabstecher nach Wien. Das vor ein paar Wochen neu eröffnete Montesino-Casino hatte mich für einen Gastauftritt gebucht. Mit dem Konzept, Pokern und Entertainment harmonisch miteinander zu verbinden, versucht die Geschäftsleitung, neue Weg im Rahmen eines klassischen Cardcasinos zu gehen. Stilvolles Ambiente, ohne kitschig zu wirken, ein sehr gutes Restaurant, eine Showbühne und 3 Barbereiche sprechen auch diejenigen Kunden an, die beim Besuch eines “normalen” Pokerrooms eher zurückhaltend wären.
Attraktive Turniere mit meist garantiertem Preispool sind im täglichen Angebot, wobei die Struktur im Vergleich zum Buy-in wirklich positiv überrascht. Hauptthema meines Auftritts wat ein Bounty-Turnier, bei dem ein Kopfgeld in Höhe von 1.000.- € auf meinen Turnierrauswurf ausgesetzt war. Bei einem Buy-in von nur 56.- € ist das natürlich ein gewaltiger Brocken, der zumindest bis in die tiefen Preisgeldränge alle anderen strategischen Überlegungen zum Turnier in den Hintergrund treten läßt.355 Spieler stürmten das Casino und schon bald bekam ich den Eindruck, dass es sich nicht um ein Bounty-Turnier, sondern um eine allgemeine Treibjagd handelte, bei der ich das einzige auserwählte Opfer sein sollte.
Erschwert wurde das Ganze noch zusätzlich durch ein paar merkwürdige Entscheidungen des Turnierdirektors, der mich stets dann an einen anderen Tisch zu setzen pflegte, wenn ich gerade am Button war. So hatte ich im Schnitt ungefähr alle vier Hände die beiden Blinds und wechselte allein in den ersten drei Levels zehnmal den Tisch. Irgendwie löste diese Hetzjagd geradezu Trotzgefühle in mir aus und ich wollte es den Jägern so schwer wie möglich machen. Also versuchte ich auf jeden Chip zu achten, als ob es mein letztes Geld wäre!
Welche strategischen Anpassungen sind also bei einem Bounty-Turnier nötig?
Zunächst einmal sollte man sich in die Rolle des Jägers versetzen. Dieser zahlt 56.- € und gewinnt 1.000.- €, wenn er mich aus dem Turnier wirft. Sofern er mich mit seinen Chips covert und ich im Pot bin, ist es ein absolutes Muss, mit “any two cards” den Flop zu sehen. Jeder Preflop Fold wäre -EV, sobald ich Chips investiert habe.
Für mein eigenes Spiel ergeben sich daraus folgende Überlegungen:
1. Ultratighter Grundansatz in den ersten Levels!Da keine meiner Hände irgendeine Form von Fold-Equity seitens des Gegners besitzt, bin ich auf Kontakt zum Flop angewiesen. Bei jeder Hand, die ich spiele, muss ich davon ausgehen, dass es zum Showdown kommen wird.
2. Bluffen ist für mich gegen gleichgroße oder größere Stacks absolut verboten!Erklärt sich von selbst durch Punkt 1. Das Gleiche gilt entsprechend natürlich auch für Semibluffs, die bekanntlich einen Großteil ihres Wertes aus besagter Fold-Equity gewinnen.
3. Postion wird noch erheblich wichtiger!Wenn ich in früher Position Chips preflop investiere, werde ich immer mit Multiway-Action konfrontiert sein. Das führt zu folgendem Schluß: In früher Position sollten Karten wie hohe Paare oder AK nur gelimpt werden, in später Position gewinnen suited connectors ungeheuer an Wert, da sie fast immer gegen mehrere Gegner antreten.
4. Nur die Karten spielen und nicht den Gegner!Da ich kaum mehr als sechs oder sieben Hände am gleichen Tisch spiele, ist es völlig illusorisch, irgendwelche Reads auf die Mitspieler zu bekommen, zumal diese Reads auch getrost über Bord geworfen werden können, sobald ich im Pot bin.
Bei allen Überlegungen gibt es auch noch einen positiven Punkt zu vermerken. Ich muss mir mit sehr starken Händen niemals überlegen, wie ich Chips in die Mitte bekomme. Das übernehmen meine Gegner aufgrund des Bounty für mich!
Dieser Strategie zufolge spielte ich in den ersten 60 Minuten keine Hand und wurde nur runter geblindet. Dann ergab sich eine gute Gelegenheit. UTG macht ein bei Blinds von 50/100 ein Eröffnungsraise auf 300, drei Spieler bezahlen und ich finde am Button :7h :8h. Ich zahle ebenfalls, wie natürlich auch der Small und Big Blind nach mir. Der Flop kommt :7d :4d :7c. UTG macht sein continuation bet in Höhe von 1.600 und der nächste Spieler zahlt nach. Eine bessere Situation werde ich wohl nicht mehr finden und pushe mit geflopptem Drilling sofort mit 5.300 All in. Die Blinds sowie UTG folden, nur der zweite Spieler zahlt nach. Völlig korrekte Entscheidung in Hinblick auf das Bounty, da er mich erstens covert und zweitens mit :Ad :5d den Nutflushdraw hält. Aber er verpasst den Flush und aus meinem Drilling wird am River sogar noch ein Full House. Danach besitze ich 14.500 an Chips und gehöre mit zu den Chipleadern. Normalerweise ist das meine persönliche Aufforderung zum Tanz und in allen anderen Turnieren packe ich jetzt das “Terrorkommando” aus. Kurzfristig habe ich dies auch im Bounty-Turnier versucht, nach kürzester Zeit aber wieder aufgegeben. Interessanterweise spielten die Leute stets weiter den Jäger, auch wenn sie aufgrund ihres eigenen Chipcounts überhaupt keine Chance hatten, mich aus dem Turnier zu werfen. Wahrscheinlich war es ein konditionierter “Bounty-Reflex”, der dieses Verhalten unterstützte.
Also spielte ich weiterhin gemäß den oben aufgeführten Grundsatzüberlegungen. Letzten Endes konnte ich mich unter die Top 100 retten und schied irgendwo zwischen Platz 83 und 92 aus, als ich shortstacked mit 6.200 Chips bei Blinds von 800/1600 mit :As :Th all in pushte und in Pocket Asse lief.
Neben der Tatsache, dass dieses Turnier trotz völliger Chancenlosigkeit aufgrund des Bounty unheimlich viel Spaß gemacht hat, habe ich auch noch die praktische Bestätigung für eine Grundsatztheorie des Turnierpokerns bekommen. Wenn man sich bei einem Turnier nur auf seine Karten verlassen muss, ist es so gut wie unmöglich, den Finaltisch zu erreichen, geschweige denn, das Turnier zu gewinnen. Spätestens ab der mittleren Phase werden die regelmäßigen Steals der Blinds und Antes so unglaublich wichtig, dass sie spielentscheidend sind.
Einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und glückliches 2009 wünscht Euch
Euer Michael von free-888.com
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Nations Cup in Bregenz
8.12.2008 von Michael Keiner.
Der Flop mit :5s :6s :Jd sah zwar alles andere als günstig aus, aber immerhin lagen wir noch knapp vorne. Sebastian Ruthenberg hatte preflop mit 4.200 Chips all-in gepusht. Die Blinds lagen mittlerweile bei 400/800 und unsere Luckbox saß UTG. Wir „Railbirds“ vom zweiten (oder ersten) deutschen Team wussten alle, dass dieser Move jetzt fällig war, bevor unser kleiner Stack am Finaltisch des Nations Cups kaum noch als Bedrohung aufgefasst werden konnte. Was wir zu diesem Zeitpunkt alle noch nicht ahnten: Sebastian hatte wirklich eine Hand! Pocket Queens für unser erstes All in ist im Grunde genommen eine Hand, mit der man in unserer Position dann doch ganz gerne ein Call sieht. Team Türkei tat uns den Gefallen und schob 4.200 Chips über die Linie. Heads Up drehte er :As :Ts um und murmelte ein anerkennendes „nicht schlecht, nicht schlecht!“ als er Sebastians :Qc :Qs sah. Der Turn in Form der :Td gab unserem türkischen Mitspieler noch mal zwei Outs zu den bereits vorhandenen 11 und eine weitere :Tx am River ließ die Chips in Richtung Türkei wandern. Ein etwas enttäuschender 5. Platz ist das Resultat für die statistische Auswertung. Was mit diesem Score jedoch überhaupt nicht wieder gegeben werden kann, ist die annähernde Beschreibung der Emotionen und des Spaßfaktors, die in diesem Turnier involviert waren. Der Ablauf der vergangenen drei Tage bewies einmal mehr, dass die Vorplanung völlig richtig war. Mit Katja Thater, Jan von Halle und Sebastian Ruthenberg hatte ich drei ausgezeichnete und live-erfahrene Mitstreiter, die allesamt den Teamcharakter dieser speziellen Turnierform perfekt verinnerlicht hatten. Egotrips waren nicht einmal im Ansatz erkennbar und jeder Einzelne hatte stets bei seinen Entscheidungen die Verantwortung gegenüber dem Rest der Gruppe vor Augen. Danke Leute, ich bin mächtig stolz auf Euch, auch wenn das Ergebnis auf dem Papier nicht das widerspiegelt, was wir uns alle erhofft hatten!
Was mich ebenfalls sehr beeindruckt hatte, war das außergewöhnlich hohe Spielniveau aller nominierten Teams und wenn ich „alle“ schreibe, dann schließe ich damit ausdrücklich auch diejenigen Spieler mit ein, die bisher auf internationalem Parkett noch nicht so sehr in Erscheinung getreten sind. Wenn an einem Finaltisch drei verschiedene Pokervarianten gespielt werden und angesichts des Chip-Blind Ratio spätestens beim Potlimit Omaha nicht das sonst übliche Turniergemetzel in dieser Variante stattfindet, müssen zwangsläufig alle Spieler sehr genau wissen, was sie tun. Und wenn nach 7 gespielten Levels nur ein einziges Team ausgeschieden ist, unterstreicht dies nochmals die Stärke des „Skill-Levels“ in der Partie.
Natürlich geht in diesem Zusammenhang auch mein besonderer Dank an die Organisation des Nations Cup rund um Edgar Stuchly und Joe Fuchshofer, die im Rahmen des Möglichen alles gegeben haben, um dem hohen Prädikat der Veranstaltung gerecht zu werden.
Glückwunsch an das Team aus der Schweiz zum Sieg! Ihr habt bravourös gekämpft; aber wie Ihr selbst wisst: Wenn bei irgendeiner Form eines Wettkampfs nahezu gleichwertige Gegner aufeinander treffen, entscheidet am Ende die Tagesform in Verbindung mit einer gesunden Portion an Glück.
Auf eine baldige Revanche hofft
Euer Michael von free-888.com
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Die Woche der (Poker)-Autisten
25.11.2008 von Michael Keiner.
Mein Gegenüber lässt sich reichlich Zeit für seine Entscheidung. Schließlich ist er ja so gut wie draußen aus dem EPT-Event, wenn er falsch liegen sollte. Ungefähr 1.000 Chips würden ihm noch bleiben, wenn er die Hand verliert. Bei einem Board von :2d :3h :Js :9d hatte ich mich nach seinem Check am Turn mit knapp 9.000 All in gestellt. 6.000 lagen zu diesem Zeitpunkt im Pot und mein All in war vielleicht etwas hoch ausgefallen, aber bei einem regulären Anspiel wäre ich ohnehin am River comitted gewesen: In der Hand hielt ich :Jc :9c und hatte somit die Top 2 geturnt. Schließlich presste er “Call” aus seinen zusammengekniffenen Zähnen und macht sich nicht einmal mehr die Mühe, sein Stack in die Mitte zu schieben. Er dreht :Ah :4h, eine Overcard und den Gutshot zur Straight. Nicht schlecht, denke ich, mit diesem Pot wäre ich dann endlich mal über Average und so richtig im Spiel an Tag 2. Der Dealer dreht den River um: :5s. Mein werter Gegner hat seinen Gutshot getroffen. Sein “Yes” wird sofort von einem “oh, sorry, sorry” relativiert, als er meine 2 Paar sieht. Während er die Chips einsammelt, erklärt er mir noch auf Englisch, dass er das Turnier quasi als Freeroll spielt, da er seinen Sitz mit 11,60 US$ Einsatz Online gewonnen hat. “No sorry”, antworte ich, “Du hast eine gute Hand!” Ein klein wenig Ironie kann ich mir wohl doch nicht verkneifen. “Ja, ” bestätigt er, “und schließlich hatte ich ja auch noch das As als Overcard.” Ihm kam während seiner Überlegung nicht einmal die Idee, dass ich besser als lediglich ein Paar sein könnte.
Drei Tage später sitze ich im PokerRoyale in Wiener Neustadt und spiele bei den Masters mit. Obwohl nur 42 Spieler den Weg ins Turnier fanden und obwohl das garantierte Preisgeld in Höhe von 250.000 Euro am Ende doch nicht eingehalten werden konnte, war das Turnier selbst vorbildlich: 50.000 Chips als Startstack, 60 Minuten Levels und Startblinds von 50/100 erfüllen wohl jeden Anspruch an ein deep stack Format. Mir schräg gegenüber nimmt ein etwas überaktiver junger Lokalmatador Platz. Nach seinen einleitenden Worten und Kommentaren glaube ich schließlich, mit dem Erfinder des Pokerspiels höchstpersönlich an einem Tisch zu sitzen. Jede Hand, ob er nun involviert ist oder nicht, wird lautstark analysiert und bewertet.Allerdings sehe ich in den fünf Stunden, die ich ihn beobachten konnte, keine einzige Hand, die er gut, geschweige denn fehlerfrei gespielt hätte. Aber, was soll’s, unser Kiddie trifft halt und wenn er nicht sofort ein Monster hält, suckt er seine Gegner spätestens am River aus. Sein Standard-Eröffnungsraise liegt so zwischen dem 20- bis 30fachen Big Blind. Warum sollte er sich auch an die Blindlevels anpassen, Poker ist doch ein Spiel für ganze Kerle. Dann kommt es zu folgender Situation: Erneut suckt er seinen Gegner aus, doch im Gegensatz zu den vorhergehenden Spielen erahnt er diesmal, wie viel Glück er just in dm Moment hatte. Sofort platzt es aus ihm heraus: “Das Turnier sei ihm sowieso egal, er ist gesponserter Spieler und das Buy-in kommt nicht aus seiner eigenen Tasche!” Aha, jetzt kenne ich wenigstens die ultimative Begründung für schlechtes Spiel!Es kam, wie es fast vorhersehbar war: Nach fünf Stunden Spielzeit mache ich mit Pocket Damen ein Eröffnungsraise auf den 2 1/2 fachen Big Blind. Natürlich zahlt er sofort nach und spielt bei einem Flop von :2d :3d :9c 8.000 in einen Pot mit 4.800 an. Ich will mich auf nichts einlassen und reraise sofort All in. 27.000 muss er noch nachbringen und ohne eine einzige Sekunde des Überlegens annonciert er seinen Call. Er dreht :Jd :7d um. Natürlich kommt am River die :Td, die ihm den Flush komplettiert. Ich murmele noch ein “well played Sir!” und verabschiede mich von der Runde. Sofort springt er auf, läuft mir nach und will mir verbal beweisen, wie genial er doch diese Hand gespielt hat. Ich hingegen würde am Liebsten auf der Stelle mit ihm um 10.000 Euro Heads Up spielen, trotz seines Laufes.
Klar, in den ersten paar Minuten habe ich mich schon geärgert, sowohl in Warschau, als auch in Wiener Neustadt. Aber letztlich sollte ich mich eigentlich freuen, dass es trotz eines vielfältigen Ausbildungsangebots immer noch Spieler solchen Kalibers gibt. Ohne sie würde jeder Turniersieg ungleich schwerer werden.
Interessante Mitspieler wünscht Euch
Euer Michael von free-888.com
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Sieg bei den 888 UK Poker Open V
8.11.2008 von Michael Keiner.
Mein prallvoller Terminkalender führte mich auf direktem Weg von Budapest nach London. Der Grund war die Einladung zur 888 UK Poker Open, das schon seit Jahren zu der größten internationalen TV Turnieren zählt und in den Matchroom Studios in London aufgezeichnet wird. Das Buy in beträgt 6.000 US$ und die 108 Teilnehmer sind eine etwas exotische Mischung aus internationalen Top Pros, Online-Qualifikanten und ein paar Celebreties.
Das Turnierformat entspricht am Ehesten einem „Triple Shoot Out“. Zuerst muss man in einer Art Vorrunde seinen 6er-Tisch wie bei einem Sit & Go gewinnen. Alle Zweitplatzierten des jeweiligen Heats bekommen eine zweite Chance als Hoffnungslauf, um sich noch für den letzten verbliebenen Platz an einem der drei Semifinaltische zu qualifizieren. Die Semifinale werden an einem 7er-Tisch gespielt und die beiden Erstplatzierten des Semifinales bekommen einen Platz im Finale, das dann wiederum als 6er-Tisch ausgetragen wird. Die Besonderheit: Man nimmt seine Chips aus dem Semifinale an den Finaltisch mit!
Für mich war ein Platz im vorletzten der insgesamt 18 Vorrundentische reserviert, der es dann von der Besetzung her wirklich in sich hatte. Weit und breit war kein Qualifikant oder Celebrity in Sicht, ich hatte es stattdessen ausschließlich mit gestandenen Pros zu tun. Aber gleich in der allerersten Hand stand ich vor einer „Alles oder Nichts“ Entscheidung, als ich das Raise von Roberto Romanello preflop callte und mit meinen Pocket 7-7 das medium Set bei einem Flop von :Jd :7d :4c traf. Ich checkraiste ihn, er erhöhte nochmals und ich ging All in. Ohne zu Zögern callte er und drehte :8d :9d um. Flushdraw mit inside Straightdraw war nicht unbedingt die Gegenhand, die ich mir wünschte. Aber mein Gegner konnte sich weder auf Turn, noch auf dem River verbessern und so saß ich direkt nach einer gespielten Hand mit doppeltem Average am Tisch und konnte nach Herzenslust loslegen. Den Chiplead gab ich nie wieder ab und gewann die Vorrunde recht problemlos.
Wesentlich schwieriger gestaltete sich das Semifinale. Speziell der einzige Amateur in unserem Heat, ein siebzigjähriger, ziemlich unerschrockener Nordengländer, war mit keinem Raise preflop aus irgendeinem Pot zu vertreiben und zu allem Überfluss hatte der Herr auch noch einen richtigen Lauf. Ich mied ihn, wo es nur ging und wartete auf erste Anzeichen, dass dieser übermenschliche Lauf endlich zu Ende gehen sollte. Dies geschah dann auch prompt, als wir noch zu Viert waren und innerhalb von nur 20 Minuten brachte er seine Chips unter die restlichen Anwesenden inklusive meiner Wenigkeit. Die Blinds von 15.000 / 30.000 bei einem Average von 230.000 luden nicht unbedingt zu einem ausgeprägten Spiel des Flops ein und so vollzog sich der Rest in einer regelrechten Preflop-Schlacht. Und dieses Mal war mir tatsächlich Fortuna hold: Am Button raiste ich mit :Kc :Tc auf 100.000 und der small Blind ging nach einiger Überlegung mit insgesamt 206.000 All in. In der Hoffnung, dass meine Karten zumindest „live“ waren, zahlte ich die 106.000 nach. Er drehte :As :5d um. Wahrscheinlich hatte mir Sebastian Ruthenberg seine Luckbox ausgeliehen; zwei Zehner am Board schenkten mir den Pot und mit 518.000 zog ich als absoluter Chipleader an den Finaltisch der letzten 6 Spieler ein.
Wie es dort im Einzelnen abgelaufen ist, darf ich Euch aus fernsehtechnischen Gründen an dieser Stelle noch nicht schildern, aber das Endergebnis darf ich Euch schon vorab mitteilen: Nach fünf Stunden Finale konnte ich das Turnier gewinnen und darf mich jetzt in den erlauchten Kreis der UK Open Champions einreihen. Mein Preisgeld: süße 250.000 US$. Der Titel: Unbezahlbar!
Jetzt freue ich mich noch auf zwei erholsame Tage zuhause, bevor es dann am Montag weitergeht nach Amsterdam. Der Main Event der Master Classics of Poker steht auf dem Programm.
Euer Michael von free-888.com
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