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Spring Poker Festival – Der Main Event
Seit 12 Jahren spiele ich jetzt Nolimit Holdem Turniere. In all diesen Jahren habe ich es nicht ein einziges Mal geschafft, Pocket Könige preflop zu entsorgen. Aber für Alles gibt es irgendwann ein erstes Mal.
Der Main Event „European Challenge II“ startete mit etwa halbstündiger Verspätung und ich wurde gleich zu Beginn an den TV-Tisch gesetzt. Rechts von mir nahm Rino Mattis Platz und ihn kenne ich ungefähr genauso lange, wie ich in Europa Poker spiele. Während der erste Level nur mehr oder weniger belangloses Vorgeplänkel war und jeder versuchte, sich an die Mitspieler zu „gewöhnen“, passierte am gesamten Tisch nicht allzu viel Dramatisches. Mit Beginn des 2. Levels raiste Rino im Small Blind auf 300, um die 3 Limper zu verscheuchen, die sich für 100 Chips den Flop anschauen wollten und ich wachte im Big Blind mit ein paar Königen auf. Damit die Limper auch wirklich folden, reraiste ich auf 900. Alle muckten ihre Hände brav bis zu Rino, der nach einer angemessen bedächtigen Zeit des Nachdenkens auf 2.950 rereraiste. Mir erschien der Pot für den Level schon groß genug, ich wollte mich auf keine unnötigen Flopabenteuer einlassen und endgültig abklären, wo ich mit meinen Königen wirklich stand. Also legte ich nochmals einen drauf und erhöhte meinerseits auf 10.000 Chips. Damit gab ich Rino das eindeutige Signal, dass ich mich selbst committe, während ihm immer noch die Foldoption offen stand. Aber er zögerte nicht eine Sekunde und ging All-in. In dem Moment wurde mir absolut klar, dass ich gegen Pocket Asse antrat. Natürlich wäre dies jetzt rein mathematisch ein Call gewesen, da ich mit 5.000 weiteren Chips für 30.000 1 : 6 bekomme, aber nur rund 1: 5 brauche. Im Cashgame wäre dies also ein klarer Call. Aber im Turnier stellt sich die Situation etwas anders dar. Mit einem Fold bin ich zwar mit 5.000 shortstacked, aber angesichts der Blinds von 50/100 immer noch in einer komfortablen Situation und kann jederzeit zurück ins Spiel kommen. Calle ich das All-in von Rino, bin ich mit einer Wahrscheinlichkeit von 81 Prozent ausgeschieden. Überleben ist Alles, zumindest bis zur Endphase eines Turniers, also warf ich meine Könige offen in den Muck. Später erfuhr ich dann von der Regie, dass Rino tatsächlich die Asse hielt und dieser Fold wohl ein bisschen Fernsehgeschichte machen wird.
Ein paar Hände später sehe ich wieder eine gute Gelegenheit, meinem ramponierten Stack etwas Heilung anzutun. Ich openraise UTG mit :Ac :Qs auf 300 und bekomme einen Call in MP2, alle anderen folden. Im Flop kommt :Ac :Jc :3s und ich entschließe mich zu einem Slowplay, checke und als mein Gegner 500 anspielt, bezahle ich nur. Der Turn bringt die :5s, mein Gegner spielt nach meinem Check 1.500 und jetzt raise ich mein verbliebenes Stack von rund 4.000 All-in. Er callt sofort und zeigt mir :Ah :Kd. Da hatte ich mich wohl selbst getrappt!!! Die :8c am River besiegelt mein Schicksal und eine halbe Stunde später finde ich mich in einer attraktiven 10/20 Potlimit Omaha Cashgame Partie wieder, die mittlerweile ohnehin hier in Wien mein zweites Zuhause geworden ist. Glücklicherweise läuft es dort wenigstens insgesamt sehr zufrieden stellend.
Euer Michael von free-888.com
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