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- 5.1.2010: Time to say Goodbye
- 9.7.2009: Der Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 7
- 4.7.2009: Prolog zum Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 6
- 27.6.2009: Finaltisch im Omaha Hi/Lo – Mein Videoblog von der WSOP Teil 5
- 20.6.2009: Racing-Battle mit Henning Pohl – Mein Videoblog von der WSOP Teil 4
- 15.6.2009: Golfbattle mit George Danzer – Mein Videoblog von der WSOP Teil 3
- 8.6.2009: Wasserspiele – Mein Videoblog von der WSOP Teil 2
- 5.6.2009: Viva Las Vegas – Mein Videoblog von der WSOP
- 12.5.2009: CAPT Innsbruck: 7. Platz im Main Event
- 13.4.2009: Von notwendigen Strategieanpassungen
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Von notwendigen Strategieanpassungen
Die EPT San Remo findet dieses Jahr leider ohne mich statt. Ja, ich weiß, tausend verrückte Italiener sind dort und es wird ein wahres Schlachtfest werden, aber mindestens 300 gut disziplinierte Spitzenspieler aus aller Welt werden ebenfalls den Weg nach Italien antreten und hoffen, von eben jenen verrückten Italienern profitieren zu können. Aber ich mache erst einmal Pause bis Monte Carlo. Der Grund ist ganz einfach zu erklären: Im Jahr 2007 hatte ich mir eine ganz üble Borelliose eingefangen, die nur mit einer dreimonatigen Antibiotikatherapie in den Griff zu bekommen war. Als Nebenwirkung der Antibiotika hat sich auf meinem rechten Auge die Linse eingetrübt (grauer Star) und ich sehe alles wie durch Milchglas. Eigentlich sind es beide Augen, aber das Rechte ist viel schlimmer als das Linke. Also kommt morgen die eigene Linse raus und eine Kunststofflinse rein. Als kleine, aber äußerst angenehme Nebenwirkung der Operation werde ich wohl in Zukunft auch keine Lesebrille mehr benötigen, die moderne Technik in der Augenheilkunde macht es möglich. Ein paar Tage Erholung nach der OP sind schon nötig und jetzt ist das einzige Zeitfenster in diesem Jahr, wo dies gut machbar ist. Ich werde dann in Zukunft keine Probleme mehr haben, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen meine Pocketcards jederzeit erkennen zu können. Insofern ist die Entscheidung zur Operation als notwendige Anpassung meiner Basisstrategie zu sehen. Insgesamt +EV, obwohl bedauerlicherweise die folgende Situation zukünftig wohl nicht mehr passieren wird: Während der WSOP 2008 spielte ich manchmal die $ 5/10 Potlimit Omaha Partie im RIO. Ich setzte mich mit einem Stack von 2.000 $ an den Tisch. Wie manche von Euch wissen, benutzen die Veranstalter dort im Gegensatz zu Europa allesamt Karten mit den kleinstmöglichen Indizies, so dass ich mitunter ohne Lesebrille spürbare Probleme hatte, die Karten zu erkennen. Insbesondere ist es leicht möglich, Pik mit Kreuz zu verwechseln. Andererseits ist es extrem lästig, am Tisch ständig Brille auf und Brille ab zu praktizieren. Also verließ ich mich ganz auf meinen schlechten Blick. Gleich bei meiner dritten Hand bekomme ich :Ks :Kh :3s :5h. Grund genug, um das Raise eines Mitspielers mit einem Reraise zu beantworten. Wir sehen Heads Up den Flop und es sind etwa 200 $ im Pot, mein Gegner hat ungefähr 1.200 vor sich stehen. Der Flop ist mit :2s :6s :Td gar nicht schlecht. Overpair, K high Flushdraw und Gutshot zur Straight reichen völlig aus, um nach dem Check meines Gegners potsized anzuspielen, was er sofort callt. Am Turn kommt mit der :5c eine mögliche Straight ins Board und jetzt spielt er 450 $ an. Ich denke gar nicht daran, die Hand aufzugeben und raise ihn statt dessen all in. Er callt sofort. Am River kommt als Nebenlösung der :Kc, allerdings würde ich immer noch gegen die Straight verlieren. Jetzt ziert sich mein Mitspieler plötzlich mit dem Showdown. Ich annonciere „Set“ und er sagt sofort: „Set is good“. Jetzt drehe ich meine vier Karten um und entdecke selbst erst, dass ich einem gewaltigen Irrtum unterlegen bin. Die :3x in meiner Hand war nicht Pik, sondern Kreuz, ich hatte also gar keinen Flushdraw und mein Move am Turn war ziemlich hirnrissig. Als er die drei Könige entdeckt, springt er auf und brüllt: „What a fucking moron!“ Frei übersetzt bedeutet dies ungefähr: Was für ein verdammter Idiot!Ich verspürte nicht die geringste Lust, ihm irgendwelche Erklärungen abzuliefern für einen Bad Beat, der unter Umständen überhaupt keiner war, also antwortete ich ihm nur mit extra betontem deutschen Akzent: „How do you know my name, Sir? That`s exactly, how they call me always in the internet!“ (Woher kennen Sie meinen Namen? Genau so werde ich immer im Internet genannt!)
Ohne mich auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen, packte er seine Sonnenbrille und seinen MP3 Player ein und verließ wortlos den Tisch, während sich die übrigen Spieler kaum das Grinsen verkneifen konnten. Einen stets messerscharfen Blick wünscht Euch Euer Michael
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