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- 14.6.2010: Der Vegas Blog vom Doc ist wieder da
- 5.1.2010: Time to say Goodbye
- 9.7.2009: Der Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 7
- 4.7.2009: Prolog zum Main Event – Mein Videoblog von der WSOP Teil 6
- 27.6.2009: Finaltisch im Omaha Hi/Lo – Mein Videoblog von der WSOP Teil 5
- 20.6.2009: Racing-Battle mit Henning Pohl – Mein Videoblog von der WSOP Teil 4
- 15.6.2009: Golfbattle mit George Danzer – Mein Videoblog von der WSOP Teil 3
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World Poker Tour in Barcelona
Barcelona ist immer eine Reise wert. Die guten Restaurants oder die schicken Nachtclubs, das mediterrane Ambiente oder die kulturellen Sehenswürdigkeiten sind immer wieder Grund genug, der katalanischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten. Abhalten von einem solchen Trip könnte mich eigentlich nur die miserable Organisation des Gran Casinos. Seit 2002 komme ich mehrmals jährlich nach Spanien, jedes Jahr hoffe ich, dass es etwas besser wird…aber meine Hoffnungen stellen sich immer wieder als fromme Wünsche heraus. Der einzige europäische Ableger der World Poker Tour gastierte vom 22. bis 27. Mai dort und trotz der extrem späten Ankündigung in den Medien fanden immerhin 253 Spieler ihren Weg dorthin. Wirklich seltsame Blüten trieb erneut die eigenwillige Preispolitik des Monopolisten. Kurzerhand wurde von einer auf die andere Stunde das Rake von 20 auf 30 € pro Pot (!!!) erhöht. Auf die höfliche Nachfrage zur Begründung wurde uns lapidar mitgeteilt: „Wenn wir Lust haben, erhöhen wir morgen auf 50 €. Und wenn es Euch nicht passt, könnt ihr ja aufstehen und gehen. Dahinten stehen genügend Leute rum, die auf der Warteliste für den Sitzplatz sind“. Tja, das nenne ich echten Kundenservice.
Turnierdirektor Thomas Kremser und sein Team versuchten noch zu retten, was eben zu retten ging; aber wie immer in Barcelona liegt der Fehler in der höchst eigenwilligen Personalpolitik des Casinos. Die Hälfte der Dealer wurde „mal so“ von den Roulettekesseln abgezogen und war kaum in der Lage korrekt die Karten zu geben, geschweige denn, Geld zu wechseln oder die Gewinnerhand am Board beim Showdown ausfindig zu machen.
Trotz allem gelang es Thomas, den Main Event nahezu pünktlich zu starten und auch für einen vernünftigen Turnierablauf zu sorgen. Kaum Amerikaner, dafür aber die überwiegende Mehrheit der europäischen Top-Profis wollten sich die Schnäppchen-Gelegenheit auf einen WPT-Titel nicht entgehen lassen. Ich selbst hatte vor, diesmal insbesondere in der Anfangsphase, etwas weniger aggressiv zu spielen, auch sehr gute Hände tendenziell eher nicht zu reraisen, sondern sich Flops anzuschauen.
Das mit den sehr guten Händen hätte ich mir schenken können…
Gleich am Anfang in der dritten Hand konnte ich mit :As :Qc einen schönen Pot von rund 3.000 Chips einsammeln und danach hieß es, warten und warten und warten…Am Ende von Tag 1 hatte ich immerhin 19.450 Chips, also mein Startstack von 15.000 ein klein wenig verbessert, war jedoch unter Average und eher im letzten Drittel des Feldes wieder zu finden. Bei der sehr guten Struktur stellte der Chipcount allerdings kein Problem dar, ohne Druck durch die Blinds und Ante konnte ich den Tag 2 relativ entspannt beginnen. So etwa alle 2 Jahre kommt es mal vor, dass ich in einem Turnier Gefahr laufe, mich in einem Turnier tot blinden zu lassen. Beim WPT-Turnier war es wieder mal der Fall. 9 von 10 Händen gab es preflop schon Raise und Reraise, bevor die Action überhaupt bei mir ankam und ich versuchte mich in der Weltmeisterschaft im „Dauerfolden“. Nach 5 Stunden Spielzeit war meine beste Starthand Pocket 3-3, aber irgendwie hatte ich meine 20.000 Chips bis dahin verteidigen können. Aber irgendwann gab es keine Gnade mehr. Als ich nach dem Raise auf 6.000 eines Skandinaviers in MP1 am Button ein Realsteal mit :Kd :Jc versuche und All-in pushe, wacht der Big Blind mit Pocket Assen auf und die Party war für mich zu Ende.
Aber es gab ja auch noch den Nebenevent mit 2.000 € Buy-in. Das Spiel ging also am nächsten Tag von vorne los. Diesmal waren mir die Karten zumindest an Tag 1 etwas wohl gesonnener. Bis etwa 30 Minuten vor Spielschluss gehörte ich sogar zu den drei Chipleadern, verlor dann aber mit :Ax :Qx gegen :Ax :Kx bei getroffenem Ass am Flop die Hälfte meines Stacks und ging knapp unter Average, aber immerhin schon im Preisgeld, in Tag 2.
Bei 16 verbliebenen Spielern kam es dann zu folgender Situation: Blinds 1.500/3.000, Ante 300. UTG (55.000 Chips) raist auf 8.000 und ich finde direkt in nächster Position (53.000 Chips) Pocket Damen. Ich reraise auf 25.000, alle folden zum originalen Raiser, der dann nach etwa 3 Minuten Bedenkzeit mein Reraise callt. Der Flop bringt :Th :6s :2d und mit den ausholenden Armbewegungen eines Sumo-Ringers und der lautstarken Annonce „All-in“ schiebt er seinen eher bescheiden wirkenden Rest in die Mitte. In Lichtgeschwindigkeit calle ich und er dreht :8h :8c um. Der regelmäßige Leser meiner Artikel weiß natürlich, was jetzt so unaufhaltsam wie das zweite thermodynamische Gesetz passieren musste. Richtig, am Turn erscheint die :8d.Nice game, hasta la vista baby! Erneut springt für mich wieder nur ein Krümelanteil am Preispool heraus.
Bleibt nur noch die Frage zu klären, warum dieser Blog so spät erscheint. Ganz einfach: Die letzten 3 Tage verbrachte ich mit meinem Umzug nach Las Vegas und der mehr oder weniger erfolgreichen Bekämpfung diverser Jet Lag Probleme. Aber mittlerweile habe ich mich hier wieder ganz gut eingelebt und freue mich schon auf meinen ersten WSOP Einsatz, das 10.000 $ mixed game Turnier. Hier stellt Nolimit Holdem glücklicherweise nur ein Achtel der Action dar, was alleine schon Garant für einen kräftigen Stimmungsaufheller ist.
Euer Michael von free-888.com
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